Ahed Tamimi nennt Juden den Feind und wünscht der Welt den Atomkrieg
Die palästinensische Symbolfigur erklärte in einem arabischsprachigen Podcast, ihr Kampf richte sich gegen Juden und nicht nur gegen den Zionismus. Selbst die Vernichtung der Welt durch Atomwaffen nahm sie dabei gleichgültig in Kauf.

Ahed Tamimi wurde im Westen jahrelang als jugendliche Widerstandsikone dargestellt. Fotos von ihr erschienen auf Plakaten, Wandbildern und Titelseiten. Politiker, Aktivisten und Kulturschaffende empfingen sie wie eine Heldin. Ein arabischsprachiger Podcast aus dem August 2025 zeigt jedoch eine Frau, deren Aussagen mit dem romantischen Bild einer mutigen Friedensaktivistin kaum noch vereinbar sind.
Tamimi erklärte dort nach einer vom Middle East Media Research Institute veröffentlichten Übersetzung: „Wir kämpfen gegen die Juden, nicht gegen den Zionismus.“ Der Ausschnitt enthält den arabischen Originalton und englische Untertitel. Ihre Feindseligkeit richtet sich damit ausdrücklich nicht nur gegen eine politische Bewegung, eine israelische Regierung oder bestimmte Entscheidungen des Staates Israel. Sie richtet sich gegen Juden.
Die Aussage fiel am 8. August 2025 im arabischsprachigen „Enlightenment Podcast“. Sie ist daher keine aktuelle Äußerung vom August 2026. Sie verdient dennoch Aufmerksamkeit, weil sie eine Diskussion beendet, die nach radikalen palästinensischen Aussagen regelmäßig geführt wird. Immer wieder heißt es, es gehe ausschließlich um Zionismus, Besatzung oder Kritik an einer Regierung. Tamimi selbst verweigerte diese Unterscheidung ausdrücklich.
Nach der veröffentlichten Übersetzung erklärte sie, Judentum und Zionismus seien für sie seit ihrer Kindheit dasselbe. Es gebe zwischen beiden keinen Unterschied. Sie sagte außerdem, palästinensischen Kindern müsse das Judentum als „Besatzung“ vermittelt werden. Ein Jude, der diese Definition nicht akzeptiere, könne sich ihrem Kampf gegen den Zionismus anschließen.
Das ist keine missverständlich formulierte Kritik an Benjamin Netanjahu, der israelischen Armee oder einem einzelnen Militäreinsatz. Es ist eine pauschale Feinderklärung gegen eine Religion und gegen Menschen, die dieser Religion angehören. Judentum wird nicht als Glaube, Kultur oder jahrtausendealte Gemeinschaft betrachtet, sondern als angebliche Form der Unterdrückung. Juden sollen ihre eigene Identität nur dann der Verurteilung entziehen können, wenn sie sich politisch gegen Israel stellen.
Diese Logik ist zutiefst antisemitisch. Sie verlangt von Juden eine Art politischer Reinheitsprüfung. Wer sich nicht gegen den jüdischen Staat stellt, wird zum Feind erklärt. Wer sich der gegen Israel gerichteten Bewegung anschließt, darf möglicherweise als Ausnahme geduldet werden. Jüdische Menschen werden damit nicht als Individuen behandelt, sondern nach ihrer Bereitschaft bewertet, Israel und den Zionismus abzulehnen.
Die angebliche Widerstandsikone spricht offen von Juden
Der Satz ist auch deshalb bedeutsam, weil Tamimi international lange als Symbol eines angeblich rein politischen palästinensischen Widerstands vermarktet wurde. Bekannt wurde sie durch Aufnahmen aus ihrem Heimatort Nabi Saleh. 2017 schlug und trat sie zwei israelische Soldaten. Im März 2018 wurde sie unter anderem wegen Körperverletzung und Aufstachelung verurteilt und zu acht Monaten Haft verurteilt. Nach ihrer Freilassung wurde sie von Unterstützern erneut als Heldin empfangen.
Im November 2023 wurde Tamimi erneut festgenommen. Israel warf ihr Aufstachelung zu Gewalt und terroristischen Handlungen vor. Ihre Familie bestritt, dass ein ihr zugerechneter Instagram-Beitrag tatsächlich von ihr stammte. Zu einer Verurteilung kam es in diesem Verfahren nicht. Am 30. November 2023 wurde sie im Rahmen des Austauschs zwischen Israel und der Hamas freigelassen. Dabei kamen israelische Geiseln aus Gaza frei, während Israel palästinensische Gefangene und Inhaftierte entließ.
Diese rechtliche Genauigkeit ist wichtig. Tamimi darf nicht für eine Tat verurteilt dargestellt werden, über die kein Gericht entschieden hat. Ihre Podcast-Aussagen benötigen jedoch keine zugeschriebenen Social-Media-Beiträge und keine Vermutungen über ihre Absichten. Sie sprach selbst, in arabischer Sprache und vor laufender Kamera.
Sie erklärte nicht, dass sie gegen einzelne israelische Soldaten kämpfe. Sie erklärte nicht, dass sie gegen Siedlungen oder die israelische Regierung kämpfe. Sie sagte, der Kampf richte sich gegen Juden. Damit fällt die Schutzbehauptung zusammen, radikaler Antizionismus habe mit Judenfeindschaft grundsätzlich nichts zu tun.
Natürlich ist nicht jede Kritik am Zionismus antisemitisch. Auch unter Juden gibt es unterschiedliche religiöse und politische Haltungen zum Zionismus. Wer jedoch Judentum und Zionismus gleichsetzt, das Judentum als Besatzung bezeichnet und anschließend Juden zum eigentlichen Gegner erklärt, formuliert keine differenzierte politische Theorie. Er verbreitet kollektiven Hass.
Tamimis Aussagen zeigen zudem, wie dieser Hass an die nächste Generation weitergegeben werden soll. Sie sprach ausdrücklich davon, welche Vorstellung palästinensischen Kindern vermittelt werden müsse. Kinder sollen Judentum nicht als Religion kennenlernen, sondern als Synonym für Besatzung. Damit wird ihnen nicht nur Feindschaft gegen einen Staat beigebracht. Ihnen wird beigebracht, Juden als Verkörperung eines Verbrechens zu betrachten.
Wer so erzieht, schafft keinen Boden für Frieden. Er schafft eine Generation, für die ein jüdischer Nachbar, ein jüdisches Kind oder ein israelischer Zivilist nicht mehr als Mensch mit eigenen Rechten erscheint, sondern als Teil eines angeblich einheitlichen Feindes.
Selbst ein Atomkrieg erscheint ihr akzeptabel
Noch erschreckender sind Tamimis Aussagen über einen möglichen Weltkrieg. Nach den veröffentlichten Übersetzungen erklärte sie, sie habe einen Punkt erreicht, an dem sie sich einen Dritten Weltkrieg wünsche. Es sei ihr gleichgültig, wer sterbe und wer überlebe. Selbst der Einsatz von Atombomben und die Zerstörung der Welt erschienen ihr hinnehmbar, solange nicht nur Palästinenser leiden.
Wer den Tod von Millionen oder sogar Milliarden Menschen als akzeptablen Preis betrachtet, vertritt keine Befreiungsideologie. Das ist nihilistische Vernichtungsrhetorik. Es geht nicht mehr darum, ein bestimmtes politisches Ziel mit verhältnismäßigen Mitteln zu erreichen. Die Zerstörung selbst wird zum Trost, solange auch andere untergehen.
Tamimi behauptete zugleich, Palästinenser stünden moralisch über der gesamten Welt. Wenn ein Palästinenser spreche, solle die Welt schweigen. Internationale Hilfe sei keine freiwillige Unterstützung, für die Dank gebühre, sondern eine Verpflichtung des Westens. Diese Verbindung aus moralischer Überhöhung, völliger Anspruchshaltung und Vernichtungsfantasie lässt keinen Raum für Selbstkritik oder Verantwortung.
Die Welt soll nach dieser Vorstellung schweigen, zahlen und jede palästinensische Aussage als moralisch überlegen akzeptieren. Gleichzeitig sollen Juden als Gegner gelten, das Judentum soll Kindern als Besatzung erklärt werden, und selbst ein Atomkrieg wird nicht ausgeschlossen. Wer auf solche Aussagen mit Schweigen reagiert, schützt keine unterdrückte Stimme. Er verharmlost offenen Judenhass.
Tamimi spricht nicht für jeden Palästinenser. Es wäre falsch und unredlich, ihre Aussagen einer gesamten Bevölkerung zuzuschreiben. Es wäre jedoch ebenso falsch, ihre Bedeutung herunterzuspielen. Sie ist keine unbekannte Kommentatorin ohne öffentliche Wirkung. Sie wurde über Jahre zur internationalen Symbolfigur aufgebaut und von Teilen der westlichen Öffentlichkeit als Gesicht des palästinensischen Widerstands gefeiert.
Genau deshalb muss gefragt werden, welche Ideologie hinter dem sorgfältig gepflegten Bild verborgen wurde. Wenn eine der bekanntesten palästinensischen Aktivistinnen offen erklärt, dass Juden der Gegner seien, kann man diese Aussage nicht weiter als bloße Kritik an israelischer Politik umdeuten.
Frieden setzt nicht voraus, dass Palästinenser jede israelische Entscheidung akzeptieren. Frieden verlangt auch nicht, dass politische Konflikte verschwinden. Er setzt aber voraus, dass Juden nicht als kollektiver Feind betrachtet werden und dass die Existenz eines jüdischen Staates nicht als religiöses Verbrechen behandelt wird.
Israel kann mit politischen Gegnern verhandeln. Es kann über Grenzen, Sicherheitsvorkehrungen und Verwaltung sprechen. Es kann schwierige Kompromisse eingehen. Mit einer Ideologie, die Juden selbst zum Gegner erklärt und die Zerstörung der Welt gleichgültig hinnimmt, lässt sich jedoch kein belastbarer Frieden aufbauen.
Ahed Tamimi hat ihre Worte selbst gewählt. Die arabische Aufnahme liegt vor. Das Datum ist bekannt, der Zusammenhang wurde veröffentlicht. Diese Aussagen dürfen nicht durch romantische Erzählungen über Widerstand, Jugend oder Aktivismus entschuldigt werden.
Wer gegen Juden kämpft, kämpft nicht für Frieden. Wer Kindern beibringen will, Judentum bedeute Besatzung, erzieht zum Hass. Und wer sich einen atomaren Weltkrieg wünscht, darf nicht länger als humanistische Symbolfigur behandelt werden.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 4. August 2026