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Frankreich vereitelt mutmaßlichen ISIS-Anschlagsplan gegen Juden


Zwei Brüder stehen in Frankreich unter Terrorverdacht. Ermittler sprechen von einem geplanten antisemitischen Anschlag mit tödlicher Absicht.

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Die französische Antiterrorstaatsanwaltschaft hat zwei junge Männer unter formelle Untersuchung gestellt, weil sie einen antisemitischen Terroranschlag vorbereitet haben sollen. Nach Angaben der Ermittler handelt es sich um zwei Brüder im Alter von 22 und 20 Jahren, die vergangene Woche im Norden Frankreichs festgenommen wurden.

Die beiden Verdächtigen gerieten bei einer Verkehrskontrolle in der Nähe eines Gefängnisses ins Visier der Polizei. Bei der Durchsuchung ihres Fahrzeugs entdeckten Beamte eine halbautomatische Schusswaffe, eine Flasche mit Säure sowie eine Flagge der Terrororganisation Islamischer Staat.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, der geplante Anschlag sei als „tödlich und antisemitisch motiviert“ eingestuft worden. Konkrete Details über mögliche Ziele oder den genauen Ablauf der geplanten Tat nannten die Ermittler bislang nicht.

Beide Männer wurden wegen Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung und wegen Besitzes einer Waffe im Zusammenhang mit einer terroristischen Handlung angeklagt. Ein Gericht ordnete Untersuchungshaft an.

Hinweise auf ISIS-Radikalisierung

Bei der Auswertung digitaler Geräte der Verdächtigen fanden Ermittler nach eigenen Angaben jihadistische Propagandamaterialien. Einer der Brüder soll außerdem ein Video aufgenommen haben, in dem er dem Islamischen Staat die Treue schwört.

Diese Hinweise gelten für die französischen Behörden als zentrales Indiz dafür, dass der geplante Anschlag ideologisch von der Terrororganisation inspiriert war.

Frankreich gehört seit Jahren zu den europäischen Ländern mit der größten Bedrohung durch islamistischen Terror. Mehrere Anschläge der vergangenen Jahre richteten sich auch gezielt gegen jüdische Einrichtungen.

Sicherheitsmaßnahmen für jüdische Einrichtungen verstärkt

Bereits Anfang März hatte das französische Innenministerium die Sicherheitsmaßnahmen rund um Synagogen, jüdische Schulen und Gemeindezentren deutlich verstärkt.

Die Behörden reagierten damit auf eine wachsende Sorge vor Anschlägen gegen jüdische Gemeinden. Diese Besorgnis ist zuletzt auch durch mehrere internationale Vorfälle gestiegen.

In den Vereinigten Staaten fuhr ein Angreifer kürzlich mit einem Fahrzeug in eine Synagoge im Raum Detroit. In Europa kam es innerhalb weniger Tage zu einer Explosion an einer jüdischen Schule in Amsterdam sowie zu einem Brandanschlag auf eine Synagoge in Belgien.

Antisemitismus bleibt zentrales Sicherheitsproblem

Frankreich beherbergt die größte jüdische Gemeinschaft Europas. Gleichzeitig registrieren Sicherheitsbehörden dort seit Jahren eine hohe Zahl antisemitischer Vorfälle.

Die nationale Menschenrechtskommission CNCDH stellte fest, dass antisemitische Taten häufig nach militärischen Entwicklungen im Nahen Osten ansteigen. Nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 erreichte die Zahl antisemitischer Vorfälle im Land einen historischen Höchststand.

Im Jahr 2025 ging die Zahl solcher Delikte zwar um etwa 16 Prozent zurück, doch Sicherheitsbehörden betonen, dass die Bedrohung weiterhin real bleibt.

Die Festnahme der beiden Brüder zeigt nach Einschätzung französischer Ermittler erneut, dass antisemitische Gewaltpläne häufig frühzeitig in radikalen Netzwerken entstehen und erst durch intensive Überwachung verhindert werden können.

Autor: Bernd Geiger

Artikel veröffentlicht am: Montag, 16. März 2026

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