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Trump greift durch: Milliarden aus Katar bringen Amerikas Universitäten unter Verdacht


Über eine Milliarde Dollar aus Katar flossen allein im vergangenen Jahr an amerikanische Hochschulen. Washington reagiert nun mit einer Untersuchung, die weit mehr offenlegt als nur finanzielle Abhängigkeiten.

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In den Vereinigten Staaten hat ein politischer Konflikt begonnen, der das Fundament der akademischen Welt erschüttert. Die Regierung von Präsident Donald Trump geht davon aus, dass ausländische Staaten gezielt versuchen, über finanzielle Zuwendungen Einfluss auf amerikanische Universitäten zu nehmen. Im Zentrum dieser Befürchtungen steht Katar, ein Staat, der seit Jahren als einer der größten Geldgeber im internationalen Hochschulsystem gilt und zugleich enge Verbindungen zu islamistischen Kräften in der Region unterhält.

Die Zahlen, die Washington jetzt veröffentlicht hat, sind alarmierend. Allein im Jahr 2025 überwies Katar mehr als 1,1 Milliarden Dollar an amerikanische Hochschulen. Damit war das Emirat mit großem Abstand der wichtigste ausländische Geldgeber. Dahinter folgten Großbritannien mit rund 633 Millionen Dollar und China mit etwa 528 Millionen Dollar. Diese Summen zeigen, wie tief ausländisches Kapital inzwischen in das amerikanische Bildungssystem eingedrungen ist.

Besonders bemerkenswert ist, welche Universitäten davon profitierten. Zu den größten Empfängern gehören einige der prestigeträchtigsten Einrichtungen der Welt. Die Carnegie Mellon University erhielt fast eine Milliarde Dollar. Auch das Massachusetts Institute of Technology, eines der wichtigsten Forschungszentren der Welt, erhielt nahezu eine Milliarde. Stanford bekam rund 775 Millionen Dollar, Harvard etwa 324 Millionen Dollar. Diese Universitäten prägen die wissenschaftliche, technologische und politische Zukunft der Vereinigten Staaten.

Für die Regierung in Washington ist genau das der Kern des Problems.

Das amerikanische Bildungsministerium hat deshalb ein neues System eingeführt, das Universitäten verpflichtet, alle ausländischen Zuwendungen über 250.000 Dollar offen zu melden. Diese Regel existierte zwar bereits früher, doch sie wurde kaum kontrolliert. Präsident Trump ordnete im April 2025 an, die Vorschriften konsequent durchzusetzen. Im Dezember wurde zusätzlich ein digitales Meldesystem eingerichtet, um jeden Geldfluss zu dokumentieren.

Nun wurde auch das Außenministerium eingeschaltet. Seine Aufgabe besteht darin, mit nachrichtendienstlicher Expertise zu prüfen, ob diese Gelder politischen Einfluss ermöglichen. Die zuständige Staatssekretärin erklärte, man wolle sicherstellen, dass ausländische Akteure nicht die ideologische Ausrichtung amerikanischer Hochschulen beeinflussen oder nationale Interessen untergraben.

Diese Untersuchung erfolgt nicht im luftleeren Raum. Sie steht in direktem Zusammenhang mit den massiven Protesten gegen Israel, die in den vergangenen Jahren viele amerikanische Universitäten erschüttert haben. Auf Campus wie Columbia oder Harvard wurden proisraelische Studenten bedroht, Veranstaltungen gestört und israelische Symbole angegriffen. Für viele jüdische Studenten entstand eine Atmosphäre der Angst.

Die Regierung sieht einen Zusammenhang zwischen diesen Entwicklungen und ausländischen Geldgebern.

Besonders brisant ist der Fall der Georgetown University. Über zwei Jahrzehnte hinweg erhielt sie rund eine Milliarde Dollar aus Katar. Diese Mittel finanzierten Forschung, Lehrstühle und Programme sowohl in den USA als auch in Doha. Kritiker warnen, dass solche langfristigen Investitionen Einfluss auf Lehrinhalte und politische Positionen ermöglichen.

Die Regierung vermeidet bisher direkte Vorwürfe, doch die Botschaft ist klar. Es geht um nationale Sicherheit.

Präsident Trump hat bereits angedeutet, dass Universitäten ihre staatliche Finanzierung verlieren könnten, wenn sie ihre Verpflichtungen nicht erfüllen. Dabei geht es nicht nur um Transparenz, sondern auch um die politische Verantwortung der Hochschulen. In Washington wächst die Überzeugung, dass einige Universitäten ihre Rolle als neutrale Bildungsinstitutionen verloren haben und stattdessen zu politischen Akteuren geworden sind.

Für Israel ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung. Die Vereinigten Staaten sind nicht nur ein Verbündeter, sondern auch ein zentraler Ort, an dem die öffentliche Meinung über Israel geprägt wird. Wenn diese Meinung durch ausländische Interessen beeinflusst wird, hat das direkte Auswirkungen auf Israels internationale Stellung und Sicherheit.

Die Entscheidung der amerikanischen Regierung markiert deshalb einen Wendepunkt. Zum ersten Mal seit Jahren wird das Netzwerk aus Geld, Einfluss und Ideologie offen hinterfragt.

Die Universitäten stehen nun vor einer grundlegenden Entscheidung. Sie müssen zeigen, ob sie unabhängige Institutionen bleiben oder Teil eines globalen Machtspiels geworden sind.

Der Ausgang dieses Konflikts wird nicht nur über die Zukunft der amerikanischen Hochschulen entscheiden, sondern auch darüber, wer die politische und moralische Richtung des Westens bestimmt.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: By عباد ديرانية - Own work, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=147749568

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 24. Februar 2026

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