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Trump stellt Irak Ultimatum und droht mit Sanktionen wegen iranischem Einfluss


Washington zieht eine rote Linie und verlangt eine Regierung ohne Teherans Schatten. Im Zentrum steht ein Mann, der für viele zum Symbol der iranischen Kontrolle geworden ist.

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Die jüngste Entscheidung aus Washington ist eine direkte Kampfansage an den iranischen Einfluss im Irak. Präsident Donald Trump hat der politischen Führung in Bagdad eine klare Frist gesetzt. Bis Freitag muss eine Regierung gebildet werden, die frei vom Einfluss Teherans ist. Andernfalls drohen harte Sanktionen gegen Politiker und Institutionen des Landes. Im Mittelpunkt dieses Konflikts steht der frühere Premierminister Nuri al Maliki, dessen Rückkehr an die Macht von den Vereinigten Staaten entschieden abgelehnt wird.

Diese Entwicklung ist mehr als eine diplomatische Meinungsverschiedenheit. Sie ist Ausdruck eines größeren strategischen Konflikts um die Zukunft des Irak. Seit Jahren versucht der Iran, seinen Einfluss in Bagdad auszubauen. Politische Parteien, Milizen und Netzwerke wurden aufgebaut, um die Kontrolle zu sichern. Für die Vereinigten Staaten ist dies nicht nur eine regionale Frage, sondern Teil eines globalen Machtkampfes.

Donald Trump machte seine Haltung bereits Ende Januar öffentlich, als er erklärte, dass er die Rückkehr al Malikis nicht akzeptieren werde. Nun ist aus dieser Haltung eine konkrete Drohung geworden. Amerikanische Vertreter übermittelten der irakischen Führung eine klare Botschaft. Sollte die Kandidatur fortgesetzt werden, werden wirtschaftliche Strafmaßnahmen folgen. Diese könnten das ohnehin fragile Land schwer treffen.

Der amerikanische Sondergesandte Tom Barrack führte Gespräche mit dem amtierenden Premierminister Mohammed Shia al Sudani und betonte die Notwendigkeit einer stabilen und souveränen Führung. Hinter diesen diplomatischen Worten steht eine klare Forderung. Der Irak soll sich entscheiden, ob er ein unabhängiger Staat sein will oder ein politischer Vorposten des iranischen Regimes.

Doch in Bagdad ist die Lage kompliziert. Die schiitische Parteienallianz, die al Maliki unterstützt, hält bislang an seiner Kandidatur fest. Innerhalb des Bündnisses gibt es jedoch Zweifel. Einige Politiker erkennen, dass eine Konfrontation mit den Vereinigten Staaten schwerwiegende Folgen haben könnte. Der Irak ist wirtschaftlich geschwächt und auf internationale Unterstützung angewiesen.

Al Maliki selbst zeigt keine Bereitschaft, sich zurückzuziehen. Er erklärt, dass seine Kandidatur ein politisches Recht sei und nicht von ausländischem Druck bestimmt werden dürfe. Diese Haltung bringt ihn direkt in Konflikt mit Washington.

Für Israel ist diese Entwicklung von strategischer Bedeutung. Der Iran nutzt den Irak seit Jahren als Brücke, um Waffen und Einfluss in die Region zu bringen. Diese Verbindungen stärken Kräfte, die Israel bedrohen. Eine irakische Regierung, die unabhängig von Teheran handelt, würde diese Struktur schwächen.

Gleichzeitig zeigt das amerikanische Ultimatum, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, ihren Einfluss aktiv einzusetzen. Washington versucht nicht mehr nur, den Iran militärisch einzudämmen, sondern auch politisch zurückzudrängen.

Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Sollte der Irak die Forderungen ablehnen, drohen Sanktionen, die das Land weiter destabilisieren könnten. Sollte Bagdad nachgeben, wäre dies ein schwerer Rückschlag für den Iran.

Der Konflikt um eine einzelne politische Personalie ist damit zu einem Symbol für einen viel größeren Kampf geworden. Es geht um die Frage, ob der Irak seine Zukunft selbst bestimmt oder ob sie weiterhin von Teheran beeinflusst wird.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: By Gage Skidmore, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17763607

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 26. Februar 2026

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