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Rubio verschärft Trumps Drohung: Iran soll für jeden Angriff vielfach zahlen


Teheran droht mit „Auge um Auge“, doch Washington kündigt eine weit härtere Antwort an. Mit jeder weiteren Angriffsnacht sollen die Kosten für das iranische Regime steigen.

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US-Außenminister Marco Rubio hat die amerikanische Vergeltungsstrategie gegen Iran mit ungewöhnlich scharfen Worten beschrieben. Sollte das Regime seine Angriffe auf amerikanische Soldaten, Stützpunkte und den Schiffsverkehr im Nahen Osten fortsetzen, werde Präsident Donald Trump nicht mit „Auge um Auge“, sondern mit „einem Kopf für ein Auge“ antworten.

Rubio äußerte sich am Donnerstag am Rande des Regionalforums des südostasiatischen Staatenbundes ASEAN in Manila. Seine Formulierung war eine bewusste Antwort auf den iranischen Außenminister Abbas Araghchi, der zuvor erklärt hatte, Irans Verteidigungsgrundsatz laute „Auge um Auge“.

Die amerikanische Aussage darf nicht wörtlich als Ankündigung gezielter Tötungen verstanden werden. Rubio kündigte keine Enthauptungen und auch keine bestimmte militärische Operation an. Seine Worte beschreiben vielmehr das Prinzip einer deutlich überlegenen Vergeltung: Iran soll für jeden weiteren Angriff einen erheblich höheren militärischen und wirtschaftlichen Preis zahlen, als das Regime selbst verursacht.

Das ist die neue Botschaft aus Washington. Die Vereinigten Staaten wollen sich nicht länger auf einen begrenzten Austausch einzelner Schläge einlassen, bei dem Teheran amerikanische Ziele angreift und anschließend mit einer Antwort ähnlichen Umfangs rechnen muss. Trump will die Rechnung bewusst ungleich machen.

Rubio erklärte, der Preis für die iranische Führung werde Nacht für Nacht steigen, bis sie „zur Vernunft“ komme. Nach seiner Darstellung bittet Teheran direkt und indirekt um neue Gespräche, sei aber bislang nicht bereit, verbindliche Abmachungen einzuhalten. Das Regime rede über eine Einigung, breche Vereinbarungen jedoch oder versuche nachträglich, ihre Bedingungen zu verändern.

Teheran droht, Washington antwortet

Der Wortwechsel begann mit einer neuen Drohung Trumps. Der amerikanische Präsident kündigte an, für jeden iranischen Angriff auf ein Schiff in der Straße von Hormus eine iranische Brücke oder ein Kraftwerk zerstören zu lassen. Dabei bezog er ausdrücklich auch Infrastruktur in der Nähe der Hauptstadt Teheran ein.

Araghchi reagierte mit der Erklärung, jede Beschädigung iranischer Infrastruktur werde eine „mächtige und entschlossene Antwort“ auslösen. Irans militärische Führung ging noch weiter. Sie drohte, bei amerikanischen Angriffen auf Energieanlagen den gesamten Ölverkehr im Persischen Golf zu bedrohen und Öl-, Gas-, Strom- und Wirtschaftsinfrastruktur in der Region anzugreifen.

Damit bestätigt das Regime selbst, dass es nicht nur amerikanische Militärstandorte ins Visier nimmt. Es droht offen mit der wirtschaftlichen Versorgung der gesamten Region. Kraftwerke, Häfen, Ölanlagen und Handelswege werden zu möglichen Zielen, obwohl Millionen Menschen in den Golfstaaten von dieser Infrastruktur abhängig sind.

Für Israel ist diese Entwicklung von unmittelbarer Bedeutung. Iran versucht seit Beginn der neuen Kämpfe, den Preis für Washington über amerikanische Verbündete und Stützpunkte in der Region zu erhöhen. Jordanien, Kuwait und Bahrain wurden wiederholt mit Raketen oder Drohnen angegriffen. Gleichzeitig hält sich Teheran bei direkten Angriffen auf Israel bislang zurück, weil es eine umfassende israelische Antwort fürchtet.

Das iranische Vorgehen beruht auf einer kalkulierten Annahme: Das Regime glaubt, die Vereinigten Staaten durch begrenzte Angriffe zermürben zu können, ohne eine Reaktion auszulösen, die seine wichtigsten militärischen Fähigkeiten bedroht. Rubios Satz soll genau diese Rechnung zerstören.

Washington macht deutlich, dass sich die Antwort nicht mehr an der Zahl der abgefeuerten Raketen oder beschädigten Fahrzeuge orientieren muss. Entscheidend ist die Fähigkeit Irans, weitere Angriffe auszuführen. Deshalb greifen die USA nicht nur Startstellungen an, sondern Führungszentren, Kommunikationsnetze, Flugabwehr, Küstenüberwachung, Waffenlager und maritime Anlagen.

In der Nacht zum Donnerstag beendete das US-Zentralkommando die zwölfte aufeinanderfolgende Angriffsnacht gegen Iran. Nach offiziellen Angaben wurden maritime Fähigkeiten, Lager für Raketen und Drohnen, Anlagen der Küstenüberwachung und Teile der iranischen Flugabwehr getroffen. Mehr als 50.000 amerikanische Soldaten befinden sich derzeit im Nahen Osten.

CENTCOM erklärte außerdem, amerikanische Kräfte hätten im Juli Dutzende iranische Militärstandorte angegriffen. Seit der erneuten Aufnahme der Seeblockade seien neun Handelsschiffe umgeleitet und ein weiteres Schiff gestoppt worden, um den Verkehr zu iranischen Häfen zu unterbinden. Die Vereinigten Staaten verbinden ihre Luftangriffe damit immer enger mit wirtschaftlichem und maritimem Druck.

Bereits in der elften Angriffsnacht waren iranische Operationszentren, Flugzeughallen, Drohnenlager und militärische Logistikeinrichtungen getroffen worden. CENTCOM wirft Iran vor, innerhalb von drei Monaten mehr als 30 Handelsschiffe in der Straße von Hormus angegriffen und dadurch Hunderte Seeleute gefährdet zu haben.

Diplomatie bleibt offen, aber nicht folgenlos

Rubios harte Wortwahl bedeutet nicht, dass Washington Verhandlungen grundsätzlich ausgeschlossen hat. Die Vereinigten Staaten erklären weiterhin, zu einer diplomatischen Einigung bereit zu sein. Doch die Bedingungen haben sich verändert.

Das im Juni vereinbarte amerikanisch-iranische Memorandum ist nach erneuten iranischen Angriffen zusammengebrochen. Teheran hatte zeitweise versucht, über Vermittler eine neue Feuerpause zu erreichen. Gleichzeitig setzte das Regime seine Angriffe auf Schiffe, amerikanische Einrichtungen und Nachbarstaaten fort.

Aus amerikanischer Sicht kann es deshalb keine Rückkehr zu Gesprächen geben, während Iran militärischen Druck als Verhandlungsinstrument verwendet. Rubio erklärte, das Regime sei möglicherweise noch nicht bereit für eine Einigung, werde es aber werden, weil die Kosten immer weiter stiegen.

Diese Strategie birgt Risiken. Eine bewusst überlegene Vergeltung kann Iran zu noch größeren Angriffen verleiten. Jede zerstörte Brücke und jedes getroffene Kraftwerk erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Regime zivile oder wirtschaftliche Ziele in den Golfstaaten angreift. Auch Israel muss damit rechnen, dass Teheran irgendwann versucht, die bisherige Zurückhaltung aufzugeben.

Doch das Gegenmodell ist ebenfalls gescheitert. Begrenzte Antworten und immer neue diplomatische Angebote haben Iran nicht davon abgehalten, die Straße von Hormus als Waffe gegen den Welthandel einzusetzen. Das Regime hat amerikanische Soldaten angegriffen, Handelsschiffe bedroht und seinen Nachbarn mit der Zerstörung lebenswichtiger Infrastruktur gedroht.

Teheran spricht von Verteidigung, während es versucht, anderen Staaten vorzuschreiben, welche Schiffe ihre Gewässer passieren dürfen und welche Beziehungen sie zu den Vereinigten Staaten unterhalten. Das ist keine Verteidigung iranischer Souveränität. Es ist militärische Erpressung.

Rubios drastischer Satz ist deshalb vor allem eine Abschreckungsbotschaft. Iran soll verstehen, dass es den Umfang der amerikanischen Antwort nicht mehr selbst bestimmen kann. Ein kleiner Angriff garantiert keine kleine Reaktion. Ein Schuss auf ein Schiff kann den Verlust einer wichtigen militärischen Anlage nach sich ziehen. Ein Angriff auf amerikanische Soldaten kann eine ganze Angriffskette auslösen.

Trump setzt damit auf eine Sprache, die das iranische Regime versteht: nicht Gleichgewicht, sondern Überlegenheit.

Ob diese Drohung Teheran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch zwingt oder den Krieg weiter ausweitet, ist offen. Sicher ist nur, dass Washington die bisherige Logik nicht länger akzeptiert. Iran soll nicht mehr entscheiden können, wann es angreift, wie weit es geht und wann es anschließend wieder Diplomatie verlangt.

Das Regime hat „Auge um Auge“ angekündigt.

Die Vereinigten Staaten antworten, dass sie diese Rechnung nicht akzeptieren werden.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 23. Juli 2026

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