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Antisemitische Hetze gegen Israeli endet in Schlägerei am Flughafen Manila


Ein Israeli soll am Flughafen von Manila als „Babymörder“ beschimpft und mit einem Hitler Satz provoziert worden sein. Der Streit endete am Boden, nur Tage nach einem ähnlichen Angriff auf einen israelischen Reservisten auf den Philippinen.

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Schon wieder werden Israelis auf den Philippinen nicht wegen ihres persönlichen Verhaltens, sondern wegen ihrer Herkunft mit den Verbrechen anderer gleichgesetzt. Am Flughafen von Manila ist es am Samstag zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen einem Israeli und einem Amerikaner gekommen, nachdem der Amerikaner den Israeli nach dessen Darstellung zunächst als „Babymörder“ beschimpft und anschließend eine offen antisemitische Bemerkung über Adolf Hitler gemacht hatte.

Videoaufnahmen des Vorfalls wurden vom israelischen Autor und Aktivisten Hen Mazzig auf X veröffentlicht. Darauf sind die beiden Männer während einer körperlichen Auseinandersetzung am Boden zu sehen. Erst ein Passant und Mitarbeiter des Flughafens schaffen es, die Männer voneinander zu trennen.

Nach Angaben des Israelis war dem Kampf eine Reihe von Beleidigungen vorausgegangen. Der Amerikaner habe ihn als „baby killer“ bezeichnet und anschließend sinngemäß erklärt, es sei bedauerlich, dass Hitler seine Arbeit nicht beendet habe.

Spätestens an diesem Punkt lässt sich der Vorgang nicht mehr als gewöhnlicher Streit über den Krieg in Gaza beschreiben.

Kritik an Israel kann hart, unfair oder polemisch sein und bleibt dennoch politische Kritik. Der Wunsch, Hitler hätte die Vernichtung der Juden vollendet, ist dagegen keine Kritik an einer israelischen Regierung und keine Stellungnahme zum Gazastreifen. Es ist Antisemitismus in seiner brutalsten historischen Form.

Der Israeli erklärte, genau diese Äußerungen hätten seine Reaktion ausgelöst.

Nach der Auseinandersetzung ist auf dem Video wiederum zu hören, wie der Amerikaner dem Israeli vorwirft, ihn angegriffen zu haben. Er erklärt sinngemäß, der Israeli habe gerade seinen Standpunkt bestätigt und werde dafür ins Gefängnis kommen. Anschließend beschimpft er ihn erneut.

Wer den ersten körperlichen Angriff ausführte und wie die philippinischen Behörden den Vorfall rechtlich bewerten, geht aus dem bislang veröffentlichten Bericht nicht eindeutig hervor. Deshalb wäre es falsch, aus den Videoausschnitten bereits eine strafrechtliche Schuldzuweisung abzuleiten.

Unklar ist auch, ob einer der Männer festgenommen oder später von der Polizei befragt wurde.

Der antisemitische Inhalt der geschilderten Provokation steht davon getrennt.

Der zweite schwere Vorfall innerhalb weniger Tage

Besonders beunruhigend wird der Zwischenfall durch einen nahezu parallelen Fall, der sich erst wenige Tage zuvor auf der philippinischen Insel Siargao ereignet hatte.

Dort wurde Anfang August ein israelischer Reservist nach Angaben des israelischen Ministeriums für Diasporaangelegenheiten von einem spanischen Touristen angefeindet. Auch in diesem Fall fiel ausgerechnet der Begriff „Babymörder“.

Der Spanier soll den Israeli zunächst des „Völkermordes“ beschuldigt und ihn anschließend als „baby killer“ bezeichnet haben. Später soll er dem israelischen Reservisten sogar mit dem Tod gedroht haben.

Nach den damals veröffentlichten Angaben versuchte der Israeli zunächst, die Situation zu beruhigen und den Spanier aufzufordern, Abstand zu halten. Anschließend soll der spanische Tourist den körperlichen Angriff begonnen haben.

Damit gibt es innerhalb weniger Tage zwei Vorfälle auf den Philippinen, bei denen israelische Reisende mit nahezu identischer Sprache konfrontiert wurden.

Das ist bemerkenswert.

„Babymörder“ ist längst nicht mehr lediglich eine aggressive politische Beschimpfung gegen Soldaten oder Regierungsvertreter. Der Ausdruck wird zunehmend wahllos gegen Israelis verwendet, unabhängig davon, wer sie sind, was sie getan haben oder welche politische Position sie vertreten.

Im ersten Fall traf die Beschimpfung einen Reservisten in einem Café auf Siargao.

Nun soll sie an einem Flughafen gegen einen israelischen Reisenden gefallen sein.

Diese Entwicklung macht aus politischer Feindseligkeit eine Form kollektiver Schuldzuweisung.

Israelis werden persönlich für einen Krieg verantwortlich gemacht

Genau darin liegt das größere Problem.

Ein israelischer Passagier in Manila führt keine militärische Operation in Gaza. Ein Tourist auf Siargao bestimmt keine Entscheidungen des israelischen Sicherheitskabinetts. Dennoch werden einzelne Israelis zunehmend so behandelt, als müssten sie sich persönlich für jeden militärischen Vorgang ihres Landes verantworten.

Diese Logik wäre bei kaum einer anderen Nationalität gesellschaftlich akzeptabel.

Niemand würde selbstverständlich jeden Amerikaner im Ausland für jede Entscheidung Washingtons verantwortlich machen dürfen. Kein russischer Tourist wäre allein wegen seiner Nationalität persönlich für jeden russischen Angriff verantwortlich. Und niemand dürfte einen Iraner beschimpfen oder bedrohen, weil das Regime in Teheran Terrororganisationen unterstützt.

Bei Israelis verschwimmt diese Grenze jedoch immer häufiger.

Noch deutlicher wird es, wenn aus der Anklage gegen Israel plötzlich der Holocaust wird.

Wer sagt, Hitler hätte seine Arbeit beenden sollen, spricht nicht über Benjamin Netanjahu, Gaza oder die israelische Armee. Er spricht darüber, dass Juden hätten vernichtet werden sollen.

Das ist der Punkt, an dem die häufig vorgetragene Unterscheidung zwischen Antizionismus und Antisemitismus ihre Glaubwürdigkeit verliert.

Der Vorfall in Manila zeigt zugleich, warum körperliche Reaktionen dennoch problematisch bleiben. Selbst eine widerwärtige antisemitische Provokation rechtfertigt nicht automatisch jeden anschließenden Angriff. Wer zuschlägt, kann sich strafrechtlich selbst in Schwierigkeiten bringen und seinem Provokateur genau jene Bilder liefern, mit denen dieser anschließend behaupten kann, Opfer geworden zu sein.

Genau das scheint auf dem Video unmittelbar nach der Auseinandersetzung zu geschehen. Der Amerikaner erklärt dem Israeli, dieser habe nun seinen Standpunkt bestätigt.

Die Strategie ist durchschaubar: provozieren, eine Reaktion hervorrufen und anschließend ausschließlich diese Reaktion präsentieren.

Deshalb sind Zeugen, vollständige Videoaufnahmen und eine saubere Untersuchung entscheidend.

Für die Bewertung der antisemitischen Aussagen braucht es allerdings keine komplizierte Interpretation.

„Hitler hätte es beenden sollen“ ist keine Nahostdebatte.

Es ist der Wunsch nach einer vollendeten Vernichtung der Juden.

Dass ein solcher Satz 2026 offenbar auf einem internationalen Flughafen gegenüber einem Israeli fallen kann, sollte mehr Aufmerksamkeit erhalten als die anschließende Rangelei allein.

Denn der Streit von Manila ist nicht nur eine weitere hässliche Szene zwischen zwei Reisenden.

Er reiht sich in eine Entwicklung ein, bei der Israelis im Ausland zunehmend persönlich zu Vertretern eines ganzen Staates erklärt, öffentlich beschimpft und in einzelnen Fällen bedroht oder angegriffen werden.

Und nach dem Fall des spanischen Touristen auf Siargao ist es auf den Philippinen bereits der zweite Vorfall innerhalb weniger Tage, bei dem derselbe Vorwurf fällt: „Babymörder“.

Spätestens wenn darauf noch Hitler folgt, braucht niemand mehr darüber zu diskutieren, ob es lediglich um politische Kritik an Israel geht.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 9. August 2026

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