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Raketen auf Safed und Rosh Pina: Israels Norden lebt weiter im Ausnahmezustand


Hisbollah feuert erneut Raketen und Drohnen aus dem Libanon. Für die Menschen im Norden Israels ist die sogenannte Feuerpause längst keine Ruhe, sondern ein täglicher Kampf um Sicherheit.

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Im Norden Israels heulten am Samstag erneut die Sirenen. In Safed, Rosh Pina, Nahariya, im westlichen Galiläa, in der Gegend von Kiryat Shmona und in mehreren Gemeinden nahe der libanesischen Grenze wurden Warnungen ausgelöst. Nach Angaben der IDF wurden aus dem Libanon zwei Raketen in Richtung Safed abgefeuert. Eine wurde abgefangen, die zweite schlug in offenem Gelände ein. Verletzte oder größere Schäden wurden zunächst nicht gemeldet.

Der Angriff kam nicht überraschend. Kurz zuvor hatte die IDF erklärt, sie bereite sich auf die Möglichkeit verstärkten Beschusses aus dem Libanon gegen den Norden Israels vor. Die Warnung war keine abstrakte Lageeinschätzung. Sie bestätigte, was die Bewohner der Grenzorte seit Wochen erleben: Die Feuerpause existiert auf dem Papier, aber nicht im Alltag der Menschen, die bei jedem Alarm in Schutzräume rennen müssen.

Bereits in der Nacht waren nach israelischen Berichten rund 10 bis 15 Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden, die meisten davon wurden abgefangen. In Kiryat Shmona gab es einen direkten Treffer, der Sachschäden verursachte, aber nach ersten Angaben keine Verletzten. Auch im Laufe des Tages wurden verdächtige Flugziele und Drohnen gemeldet. Eine verdächtige Luftbedrohung stürzte in einem militärischen Bereich ab, ohne Opfer zu verursachen. Weitere Warnungen betrafen unter anderem Shomera, Even Menachem, Zarit, Ayelet HaShahar, Sde Eliezer, Yiftah und Ramot Naftali.

Parallel dazu reagierte Israel militärisch. Die IDF meldete Artilleriefeuer gegen Ziele im Süden Libanons und veröffentlichte eine Evakuierungswarnung für die Dörfer Mifadoun, Zawdeen und Shuqin. Schon in den Tagen zuvor hatte Israel seine Operationen gegen Hisbollah im Süden Libanons ausgeweitet. Reuters berichtete, dass Israel am 26. Mai mehr als 120 Ziele im Libanon angegriffen habe, während Ministerpräsident Benjamin Netanyahu erklärte, die IDF vertiefe ihre Operationen, um die Bedrohung für Nordisrael zurückzudrängen.

Die Lage zeigt, wie gefährlich der Zustand im Norden bleibt. Hisbollah nutzt Raketen, Drohnen und schwer abwehrbare Luftziele, um Israel unter Druck zu halten. Die Organisation versucht, die israelischen Grenzgemeinden in einem Zustand permanenter Unsicherheit zu halten. Genau das ist Teil ihrer Strategie: nicht nur militärische Schäden, sondern Erschöpfung, Angst und politische Zermürbung.

Besonders deutlich wurde diese Realität in den Worten von David Azoulay, dem Bürgermeister von Metula. Er sprach nach den nächtlichen Angriffen von einer weiteren Nacht der Verwahrlosung und einer unerträglichen Realität für die Bewohner der Konfrontationslinie. Seine Botschaft an die Regierung war klar: Erklärungen reichen nicht mehr. Die Menschen im Norden wollen Sicherheit, nicht Durchhalteparolen.

Für Israel ist das eine strategische Herausforderung. Einerseits muss die IDF Hisbollah weiter schwächen, Abschussstellungen zerstören und die Organisation von der Grenze wegdrängen. Andererseits stehen israelische Entscheidungen unter internationalem Druck, besonders wegen der parallelen Verhandlungen der USA mit Iran. Gerade deshalb versucht Hisbollah, die Lage auszunutzen. Jeder Tag, an dem der Norden beschossen wird, testet Israels Abschreckung.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 30. Mai 2026

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