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Times Square zeigt Abbas und klagt „Pay for Slay“ an


Mitten in New York wird die Palästinensische Autonomiebehörde frontal konfrontiert: Ein riesiges Billboard prangert die fortgesetzten Zahlungen an Terroristenfamilien an. Der Zeitpunkt ist politisch brisant kurz nach Veröffentlichung eines neuen Verfassungsentwurfs.

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Mit einer deutlichen Botschaft ist am Freitag am Times Square in New York ein großflächiges Billboard enthüllt worden, das die sogenannte „Pay for Slay“-Politik der Palästinensischen Autonomiebehörde in den Mittelpunkt stellt. Zu sehen ist ein Bild von Mahmoud Abbas, Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde und Vorsitzender der PLO. Die zentrale Botschaft lautet: „Palestinian Authority still pays for killing Jews END PAY FOR SLAY.“

Die Kampagne entstand in Zusammenarbeit mit dem israelischen Außenministerium und greift ein Thema auf, das seit Jahren international kontrovers diskutiert wird: finanzielle Zuwendungen der Autonomiebehörde an Familien von verurteilten Terroristen oder inhaftierten Attentätern. Kritiker bezeichnen dieses System als direkte materielle Belohnung für Gewalt gegen Israelis.

Politischer Kontext: Verfassungsentwurf und alte Streitpunkte

Die Aktion fällt zeitlich zusammen mit der Veröffentlichung eines neuen Verfassungsentwurfs für einen künftigen palästinensischen Staat. In diesem Entwurf wird unter anderem festgehalten, dass der Staat „Schutz und Fürsorge“ für Familien von „Märtyrern, Verwundeten und Gefangenen“ gewährleisten soll. Zudem ist von umfassender Unterstützung zur Wahrung ihrer „nationalen Würde“ die Rede.

Aus israelischer Perspektive wirkt dies wie eine institutionelle Festschreibung jener Praxis, die international als „Pay for Slay“ bekannt wurde. Bereits im Februar 2025 hatte Abbas per Dekret erklärt, entsprechende Zahlungen zu beenden. Kritiker bezweifeln jedoch, dass diese Ankündigung in der Praxis vollständig umgesetzt wurde.

Darüber hinaus enthält der Entwurf keine ausdrückliche Erwähnung jüdischer historischer oder religiöser Verbindungen zu Jerusalem und definiert Palästina als „Teil der arabischen Heimat“. Diese Passagen werden in Israel als politisches Signal gewertet, das Versöhnung nicht näherbringt.

Times Square als Bühne des Nahostkonflikts

Der Times Square ist seit Jahren Schauplatz symbolträchtiger Kampagnen rund um den Nahostkonflikt. Im Dezember wurde dort ein Weihnachtsmotiv mit der Aufschrift „Jesus is Palestinian“ gezeigt, finanziert von einer arabisch-amerikanischen Organisation. Auch Kampagnen zur Freilassung israelischer Geiseln oder zur Kritik an der Hamas fanden auf den digitalen Großflächen statt.

Die neue Botschaft gegen die Autonomiebehörde verschiebt den Fokus nun von der Hamas auf die Führung in Ramallah. Während internationale Aufmerksamkeit häufig auf Gaza und militärische Entwicklungen gerichtet ist, richtet das Billboard den Blick auf finanzielle und politische Strukturen im Westjordanland.

Ob solche Kampagnen politische Wirkung entfalten oder lediglich die Polarisierung verstärken, bleibt offen. Fest steht: Mitten im Herzen Manhattans wird ein innerpalästinensisches Finanzsystem zu einem global sichtbaren Streitpunkt. Die Auseinandersetzung um Verantwortung, Anreize und Terrorfinanzierung ist damit nicht nur ein regionales, sondern ein internationales Thema.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot/X/@IsraelMFA

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 14. Februar 2026

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