UN-Generalsekretär gratuliert dem iranischen Regime und verhöhnt damit dessen Opfer
Laut iranischen Staatsmedien hat Antonio Guterres Teheran zum Jahrestag der Islamischen Revolution beglückwünscht. Für Kritiker ist das ein moralischer Skandal, während im Iran Menschen hingerichtet und Demonstranten erschossen werden.

Während im Iran weiterhin Oppositionelle verschwinden, Demonstranten erschossen und Regimekritiker hingerichtet werden, soll der höchste Diplomat der Vereinten Nationen dem Mullah-Regime offiziell gratuliert haben. Nach Angaben der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur IRNA hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres anlässlich des 47. Jahrestages der Islamischen Revolution ein Schreiben an Präsident Masoud Peschkian gesendet, in dem er der Führung in Teheran seine Glückwünsche übermittelt.
Sollte der Bericht zutreffen, wäre dies nicht nur ein diplomatischer Fehltritt, sondern eine moralische Bankrotterklärung der Vereinten Nationen. Ein Regime, das in den vergangenen Wochen tausende Demonstranten brutal niederschlagen ließ, das politische Gefangene foltert und das Judenhass und Terror weltweit finanziert, wird ausgerechnet vom Hüter der internationalen Ordnung geehrt.
Laut IRNA habe Guterres in seinem angeblichen Schreiben den Jahrestag als Gelegenheit bezeichnet, über den Weg, die Rolle und die Beiträge Irans zur internationalen Gemeinschaft nachzudenken. Zudem habe er zur globalen Zusammenarbeit aufgerufen, um Frieden, Sicherheit und Menschenrechte zu fördern.
Diese Formulierungen wirken wie Hohn. Denn genau diese Werte werden im Iran täglich mit Füßen getreten. Von Frieden kann keine Rede sein, wenn Teheran Milizen im Libanon, im Jemen und im Irak bewaffnet. Von Sicherheit kann man nicht sprechen, wenn iranische Raketenprogramme die gesamte Region bedrohen. Und der Begriff Menschenrechte klingt grotesk, wenn zur gleichen Zeit Gefangene erhängt und Familien von Protestierenden eingeschüchtert werden.
Die Menschenrechtsorganisation UN Watch reagierte empört auf die Meldung und forderte sofortige Aufklärung. In einem offenen Brief verlangte sie von Guterres, den vollständigen Wortlaut des angeblichen Schreibens zu veröffentlichen. Die Welt habe ein Recht auf Transparenz in dieser Angelegenheit, erklärte die Organisation.
Sollten die Berichte authentisch sein, müsse der Generalsekretär erklären, wie Glückwünsche an ein Regime, das für andauernde Massaker verantwortlich ist, mit den Zielen von Frieden und Gerechtigkeit vereinbar sein sollen. Diese Frage ist mehr als berechtigt. Denn das iranische Regime gehört zu den brutalsten Diktaturen unserer Zeit.
Erst vor wenigen Wochen erschütterten Berichte die internationale Öffentlichkeit, wonach Sicherheitskräfte verletzte Demonstranten sogar in Krankenhäusern aufgespürt und dort hingerichtet haben sollen. Zehntausende wurden festgenommen, viele sind bis heute verschwunden. Familien trauern um Angehörige, deren Leichen nie freigegeben wurden. In dieser Realität Gratulationen auszusprechen, ist ein Schlag ins Gesicht aller Opfer.
Die Kritik richtet sich nicht nur gegen das angebliche Schreiben des UN-Chefs. UN Watch prangerte zudem an, dass der iranische Außenminister Abbas Araghchi in zwei Wochen vor dem UN-Menschenrechtsrat sprechen soll. Araghchi gilt als zentraler Vertreter eines Systems, das Verbrechen gegen die eigene Bevölkerung systematisch organisiert.
Die Organisation forderte, die Einladung an Araghchi sofort zurückzuziehen. Sollte er dennoch nach Genf reisen, müsse die Schweiz ihn wegen seiner Mitverantwortung für Verbrechen gegen die Menschlichkeit festnehmen. Die Vereinten Nationen dürften nicht zur Bühne für Täter werden, die ihr eigenes Volk unterdrücken und die internationale Stabilität bedrohen.
Der gesamte Vorgang wirft ein grelles Licht auf das wachsende Glaubwürdigkeitsproblem der Vereinten Nationen. Immer häufiger entsteht der Eindruck, dass autoritäre Regime im UN-System mehr Rückhalt genießen als deren Opfer. Während demokratische Staaten ständig kritisiert werden, erhalten Diktaturen freundliche Worte und diplomatische Höflichkeiten.
Gerade Israel kennt diese doppelte Moral nur zu gut. Die UN verurteilen Jerusalem reflexartig, während das iranische Regime, das offen zur Vernichtung Israels aufruft, mit Respekt behandelt wird. Wenn nun auch noch der Generalsekretär selbst angeblich Gratulationsschreiben verschickt, ist das ein weiterer Tiefpunkt.
Ob Guterres die Vorwürfe bestätigen oder dementieren wird, bleibt abzuwarten. Bislang hat das UN-Sekretariat nicht reagiert. Doch selbst das Schweigen ist aussagekräftig. In einer Zeit, in der Millionen Iranerinnen und Iraner unter Angst und Repression leben, hätte die Weltorganisation klar Stellung beziehen müssen. Stattdessen wirkt sie wie ein diplomatischer Komplize.
Die Islamische Revolution war kein Fest der Freiheit, sondern der Beginn einer jahrzehntelangen Unterdrückung. Sie brachte keine Menschenrechte, sondern Gottesstaat und Terror. Wer dieses Ereignis heute feiert oder auch nur höflich würdigt, macht sich zum Teil des Problems.
Die Vereinten Nationen wurden gegründet, um Völker zu schützen, nicht um Diktatoren zu hofieren. Wenn Antonio Guterres tatsächlich Glückwünsche nach Teheran geschickt hat, hat er dieses Grundprinzip verraten. Dann schuldet er nicht nur eine Erklärung, sondern eine Entschuldigung an die Menschen im Iran, die Tag für Tag für ihre Freiheit kämpfen.
Autor: Redaktion
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Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 12. Februar 2026