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Nach Messerattacken in New York: Hunderte demonstrieren gegen Mamdani und das Klima des Judenhasses


Nach zwei Messerattacken auf der Upper West Side protestieren Hunderte in New York gegen Bürgermeister Zohran Mamdani. Sie werfen ihm vor, ein Klima zu befördern, in dem Judenhass und Gewalt wachsen.

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Nach zwei brutalen Messerangriffen auf der Upper West Side wächst in New York der Druck auf Bürgermeister Zohran Mamdani. Hunderte Demonstranten versammelten sich am Sonntag bei einer Kundgebung der Bewegung #EndJewHatred, um gegen den wachsenden Judenhass in der Stadt zu protestieren und die politische Führung scharf anzugreifen. Der Vorwurf der Teilnehmer: In New York werde antisemitische Hetze zu oft verharmlost, während Verantwortliche in Politik und Öffentlichkeit ein Klima entstehen ließen, in dem sich Gewalt gegen Juden immer leichter Bahn brechen könne.

Auslöser der Kundgebung waren zwei Messerattacken, die sich am Donnerstag auf der Upper West Side ereignet hatten. Nach Angaben der Polizei soll der 51-jährige Raul Morales zwei Menschen an verschiedenen Orten angegriffen haben. Zu den Opfern gehörten der 50-jährige Jude Moshe Yezhak Grunhaus, der in der Nähe seiner Synagoge attackiert wurde, sowie der 57-jährige Asiate Chok Sung. Laut Berichten soll der Tatverdächtige während der Angriffe „Allahu Akbar“ gerufen haben. Später wurde er festgenommen und unter anderem wegen versuchten Mordes sowie wegen Hassverbrechen angeklagt.

Bei der Kundgebung machten viele Teilnehmer deutlich, dass sie die Tat nicht als isolierten Einzelfall sehen. Vielmehr stehe sie nach ihrer Auffassung in einem größeren Zusammenhang: Antisemitische Hetze, antiisraelische Agitation und politische Rhetorik, die jüdische Bürger faktisch unter Generalverdacht stelle, hätten in New York längst ein gefährliches Ausmaß erreicht. Mehrere Redner warfen Mamdani vor, zu dieser Entwicklung beigetragen zu haben.

Besonders im Fokus stand dabei die jüngste Debatte um einen möglichen Besuch von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in New York zur UN-Generalversammlung im September. Mamdani hatte erklärt, seine Stadt habe Möglichkeiten geprüft, Netanjahu aufgrund des Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs festnehmen zu lassen. Auch wenn später festgestellt wurde, dass eine solche Festnahme rechtlich nicht möglich sei, gilt allein der Vorstoß vielen Demonstranten als Ausdruck einer politischen Haltung, die Israel dämonisiert und jüdische New Yorker gefährdet.

Auf der Kundgebung waren Sprechchöre wie „Remove Mamdani“ und „Arrest Mamdani“ zu hören. Schilder warfen dem Bürgermeister vor, Hass zu schüren und Minderheiten nicht zu schützen. Die Organisatoren der Bewegung #EndJewHatred erklärten, Mamdani müsse sich der Frage stellen, welche Folgen politische Kampagnen hätten, wenn sie ständig Israel und jüdische Anliegen ins Visier nähmen, während antisemitische Gewalt gleichzeitig zunimmt.

Michelle Ahdoot, Direktorin von #EndJewHatred, sagte, man sei dort, weil Mamdani „Blut an den Händen“ habe. Diese Formulierung ist bewusst zugespitzt und Ausdruck des Protests, nicht das Ergebnis eines juristischen Befunds. Sie verdeutlicht jedoch, wie groß der Zorn in Teilen der jüdischen Gemeinschaft inzwischen ist. Viele Teilnehmer sehen die Stadtregierung nicht mehr als Schutzmacht, sondern als Teil des Problems.

Der Abgeordnete Michael Novakhov kündigte bei der Kundgebung an, das US-Justizministerium solle eine zivilrechtliche Untersuchung gegen New York City, den Bundesstaat New York und Mamdani einleiten. Jüdische Bürger dürften nicht in Angst leben oder ihre Identität verbergen müssen. Auch Rabbi Avi Weiss erhob schwere Vorwürfe. Ein Bürgermeister habe die Aufgabe, Gemeinschaften zusammenzuführen, sagte er. Mamdani tue nach seiner Auffassung jedoch das Gegenteil und gieße Öl ins Feuer.

Der Vorwurf vieler Redner lautet nicht, Mamdani habe die Messerattacken direkt verursacht. So einfach ist die Lage nicht, und eine solche Behauptung wäre rechtlich und sachlich problematisch. Sehr wohl argumentieren die Demonstranten aber, dass ein politisches Klima, in dem Israel permanent als verbrecherischer Staat dargestellt werde, zwangsläufig auch Folgen für das Leben jüdischer Menschen in westlichen Metropolen habe. Wer ständig von „Genozid“, „Kriegsverbrechern“ und angeblich absoluter jüdischer Schuld spreche, dürfe sich nicht wundern, wenn daraus Hass auf der Straße werde.

Genau hier liegt der Kern der Auseinandersetzung. Mamdani weist Antisemitismus-Vorwürfe zurück und erklärte am Sonntag, in New York gebe es keine Toleranz für Judenhass. Kritik an einem Staat oder an dessen Politik dürfe niemals mit Hass auf ein Volk oder eine Religion verwechselt werden. Das ist in der Theorie richtig. In der Praxis verschwimmt diese Grenze jedoch immer häufiger. Wenn israelische Politiker dämonisiert, jüdische Organisationen attackiert und proisraelische Positionen pauschal als unmoralisch dargestellt werden, wird aus politischer Kritik leicht ein gesellschaftliches Feindbild.

Gerade in New York mit seiner großen jüdischen Bevölkerung ist das besonders brisant. Die Stadt ist nicht irgendein politisches Symbol, sondern Heimat von Hunderttausenden Juden. Wenn dort ein Jude auf dem Weg zur Synagoge niedergestochen wird und nur Tage später Hunderte Menschen gegen das Versagen der politischen Führung auf die Straße gehen, dann ist das ein Alarmsignal weit über die Stadtgrenzen hinaus.

Zusätzliche Brisanz erhielt die Kundgebung durch eine kleine Gegendemonstration anti-zionistischer orthodoxer Juden, darunter Vertreter aus dem Umfeld von Neturei Karta. Sie verteidigten Mamdani und erklärten, Kritik richte sich nicht gegen Juden, sondern gegen Zionisten. Diese Haltung wird von vielen anderen Juden entschieden zurückgewiesen, weil sie in ihren Augen jenen Kräften argumentative Munition liefert, die unter dem Deckmantel des „Anti-Zionismus“ den Hass auf Juden normalisieren.

Die Szenen auf der Upper West Side zeigen vor allem eines: New York ringt nicht nur mit gewöhnlicher Kriminalität, sondern mit einer politischen und gesellschaftlichen Zuspitzung, in der Judenhass erneut sichtbar auf die Straße drängt. Wer jetzt weiter so tut, als habe das mit antiisraelischer Agitation nichts zu tun, verweigert sich der Realität.

Die Kundgebung war deshalb mehr als eine Reaktion auf zwei Messerangriffe. Sie war ein Aufschrei gegen die Normalisierung antisemitischer Feindbilder. Und sie war eine Warnung an die politische Klasse: Wer jüdischen New Yorkern Sicherheit verspricht, muss nicht nur Gewalt verurteilen, wenn sie bereits geschehen ist. Er muss auch jene Rhetorik bekämpfen, die den Boden dafür bereitet.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 28. Juli 2026

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