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„Unsere Marine zerreißt jede türkische Armada“: Indischer Ex-General warnt Erdogan


Der neue Verteidigungspakt der Türkei, Saudi-Arabiens und Pakistans sorgt in Indien für Unruhe. Ex-General Gagan Deep Bakshi spricht von einer „sunnitischen NATO“ und macht zugleich klar: Neu-Delhi wird auch für Israel seine Beziehungen zu Iran nicht aufgeben.

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Der Ton ist ungewöhnlich scharf. Der pensionierte indische Generalmajor Gagan Deep Bakshi warnt vor der immer engeren Zusammenarbeit zwischen der Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien und richtet seine Botschaft vor allem an Ankara.

Sollte die Türkei Pakistan in einem neuen Krieg gegen Indien militärisch zu Hilfe kommen, werde die indische Marine eine türkische Flotte „zerreißen“, erklärte Bakshi in einem Gespräch mit dem indischen Sender Republic World.

Hinter seiner Warnung steht eine Entwicklung, die weit über martialische Fernsehauftritte hinausgeht. Am 7. August unterzeichneten Recep Tayyip Erdogan, der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif in Mekka ein gemeinsames Verteidigungsabkommen. Darin verpflichten sich die drei Staaten, einen bewaffneten Angriff auf einen von ihnen als Angriff auf alle drei zu betrachten. Die Regierungen betonen, dass der Pakt defensiv sei und sich gegen keinen bestimmten Staat richte.

Bakshi sieht das anders. Für ihn entsteht hier eine neue Machtachse, die er als „sunnitische NATO“ bezeichnet.

Diese Bezeichnung ist allerdings seine politische Einordnung und kein offizieller Name des Bündnisses. Gerade in Indien wird der Pakt vor allem deshalb aufmerksam verfolgt, weil mit Pakistan der wichtigste militärische Gegner Neu-Delhis beteiligt ist und Ankara seit Jahren enge sicherheitspolitische Beziehungen zu Islamabad pflegt.

Wie ernst Indien diese Verbindung nimmt, zeigte sich bereits während der schweren Auseinandersetzung mit Pakistan im Mai 2025. Indien meldete damals den Fund türkischer Drohnentechnik nach pakistanischen Angriffen. Gleichzeitig lag die türkische Korvette TCG Büyükada während der angespannten Tage in Karachi. Ankara und Islamabad bezeichneten den Aufenthalt offiziell als Freundschaftsbesuch zur Vertiefung der Zusammenarbeit ihrer Marinen.

Bakshi geht deutlich weiter. Er behauptet, die Türkei habe Pakistan während der damaligen Kämpfe mit fast 1.000 Drohnen unterstützt und sogar beim Einsatz geholfen.

Diese Zahl sollte man allerdings nicht ungeprüft übernehmen. Die indische Regierung sprach später von rund 1.000 Raketen und bewaffneten Drohnen, mit denen Pakistan Indien angegriffen habe. Sie erklärte außerdem, Trümmer türkischer Drohnen gefunden zu haben. Dass Ankara jedoch selbst fast 1.000 Drohnen geliefert habe, ist damit nicht belegt.

Auch bei einem anderen Punkt übertreibt der Ex-General. Bakshi bezeichnet die Türkei als Besitzerin der größten Armee innerhalb der NATO. Selbst das türkische Verteidigungsministerium nennt sie dagegen die zweitgrößte Armee des Bündnisses.

Seine politische Warnung verliert dadurch allerdings nicht ihre Bedeutung.

Indien denkt anders als Israel

Besonders interessant ist, dass Bakshi seine Kritik nicht auf Erdogan und Pakistan beschränkt. Auch Israel bekommt eine deutliche Botschaft.

Indien betrachte Israel als Freund, sagte der ehemalige General. Daraus folge aber nicht, dass Neu-Delhi wegen des israelisch-iranischen Konflikts seine eigenen Beziehungen zu Teheran opfern werde.

Iran hat für Indien eine völlig andere strategische Bedeutung als für Israel. Während Jerusalem das iranische Regime als zentrale Bedrohung betrachtet, sieht Bakshi Teheran als mögliches Gegengewicht zu Pakistan. Außerdem ermöglicht Iran Indien Verkehrswege in Richtung Afghanistan und Zentralasien, ohne dafür pakistanisches Gebiet nutzen zu müssen.

Seine Botschaft ist deshalb bemerkenswert klar: Indien sei weder der „51. Bundesstaat“ der USA noch ein Vasall Israels.

Das ist keine Absage an die israelisch-indische Partnerschaft. Es zeigt vielmehr ihre Grenzen. Indien arbeitet eng mit Israel bei Rüstung, Technologie und Sicherheit zusammen, verfolgt aber gleichzeitig eine eigenständige Außenpolitik und wird wichtige eigene Interessen nicht automatisch der israelischen Iran-Strategie unterordnen.

Bakshi verweist dabei auch auf Pakistans Atomwaffen. Er spricht von 180 Sprengköpfen. Die aktuelle Schätzung des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI liegt etwas niedriger und geht Anfang 2026 von rund 170 pakistanischen Atomsprengköpfen aus.

Gerade deshalb betrachtet Indien den neuen Dreierpakt mit besonderer Aufmerksamkeit: Ein NATO-Mitglied mit großer Rüstungsindustrie, die führende Macht am Golf und eine Atommacht mit jahrzehntelanger Feindschaft zu Indien versprechen sich nun gegenseitigen Beistand.

Ob daraus tatsächlich jene „sunnitische NATO“ entsteht, vor der Bakshi warnt, ist noch völlig offen. Das Abkommen enthält bislang deutlich weniger konkrete militärische Strukturen als die NATO, und alle drei Regierungen weisen die Vorstellung eines gegen bestimmte Staaten gerichteten Blocks zurück.

Doch die politische Richtung ist unübersehbar.

Erdogans Türkei bindet sich militärisch enger an Pakistan und Saudi-Arabien. Indien beobachtet diese Entwicklung zunehmend misstrauisch.

Und zumindest ein ehemaliger indischer General hat Ankara bereits wissen lassen, wie er auf eine türkische Einmischung in einen künftigen Krieg mit Pakistan reagieren würde.

Nicht diplomatisch.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 21. August 2026

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