Israel greift Gremium zur Wahl von Chameneis Nachfolger in Qom an
Ein israelischer Luftschlag trifft ein Gebäude in Qom, in dem das entscheidende Gremium zur Bestimmung des neuen iranischen Obersten Führers zusammengekommen war. Der Angriff richtet sich gegen das Machtzentrum des Regimes.

Nach Angaben einer israelischen Sicherheitsquelle hat die Luftwaffe ein Gebäude in der iranischen Stadt Qom angegriffen, in dem sich führende Geistliche versammelt hatten. Dort sollte die sogenannte Expertenversammlung über die Nachfolge des getöteten Obersten Führers Ali Chamenei abstimmen.
Bei dem Gremium handelt es sich um die 88 Mitglieder umfassende Expertenversammlung, die nach der iranischen Verfassung für die Ernennung und theoretisch auch für die Absetzung des Obersten Führers zuständig ist. Unklar ist nach bisherigen Informationen, wie viele Mitglieder sich zum Zeitpunkt des Angriffs tatsächlich im Gebäude aufhielten.
Der Schlag zielt damit nicht auf militärische Infrastruktur im klassischen Sinn, sondern auf das institutionelle Herz des Systems. Qom gilt als religiöses Machtzentrum der Islamischen Republik. Hier werden zentrale politische und theologische Entscheidungen vorbereitet, hier konzentriert sich der Einfluss der schiitischen Geistlichkeit.
Aus israelischer Sicht ist die Nachfolgefrage kein rein inneriranischer Vorgang. Wer an die Spitze des Systems tritt, bestimmt maßgeblich über die künftige strategische Ausrichtung des Landes, insbesondere in Bezug auf das Atomprogramm, die Unterstützung regionaler Stellvertreterorganisationen und die Konfrontation mit Israel.
Die gezielte Attacke während eines laufenden Entscheidungsprozesses signalisiert, dass Jerusalem nicht nur militärische Fähigkeiten Irans schwächen will, sondern auch die politische Kontinuität des Regimes unter Druck setzt. Der Zeitpunkt ist strategisch brisant: Ein Machtvakuum in Teheran erhöht interne Spannungen und erschwert eine geschlossene Reaktion nach außen.
Ob es bei dem Angriff Opfer unter den Geistlichen gab, wurde bislang nicht offiziell bestätigt. Ebenso wenig ist klar, ob die Abstimmung zur Nachfolge verschoben oder an einem anderen Ort fortgesetzt wurde.
Die Expertenversammlung tagt in der Regel nicht öffentlich. Ihre Beratungen sind abgeschirmt, ihre internen Machtkämpfe selten transparent. Dass ein solcher Treffpunkt nun Ziel eines Luftschlags wurde, markiert eine neue Stufe in der Auseinandersetzung.
Die Botschaft ist deutlich: Israel betrachtet die politische Führungsstruktur des Regimes als Teil der strategischen Bedrohung. Der Konflikt hat damit endgültig die Schwelle überschritten, an der nicht nur Waffenarsenale, sondern auch Entscheidungszentren ins Visier geraten.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 3. März 2026