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1.100 Tonnen Sprengstoff: Israel sprengt Hisbollah-Bollwerk Ali Taher


Zwei Kilometer Tunnel, iranische Raketen, Drohnen, Panzerabwehrwaffen und hunderte Sprengsätze: Israel hat eines der wichtigsten unterirdischen Zentren der Hisbollah im Südlibanon zerstört. Teherans Drohungen und die Hilferufe der Terrororganisation konnten den Schlag nicht verhindern.

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Mit einer gewaltigen kontrollierten Sprengung hat die israelische Armee am Donnerstagabend das unterirdische Hisbollah-Zentrum unter dem strategischen Ali-Taher-Höhenzug im Südlibanon zerstört. Nach Angaben der IDF wurden dafür mehr als 1.100 Tonnen Sprengstoff eingesetzt. Die Explosion war so stark, dass sie von seismischen Messsystemen erfasst wurde.

Damit endet ein Kampf um eine Anlage, die Iran und die Hisbollah über rund zwei Jahrzehnte aufgebaut hatten.

Die beiden zerstörten unterirdischen Routen erstreckten sich nach Angaben der israelischen Armee über mehr als zwei Kilometer. Soldaten fanden dort Dutzende Raketen, Flugkörper und Drohnen iranischer Produktion, Panzerabwehrraketen, Maschinengewehre sowie hunderte Minen und Sprengsätze. Hinzu kamen Kommandozentralen, Waffenräume, Generatoren, Schlafbereiche, Duschen und eine Küche.

Die Anlage war kein improvisiertes Versteck. Die IDF beschreibt sie als Nervenzentrum der regionalen Badr-Einheit der Hisbollah, die für weite Teile des Südlibanon zuständig ist. Terroristen konnten dort über längere Zeit unterirdisch leben, Operationen vorbereiten und Waffen lagern.

Zusammen mit den bereits zerstörten Anlagen im Raum Beaufort Castle umfasste das unterirdische System nach israelischen Angaben acht Tunnel mit einer Gesamtlänge von rund 5,4 Kilometern.

Iran baute zwanzig Jahre, Israel sprengte das System

Besonders deutlich wird an Ali Taher, wie tief Iran den Südlibanon militärisch ausgebaut hatte. IDF-Sprecher Effie Defrin erklärte, die Infrastruktur sei über zwei Jahrzehnte mit iranischem Geld und iranischer Planung entstanden.

Die strategische Lage machte den Höhenzug besonders wertvoll. Ali Taher liegt im Raum Nabatiyeh und ermöglicht Kontrolle über umliegende Gebiete und wichtige Verbindungen. Nach israelischer Darstellung konnten von dort aus auch Metula und Kirjat Schmona beobachtet und unter Feuer genommen werden.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz erklärten nach der Sprengung, die Zerstörung vervollständige die operative Kontrolle Israels über den Höhenzug oberhalb und unterhalb der Erde. Israel werde seine Kräfte in der Sicherheitszone weiterhin einsetzen, Hisbollah-Infrastruktur zerstören und jeden Versuch verhindern, militärische Fähigkeiten dort wiederherzustellen.

Die Vorgeschichte zeigt, warum Jerusalem auf dieser Position besteht.

haOlam berichtete bereits am 4. September, dass Iran und die Hisbollah wochenlang versuchten, das unterirdische Zentrum zu retten. Hisbollah-Terroristen waren in Teilen des Systems eingeschlossen. Nach iranischen Angaben wurden sie zeitweise sogar mit Drohnen mit Wasser und Lebensmitteln versorgt. Versuche, Waffen aus der Anlage herauszubringen, scheiterten weitgehend.

Die israelische Armee setzte dabei offenbar bewusst nicht auf einen schnellen Frontalangriff. Der Komplex wurde schrittweise isoliert, Zugänge wurden kontrolliert und der Druck auf die darin befindlichen Terroristen erhöht. Nach Angaben der IDF wurden einige von ihnen getötet, andere flohen schließlich aus den unterirdischen Anlagen.

Die Hisbollah hatte zuvor angekündigt, die Infrastruktur um jeden Preis verteidigen zu wollen.

Sie verlor sie trotzdem.

haOlam berichtete zwei Tage später, dass die Terrororganisation den Verlust in ihren offiziellen Erklärungen weitgehend verschwieg. Gleichzeitig wuchs auch im Libanon die Kritik daran, dass die Hisbollah einen strategischen Höhenzug bewaffnet kontrollierte, ihn nicht an die libanesische Armee übergab und ihn schließlich an Israel verlor.

Hisbollah griff weiter an, Iran drohte

Die letzten Tage vor der Sprengung waren deshalb besonders angespannt. Die Hisbollah griff israelische Soldaten im Raum Ali Taher wiederholt mit Sprengdrohnen an. Allein innerhalb einer Woche registrierte die IDF mehrere solcher Angriffe. Israel reagierte mit Luftangriffen auf Waffenlager, Terroristen und weitere Infrastruktur der Organisation.

Noch unmittelbar vor der endgültigen Zerstörung wurden nach israelischen Medienberichten Botschaften an die Hisbollah und an Iran übermittelt, keine größere Eskalation auszulösen.

Der Grund dafür lag auf der Hand.

Die Hisbollah hatte Teheran um Hilfe gebeten. Israelischen Sicherheitskreisen zufolge versucht die Terrororganisation, die in den vergangenen Jahren schwer beschädigte iranische Achse im Libanon wieder aufzubauen. Gleichzeitig drohte Iran mit einem Eingreifen, falls Israel seine Operationen fortsetze.

Reuters hatte bereits zuvor berichtet, dass Teheran Washington vor einem umfassenden israelischen Vorgehen gegen Ali Taher gewarnt hatte. Die Warnung machte deutlich, welche strategische Bedeutung das unterirdische Zentrum für Iran besaß.

Israel setzte die Operation trotzdem fort.

Netanjahu verband die Ereignisse am Donnerstagabend unmittelbar mit der größeren iranischen Bedrohung. Nachdem US-Präsident Donald Trump erneut vor iranischen Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Atomprogramm gewarnt hatte, erklärte der israelische Regierungschef, Iran versuche sich erneut aufzurüsten. Israel gehe gleichzeitig gegen die iranische Achse vor, im Gazastreifen ebenso wie im Libanon.

Ali Taher ist dafür ein besonders sichtbares Beispiel.

Iran investierte zwanzig Jahre in eine unterirdische militärische Infrastruktur unmittelbar gegenüber Israel. Dort wurden Waffen iranischer Produktion eingelagert, Kommandozentren errichtet und Voraussetzungen geschaffen, um Terroristen auch während längerer Kämpfe unter Tage versorgen zu können.

Die Hisbollah bezeichnete ihre Waffen jahrzehntelang als Schutz des Libanon.

Als Israel Ali Taher isolierte, konnte die Terrororganisation die Anlage nicht halten.

Als sie Iran um Unterstützung bat, änderte das den Ausgang nicht.

Als Teheran drohte, setzte Israel die Operation fort.

Am Donnerstagabend blieben von einem der wichtigsten Hisbollah-Bollwerke im Südlibanon zerstörte Tunnel, Waffen und ein gewaltiger Krater im militärischen System der iranischen Terrorachse.

Mehr als 1.100 Tonnen Sprengstoff waren dafür nötig.

Zwanzig Jahre iranischer Aufbau verschwanden innerhalb weniger Augenblicke unter dem Ali-Taher-Höhenzug.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 11. September 2026

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