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USA verweigern Iran-Funktionären Visa: WM wird zum Sicherheitstest


Irans Spieler dürfen zur WM in die USA reisen, doch mehrere Funktionäre bleiben offenbar draußen. Washington will keine Personen mit möglichen IRGC-Verbindungen unter dem Schutz des Sports einreisen lassen.

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Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird für Iran schon vor dem ersten Anpfiff zum politischen Konflikt. Die Spieler und der sportliche Stab der iranischen Nationalmannschaft haben nach iranischen Angaben Visa für die Vereinigten Staaten erhalten. Doch mehrere Funktionäre und Begleiter der Delegation sollen keine Einreisegenehmigung bekommen haben. Teheran spricht von politischer Einmischung in den Sport. Washington sieht den Fall anders: Sportler ja, Funktionäre mit fragwürdigen Verbindungen nein.

Nach iranischen Staatsmedien sollen unter anderem Generalsekretär Hedayat Mombeini und Verbandsvize Mehdi Mohammad Nabi zu jenen 14 Personen gehören, die keine US-Visa erhielten. Unklar blieb zunächst, ob Verbandspräsident Mehdi Taj einreisen darf. Iran wirft den USA vor, damit FIFA-Regeln und Gastgeberpflichten zu verletzen. In der staatlichen Darstellung erscheint der Vorgang als amerikanische „Rache“ wegen des Krieges und der Spannungen mit Teheran.

Doch diese Lesart greift zu kurz. Die USA haben den Spielern die Einreise ermöglicht. Sie verweigern nach Darstellung von Außenminister Marco Rubio nicht dem Team die Teilnahme, sondern prüfen offenbar, wer sich unter dem Dach der Delegation zusätzlich in die USA bewegen soll. Rubio sagte bereits, Washington habe kein Problem mit Athleten oder unmittelbar unterstützendem Personal. Man werde aber nicht zulassen, dass Personen in die Delegation aufgenommen würden, die nichts mit Sport zu tun hätten und Verbindungen zu den Revolutionsgarden oder ähnlichen Strukturen aufwiesen.

Genau hier liegt der Kern des Falls. Iran versucht, den Vorgang als Angriff auf den Sport darzustellen. Die USA behandeln ihn als Sicherheitsfrage. Bei einem normalen Staat wäre eine WM-Delegation vor allem eine sportliche Angelegenheit. Bei Iran ist das komplizierter. Das Regime trennt Sport, Propaganda, Sicherheitsapparat und Außenpolitik nicht sauber. Funktionäre, Verbände und staatliche Institutionen sind in autoritären Systemen oft Teil eines politischen Apparats. Deshalb ist es nicht abwegig, wenn Washington genauer hinsieht, wer über die Spieler hinaus einreisen will.

Für die FIFA ist der Fall unangenehm. Ein Gastgeber muss Turnierteilnehmern die Teilnahme ermöglichen. Zugleich kann kein Staat gezwungen werden, Personen einreisen zu lassen, die aus Sicherheitsgründen problematisch erscheinen. Gerade nach den militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und Iran sowie angesichts der Rolle der Revolutionsgarden wäre eine pauschale Öffnung politisch kaum vermittelbar.

Iran hatte nach Kriegsbeginn zeitweise sogar einen Rückzug vom Turnier erwogen. Das Vorbereitungslager wurde offenbar von den USA nach Mexiko verlegt. Dort dürfte die Mannschaft auch zwischen den Spielen bleiben. Sportlich ist Iran in einer Gruppe mit Neuseeland, Belgien und Ägypten vorgesehen. Die ersten beiden Partien sollen in Inglewood in Kalifornien stattfinden, das dritte Spiel in Seattle. Unter bestimmten Umständen könnte Iran später sogar auf die USA treffen. Genau dieses Szenario macht den Fall zusätzlich brisant.

Man muss die iranischen Spieler dabei nicht zu Geiseln der eigenen Führung machen. Viele Sportler stehen unter erheblichem Druck ihres Verbandes und des Regimes. Sie sollen Fußball spielen, während Teheran jede internationale Bühne politisch nutzt. Die USA haben deshalb gut daran getan, zwischen Mannschaft und Funktionärsapparat zu unterscheiden. Wer tatsächlich zum sportlichen Betrieb gehört, soll reisen können. Wer nur unter dem Etikett „Delegation“ mitgeschleust werden soll und womöglich Nähe zu den Revolutionsgarden hat, muss draußen bleiben.

Irans Empörung wirkt deshalb kalkuliert. Teheran spricht von Sport, meint aber Zugang. Es spricht von Fairness, verschweigt aber die eigene Vermischung von Staat, Propaganda und Sicherheitsapparat. Genau diese Vermischung ist der Grund, warum Washington misstrauisch ist.

Die WM sollte ein Sportereignis sein. Doch bei Iran zeigt sich erneut, dass Sport nie ganz unpolitisch bleibt, wenn ein Regime ihn als Bühne nutzt. Die USA lassen die Mannschaft spielen. Aber sie wollen nicht zulassen, dass sich problematische Funktionäre hinter Trikots und FIFA-Protokollen verstecken. Das ist keine Verzerrung des Sports. Es ist eine notwendige Sicherheitsgrenze.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 7. Juni 2026

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