Hisbollah Tunnel im Libanon entlarven die falsche Erzählung von israelischer Landnahme
Israel prüft laut Bericht, einen Hisbollah Tunnelkomplex der libanesischen Armee zu übergeben. Der Vorgang zeigt, worum es im Süden Libanons wirklich geht.

Wer Israels Einsatz im Süden Libanons als angeblichen Versuch darstellt, fremdes Gebiet dauerhaft zu besetzen, muss diesen Bericht erklären. Nach Angaben von N12 und der Jerusalem Post prüfen israelische Sicherheitskreise, ob die libanesische Armee die Kontrolle über einen unterirdischen Hisbollah Komplex im Dorf Tebnit übernehmen könnte. Der Vorschlag soll in politischen und militärischen Beratungen erörtert worden sein. Aus israelischer Sicht wäre eine solche Übergabe ein Test dafür, ob der libanesische Staat bereit und fähig ist, gegen die Hisbollah tatsächlich Verantwortung zu übernehmen.
Diese Nachricht passt nicht zu der Erzählung, Israel wolle libanesisches Land behalten. Sie passt zu einer viel einfacheren und belegbaren Wirklichkeit: Israel versucht, eine Terrorinfrastruktur zu beseitigen, die über Jahre direkt an seiner Grenze aufgebaut wurde. Tunnel, Abschussstellungen, Waffenlager und unterirdische Komplexe entstehen nicht zufällig. Sie sind keine politischen Symbole und keine Verteidigungsromantik. Sie sind militärische Infrastruktur für Angriffe auf israelische Gemeinden.
Die IDF meldete zuletzt einen weiteren Hisbollah Tunnel bei Majdal Zoun, etwa zehn Kilometer von der israelischen Grenze entfernt. Die Anlage soll mehr als 200 Meter lang, 29 Meter tief, mit Räumen, Sprengtüren, Abschussstellen und zahlreichen Waffen ausgestattet gewesen sein. Wer solche Anlagen baut, plant keinen friedlichen Grenzverkehr. Er bereitet den nächsten Krieg vor.
Genau hier liegt der Punkt, der in vielen Debatten unterschlagen wird. Die Geschichte beginnt nicht mit israelischen Soldaten im Süden Libanons. Sie beginnt mit der Hisbollah, mit iranischer Unterstützung, mit Raketen, Drohnen, Tunnelanlagen und jahrelanger Bedrohung israelischer Orte im Norden. Wer diesen Anfang ausblendet, beschreibt nicht die Lage, sondern baut eine politische Anklage auf einem halben Bild.
Die mögliche Übergabe des Komplexes an die libanesische Armee wäre deshalb ein nüchterner Realitätstest. Kann Beirut eine solche Anlage übernehmen, sichern und der Hisbollah dauerhaft entziehen? Oder zeigt sich erneut, dass die libanesische Staatsmacht dort endet, wo die iranisch gestützte Terrororganisation ihre Interessen durchsetzt?
Israel kann diese Frage nicht aus theoretischer Höflichkeit offenlassen. Kein anderer Staat würde an seiner Grenze eine bewaffnete Organisation dulden, die Tunnel gräbt, Raketenstellungen errichtet und ganze Ortschaften bedroht. Von Israel wird jedoch immer wieder erwartet, genau das hinzunehmen und jede Gegenmaßnahme als „Besatzung“ erklären zu lassen.
Der Fall Tebnit zeigt eine andere Wirklichkeit. Israel sucht offenbar nicht nach einem Vorwand, um libanesisches Gebiet zu behalten. Israel sucht nach einer Sicherheitsordnung, in der die Hisbollah nicht wieder an die Grenze zurückkehrt. Wenn die libanesische Armee das leisten kann, wäre das im Interesse Israels und des Libanon. Wenn sie es nicht kann, bleibt Israel gezwungen, seine Bürger selbst zu schützen.
Wer trotzdem weiter von israelischer Landnahme spricht, muss erklären, warum ein Staat, der angeblich bleiben will, überhaupt über eine Übergabe an die Armee des Nachbarlandes nachdenkt. Die Fakten sprechen nicht für diese Erzählung. Sie sprechen für Israels Sicherheitsinteresse an einer Grenze, an der die Hisbollah über Jahre den nächsten Krieg vorbereitet hat.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Montag, 22. Juni 2026