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Mamdani öffnet Antisemiten die Hintertür über den Hass auf Israel


New Yorks Bürgermeister verweigert Israel den jüdischen Charakter, kassierte die IHRA-Definition und greift die Militärhilfe für Israel an. Jetzt fordert eine jüdische Bürgerrechtsorganisation Ermittlungen: In der Stadt werden Juden zur Hauptzielscheibe des Hasses.

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Erst kassierte er Anordnungen seines Vorgängers Eric Adams zur Israel- und Antisemitismuspolitik, darunter die Übernahme der IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus. Dann blieb er der Israel-Parade fern. Dann verschärfte er den Ton gegen proisraelische Stimmen. Nun erklärt er im ABC-Interview, er könne Israel als jüdischen Staat nicht unterstützen, weil er keinen Staat unterstütze, der einer Religion Vorrang vor einer anderen gebe.

Das ist keine harmlose Gleichheitsformel. Das ist die klassische Flucht aus der Verantwortung: Man spricht von Bürgerrechten und meint ausgerechnet den einzigen jüdischen Staat der Welt. Israel soll sich für seinen jüdischen Charakter rechtfertigen, während Mamdani die Realität in seiner eigenen Stadt nicht in den Griff bekommt.

Die Zahlen sind brutal. Laut NYPD machten antisemitische Vorfälle im Jahr 2025 rund 57 Prozent aller Hassverbrechen in New York aus, obwohl Juden nur etwa ein Zehntel der Stadtbevölkerung stellen. Die „Times of Israel“ berichtete von 330 antisemitischen Fällen im Jahr 2025. Das bedeutet: mehr als sechs registrierte Angriffe pro Woche gegen Juden – in der Stadt, die eine der größten jüdischen Gemeinden der Welt beherbergt.

Und genau in dieser Lage erklärt der Bürgermeister den jüdischen Charakter Israels zum Problem.

Die jüdische Bürgerrechtsorganisation National Jewish Advocacy Center fordert nun das US-Justizministerium auf, formelle Ermittlungen gegen Mamdani und seine Verwaltung einzuleiten. Der Vorwurf ist schwer: Die Stadt habe jüdische Einwohner nicht ausreichend vor antisemitischem Hass geschützt. NJAC spricht nicht nur von Einzelfällen, sondern von einer politischen Linie, die Hass gegen Juden unter dem Deckmantel vermeintlicher Israelkritik zu viel Raum gebe.

Der Fall Poetica Coffee zeigt, wie schnell diese Sprache auf der Straße ankommt. Ein Brooklyner Café verweigerte dem proisraelischen jüdischen Kongressabgeordneten Dan Goldman nach Berichten die weitere Bedienung und bezeichnete ihn öffentlich als „genocide enabler“. Das US-Justizministerium leitete eine Bürgerrechtsprüfung ein. Wer glaubt, das sei nur ein kleiner Café-Skandal, versteht die Lage nicht. Wenn ein jüdischer Abgeordneter wegen seiner Israel-Haltung aus einem Lokal gedrängt wird, dann ist die Schwelle längst verschoben.

Besonders gefährlich ist die Lücke, die Mamdanis Politik offenlässt: der Ersatz des Wortes „Jude“ durch „Zionist“. NJAC verweist auf die Frage, ob „Tötet die Zionisten“ an einem koscheren Restaurant anders bewertet würde als „Tötet die Juden“. Genau hier entscheidet sich, ob eine Stadt verstanden hat, wie moderner Judenhass funktioniert. Antisemiten sind nicht dumm. Sie wissen, welche Wörter sie benutzen müssen, um aus Hass eine angebliche politische Haltung zu machen.

Mamdani hat diese Gefahr nicht entschärft. Er hat sie vergrößert. Wer die IHRA-Definition zurücknimmt, Israel als jüdischen Staat nicht unterstützt und gleichzeitig behauptet, Antisemitismus bekämpfen zu wollen, liefert jüdischen Bürgern schöne Worte und nimmt ihnen politische Schutzlinien.

Natürlich darf man israelische Politik kritisieren. Natürlich darf man über Militärhilfe streiten. Aber Mamdani macht etwas anderes. Er beschreibt amerikanische Unterstützung für Israel als Geld, das genutzt werde, um internationales Recht zu brechen und Tausende Zivilisten zu töten. Von Hamas, Geiseln, Raketen, Hisbollah, Iran und dem 7. Oktober bleibt in dieser Erzählung kaum etwas übrig. Israel erscheint nur noch als Täter. Genau so entsteht ein Klima, in dem Juden in New York plötzlich erklären sollen, ob sie „die Richtigen“ sind.

Das ist der alte Loyalitätstest in neuer Verpackung. Wer Israel verteidigt, wird verdächtig. Wer Zionist ist, wird markiert. Wer jüdisch und proisraelisch ist, wird zum Ziel politischer Verachtung. Und wenn daraus Übergriffe werden, nennt der Bürgermeister Antisemitismus „inakzeptabel“. Zu spät. Die Worte sind längst unterwegs.

Mamdani muss Israel nicht lieben. Er muss keine israelische Regierung verteidigen. Aber als Bürgermeister von New York hat er die Pflicht, jüdische Bürger vor genau jenem Hass zu schützen, der heute unter Israel-Parolen auftritt. Wer diese Verkleidung nicht erkennt oder nicht erkennen will, versagt politisch.

New Yorks Juden protestieren jetzt. Gut. Aber die Warnzeichen waren lange sichtbar. Wer bei „Globalize the Intifada“, bei AIPAC-Dämonisierung, beim Parade-Boykott, bei der Rücknahme der IHRA-Definition und bei der ständigen Täterrolle Israels nicht hinhören wollte, darf sich nicht wundern, wenn aus Rhetorik irgendwann Alltag wird.

Zohran Mamdani ist nicht das Opfer eines Missverständnisses. Er ist Bürgermeister einer Stadt, in der Juden überproportional Ziel von Hassverbrechen sind – und gleichzeitig der Politiker, der Israel immer wieder dort angreift, wo jüdische Identität, Sicherheit und Selbstbestimmung zusammenlaufen.

Das ist der Skandal. Nicht, dass Mamdani Israel kritisiert. Sondern dass er den politischen Raum schafft, in dem aus „Israelhass“ sehr schnell Judenhass wird – und dann so tut, als habe das eine mit dem anderen nichts zu tun.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: The White House

Artikel veröffentlicht am: Montag, 29. Juni 2026

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