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Trump bleiben 28 Monate: Nahost-Weichenstellung bei Iran, Gaza und Libanon


Iran unter Druck, Hamas noch bewaffnet, Hisbollah geschwächt: Auf der MEAD-Konferenz in Washington sahen Vertreter aus 24 Staaten ein seltenes strategisches Zeitfenster. Entscheidend sei, die begonnenen Prozesse noch während Trumps Amtszeit abzusichern.

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Im Nahen Osten könnte sich in den kommenden 28 Monaten entscheiden, ob die militärischen und politischen Veränderungen seit dem 7. Oktober Bestand haben. Das war nach einem Bericht der „Jerusalem Post“ eine zentrale Einschätzung auf der jüngsten Middle East-America Dialogue Conference in Washington. Dort trafen Regierungsvertreter, ehemalige Militärs, Geheimdienstvertreter und Diplomaten aus 24 Ländern zusammen. Wegen der Chatham-House-Regeln bleiben viele Sprecher anonym.

Der Grund für den Zeitdruck ist Donald Trump. Seine Amtszeit endet im Januar 2029. Teilnehmer der Konferenz warnten, Iran könne darauf setzen, den derzeitigen amerikanischen Druck lediglich auszusitzen und auf eine künftige Regierung mit anderer Nahostpolitik zu hoffen.

Iran: Militärisch getroffen, wirtschaftlich unter Druck

Besonders optimistisch äußerten sich Teilnehmer zur Lage Irans. Nach ihren Angaben wurden wichtige Nuklearanlagen, Forschungszentren sowie Teile der Raketen- und Drohnenproduktion schwer beschädigt. Ein Teilnehmer schätzte, die iranische Produktionskapazität für Raketen und Drohnen sei auf 10 bis 20 Prozent des früheren Niveaus gefallen. Dabei handelt es sich um eine Konferenzbewertung, nicht um unabhängig bestätigte Zahlen.

Die amerikanische Blockade soll verhindern, dass Teheran diese Fähigkeiten schnell wieder aufbaut. Dass die Strategie bislang nicht alle politischen Ziele erreicht hat, zeigt jedoch die weiterhin offene militärische Auseinandersetzung. Reuters berichtet aktuell, dass Iran trotz hoher wirtschaftlicher und militärischer Kosten weiter Widerstand leistet und Fachleute die langfristige Wirkung der Angriffe auf das Nuklearprogramm unterschiedlich bewerten.

Gaza: Die entscheidende Frage bleibt Hamas

Bei Gaza ist die Lage noch eindeutiger: Der politische Rahmen existiert, seine Umsetzung steht jedoch aus.

Trumps 20-Punkte-Plan sieht vor, Hamas vollständig aus der Regierung zu entfernen, ihre Waffen dauerhaft unbrauchbar zu machen, Tunnel und Waffenproduktion zu beseitigen und die Sicherheit schrittweise einer palästinensischen Verwaltung sowie einer internationalen Stabilisierungstruppe zu übertragen. Israelische Rückzüge sollen an überprüfbare Fortschritte bei der Demilitarisierung gekoppelt werden.

Die Probleme sind erheblich. Hamas ist weiterhin bewaffnet, die internationale Truppe ist noch nicht vollständig einsatzbereit und die vorgesehene technokratische Verwaltung befindet sich nach Angaben der Konferenz weiterhin außerhalb Gazas.

haOlam hatte mehrfach über genau diesen Streit berichtet: Israel verlangt eine tatsächliche und überprüfbare Entwaffnung, bevor weitere sicherheitsrelevante Schritte erfolgen. Der Board of Peace wiederum setzt auf einen abgestuften Prozess.

Libanon: Historische Chance oder nächste Aufrüstung?

Ähnlich offen ist die Situation im Libanon. Hisbollah bleibt bewaffnet, während die libanesische Armee noch nicht überall jene Gebiete kontrollieren kann, aus denen Israel sich zurückziehen soll. Gleichzeitig sehen Teilnehmer der MEAD-Konferenz die Organisation und ihren iranischen Unterstützer heute deutlich geschwächt.

Das derzeit erprobte Modell sieht deshalb einen schrittweisen Austausch vor: libanesische Truppen übernehmen Gebiete, die Entwaffnung der Hisbollah wird überprüft, anschließend zieht Israel sich zurück.

Die drei Konfliktfelder unterscheiden sich erheblich. Gemeinsam ist ihnen jedoch ein Problem: Militärische Erfolge schaffen noch keine dauerhafte politische Ordnung.

Bei Iran geht es darum, ob Teheran seine militärischen Fähigkeiten wiederherstellen kann. In Gaza entscheidet sich, ob Hamas tatsächlich Waffen und Herrschaft verliert. Im Libanon steht die Frage, ob der Staat oder erneut die Hisbollah das Gewaltmonopol besitzt.

Die Einschätzung aus Washington lautet deshalb nicht, dass diese Probleme gelöst seien. Im Gegenteil: Das Zeitfenster könnte gerade deshalb entscheidend sein, weil noch nichts davon unumkehrbar ist.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 19. September 2026

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