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UN Bericht stellt Israel und Hamas auf eine Stufe und löst Empörung in Jerusalem aus


Ein neuer Bericht der Vereinten Nationen wirft Israel schwerste Vorwürfe vor und spricht von möglichen Verbrechen. In Israel wächst die Wut über eine Organisation, die erneut Terror und Selbstverteidigung gleichsetzt.

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Der jüngste Bericht der Vereinten Nationen trifft Israel in einer Phase, in der das Land noch immer mit den Folgen des brutalsten Angriffs seiner Geschichte ringt. In dem Dokument werden sowohl die israelischen Streitkräfte als auch die Hamas und andere Terrorgruppen beschuldigt, schwere Verstöße gegen das Völkerrecht begangen zu haben. In Jerusalem wird dieser Vergleich nicht als nüchterne Analyse wahrgenommen, sondern als moralischer Angriff auf das Existenzrecht des jüdischen Staates.

Der Bericht untersucht die militärischen Ereignisse in Gaza über einen Zeitraum von fast einem Jahr. Dabei behaupten die Autoren, israelische Operationen hätten Bedingungen geschaffen, die das Leben der palästinensischen Bevölkerung massiv beeinträchtigt hätten. Besonders brisant ist die Formulierung, es gebe Hinweise auf eine mögliche dauerhafte Veränderung der Bevölkerungsstruktur. Gleichzeitig stellt der Bericht fest, dass die Hamas Geiseln misshandelt und festgehalten hat, was ebenfalls als Kriegsverbrechen gewertet werden könne.

Doch genau hier beginnt das grundlegende Problem. Die Gleichsetzung eines demokratischen Staates, der nach einem beispiellosen Terrorangriff seine Bevölkerung schützt, mit einer Terrororganisation, deren erklärtes Ziel die Vernichtung Israels ist, stellt für viele Israelis eine Verzerrung der Realität dar. Die Hamas hatte am 7. Oktober einen Krieg begonnen, indem sie Zivilisten massakrierte, Familien in ihren Häusern verbrannte und Menschen verschleppte. Seit diesem Tag befindet sich Israel in einem Verteidigungskrieg, dessen Ziel nicht Expansion, sondern Sicherheit ist.

In Israel wird deshalb betont, dass jede militärische Operation unter komplexen Bedingungen stattfindet, in denen sich Terroristen bewusst hinter Zivilisten verstecken. Die Tunnel der Hamas verlaufen unter Wohnhäusern, Schulen und Krankenhäusern. Raketen werden aus dicht besiedelten Gebieten abgefeuert. Diese Strategie ist kein Zufall, sondern Teil eines Systems, das ziviles Leid bewusst einkalkuliert, um politischen Druck auf Israel zu erzeugen.

Die israelische Vertretung bei den Vereinten Nationen reagierte entsprechend deutlich. Der Bericht sei Teil einer Kampagne, die darauf abziele, Israel international zu delegitimieren. In Jerusalem sieht man darin kein isoliertes Dokument, sondern ein weiteres Beispiel für ein Muster, das sich seit Jahren wiederholt. Immer wieder werde Israel scharf kritisiert, während die strukturelle Gewalt der Hamas und ihre Verantwortung für den Krieg relativiert oder in den Hintergrund gedrängt werde.

Für Israel ist diese Debatte nicht abstrakt. Sie berührt die grundlegende Frage, ob ein Staat das Recht hat, seine Bürger zu schützen, wenn er angegriffen wird. Die israelische Gesellschaft hat erlebt, was geschieht, wenn Terrororganisationen ungehindert operieren können. Die Erinnerung an die Massaker ist nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart.

Der Bericht zeigt gleichzeitig die wachsende internationale Isolation, mit der Israel konfrontiert ist. Während das Land versucht, eine Terrororganisation zu entwaffnen, sieht es sich zunehmend mit politischem Druck und moralischen Vorwürfen konfrontiert. Für viele Israelis entsteht dadurch der Eindruck, dass die internationale Gemeinschaft zwar Gewalt verurteilt, aber nicht immer zwischen Angreifer und Verteidiger unterscheidet.

Diese Wahrnehmung verstärkt ein Gefühl der Einsamkeit. Israel sieht sich nicht nur einem militärischen Gegner gegenüber, sondern auch einem politischen Kampf um Legitimität. Jeder Bericht, jede Resolution und jede internationale Stellungnahme wird Teil dieses größeren Konflikts.

Am Ende bleibt eine unbequeme Realität. Die Hamas kämpft nicht für Grenzen oder Kompromisse, sondern für die Zerstörung Israels. Solange diese Bedrohung existiert, wird Israel handeln. Nicht aus Wahl, sondern aus Notwendigkeit. Und genau diese Notwendigkeit wird in vielen internationalen Berichten nicht ausreichend verstanden.

Der aktuelle Bericht wird deshalb nicht als Schlusswort gesehen, sondern als weiteres Kapitel in einem langen Streit um Wahrheit, Verantwortung und das Recht eines Landes, zu überleben.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Karikatur ki generiert

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 19. Februar 2026

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