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Hisbollah greift IDF mit Sprengdrohnen an, Israel antwortet: Libanon meldet elf Tote


Nach dem Verlust von Ali Taher versucht die Hisbollah weiter, israelische Soldaten im Südlibanon anzugreifen. Israel reagiert mit neuen Luftschlägen. Aus Kfar Reman werden zahlreiche Tote gemeldet, darunter nach libanesischen Angaben auch zwei Kinder. Wer die übrigen Getöteten waren, ist bislang nicht abschließend geklärt.

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Die Eskalation im Südlibanon setzt sich fort. In der Nacht zum Montag griff die israelische Luftwaffe erneut Ziele in der Region Nabatiyeh an. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA meldete nach Angaben der Times of Israel insgesamt elf Tote und fünf Verletzte in Kfar Reman. Bei einem Angriff auf ein Gebäude sollen neun Menschen ums Leben gekommen sein, darunter zwei Kinder. Bei einem weiteren Angriff auf ein Fahrzeug wurden demnach zwei Sanitäter der Risala Scouts getötet, einer Organisation, die der mit der Hisbollah verbündeten Amal Bewegung nahesteht. Die Angaben zu den Opferzahlen unterscheiden sich allerdings zwischen den verschiedenen libanesischen und internationalen Berichten. AP meldete zunächst mindestens neun Tote und 13 Verletzte.

Für den Angriff auf Kfar Reman lag zunächst keine detaillierte Erklärung der IDF vor. Deshalb wäre es falsch, die dort Getöteten ohne weitere Belege pauschal als Hisbollah Terroristen zu bezeichnen. Israel erklärte jedoch zu der breiteren Angriffswelle im Südlibanon, dass Hisbollah Kämpfer, Waffenlager, Kommandoeinrichtungen und weitere militärische Infrastruktur angegriffen worden seien. In Deir al Zahrani wurde vor einem Angriff ausdrücklich eine Evakuierungswarnung ausgegeben. Nach israelischen Angaben befand sich in dem betroffenen Gebiet eine Einrichtung der Terrororganisation.

Der Ausgangspunkt war ein neuer Angriff der Hisbollah

Die Vorgeschichte ist für die Einordnung entscheidend. Am Sonntagmorgen hatte die Hisbollah zwei mit Sprengstoff beladene Drohnen auf israelische Soldaten im Raum des strategisch wichtigen Ali Taher Höhenzuges geschickt. Eine der Drohnen wurde nach Angaben der IDF abgeschossen. Israelische Soldaten wurden nicht verletzt. Die Armee bezeichnete den Angriff als erneuten Bruch der bestehenden Vereinbarungen und begann noch am Morgen mit Gegenangriffen im Südlibanon.

Nach Angaben der IDF wurden dabei Waffenlager und Gebäude angegriffen, aus denen Terroristen Angriffe auf israelische Soldaten und Zivilisten vorbereitet hätten. Besonders brisant war ein früheres Krankenhausgebäude, das nach israelischen Erkenntnissen inzwischen als Hisbollah Kommandozentrale genutzt wurde. Von dort aus sollen Terroristen zuletzt unter anderem Aufklärung und Artillerieaktivitäten betrieben haben. Die IDF erklärte, vor den Angriffen Maßnahmen zur Verringerung ziviler Schäden getroffen zu haben, darunter Präzisionsmunition und Luftaufklärung.

Damit wiederholt sich ein Muster, das im Südlibanon inzwischen kaum noch zu übersehen ist. Die Hisbollah greift israelische Kräfte an, Israel schlägt gegen ihre militärische Infrastruktur zurück, und anschließend trägt die libanesische Zivilbevölkerung einen Teil der Folgen. Genau diese Entwicklung sorgt inzwischen auch im Libanon selbst für wachsende Kritik an der Terrororganisation.

haOlam berichtete erst am Sonntag darüber, wie stark der politische Druck auf die Hisbollah nach dem Verlust von Ali Taher inzwischen geworden ist.

Der sunnitische Abgeordnete Fouad Makhzoumi hatte dabei eine Frage gestellt, die nach den jüngsten Angriffen noch dringlicher wirkt: Was haben die Waffen der Hisbollah dem Libanon eigentlich gebracht Die Terrororganisation verhinderte nach seiner Kritik, dass die libanesische Armee selbst die Kontrolle über strategische Gebiete übernimmt. Gleichzeitig konnte sie Israel nicht daran hindern, Ali Taher militärisch unter Kontrolle zu bringen.

Der Streit um Ali Taher ist längst größer als ein Höhenzug

Ali Taher ist inzwischen zum Symbol für das gesamte Problem geworden. Die Hisbollah hatte dort über Jahre eine umfangreiche militärische Infrastruktur aufgebaut. Die IDF erklärte Anfang September, zwei unterirdische Anlagen geräumt und die operative Kontrolle über den Höhenzug oberhalb und unterhalb der Erde erreicht zu haben. Teile der Infrastruktur seien über zwei Jahrzehnte mit iranischer Finanzierung und Planung entstanden.

haOlam berichtete bereits ausführlich über die Einnahme des Hisbollah Bollwerks und die Rolle Irans beim Aufbau der Anlagen.

Gerade deshalb sind die neuen Sprengdrohnen kein belangloser Zwischenfall. Sie zeigen, dass die Hisbollah den Verlust ihrer militärischen Positionen nicht einfach hinnimmt und weiter versucht, israelische Kräfte in der Sicherheitszone anzugreifen. Für Jerusalem bestätigt das die eigene Argumentation: Ein Rückzug kann nicht allein auf politischen Zusagen beruhen, solange die Hisbollah bewaffnet bleibt und weiterhin Angriffe durchführt.

Israel und Libanon hatten am 26. Juni unter amerikanischer Vermittlung einen Rahmen vereinbart, der einen schrittweisen israelischen Rückzug mit einer stärkeren Kontrolle des Südlibanon durch die libanesische Armee und Fortschritten bei der Entwaffnung der Hisbollah verbinden soll. Genau an dieser Stelle stockt der Prozess. Israel verlangt überprüfbare Ergebnisse, bevor weitere Positionen aufgegeben werden. Die Hisbollah besitzt weiterhin Waffen, Infrastruktur und die Fähigkeit, israelische Soldaten anzugreifen.

Die hohen Opferzahlen der vergangenen beiden Tage machen die Lage umso ernster. Bereits am Sonntag meldeten libanesische Behörden sieben Tote und 20 Verletzte durch israelische Angriffe. Nun kommen die neuen Meldungen aus Kfar Reman hinzu. Jeder zivile Tote ist eine Tragödie. Gerade deshalb ist die politische Verantwortung der Hisbollah nicht nebensächlich. Eine Terrororganisation, die gegen den Willen weiter Teile des eigenen Landes bewaffnet bleibt, militärische Infrastruktur in zivilen Gebieten unterhält und israelische Soldaten mit Sprengdrohnen angreift, setzt nicht nur Israel einer Gefahr aus.

Sie setzt auch die eigene Bevölkerung einer vorhersehbaren militärischen Reaktion aus.

Die Waffenruhe allein hat dieses Problem nicht gelöst.

Die Frage bleibt deshalb dieselbe wie vor dem Verlust von Ali Taher: Wer kontrolliert im Südlibanon am Ende tatsächlich die Waffen, der libanesische Staat oder die Hisbollah

Solange darauf keine eindeutige Antwort existiert, wird auch die Grenze zu Israel keine stabile Ruhe finden.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de

Artikel veröffentlicht am: Montag, 7. September 2026

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