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Wie ein mutmaßlicher Hamas-Finanzier fast in Jerusalem investieren durfte


Ein Mann, der in den USA wegen mutmaßlicher Terrorhilfe verklagt wird, stand kurz davor, im Herzen Jerusalems ein Luxushotel zu errichten. Ein erschreckendes Beispiel staatlicher Blindheit und bürokratischer Gleichgültigkeit.

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Es klingt wie ein schlechter Witz, ist aber bittere Realität: Ein palästinensischer Millionär mit engen Verbindungen zur Hamas hätte fast in Jerusalem ein prestigeträchtiges Bauprojekt erhalten. Nur durch Zufall und massiven öffentlichen Druck wurde in letzter Minute verhindert, dass Bashar al-Masri, gegen den in den Vereinigten Staaten schwere Vorwürfe der Terrorunterstützung erhoben werden, in unmittelbarer Nähe zur Altstadt ein Hotel errichten darf. Der Fall zeigt schonungslos, wie gefährlich die Lücken im israelischen Verwaltungssystem sind.

Am Montag wurde im Innen- und Umweltausschuss der Knesset deutlich, wie knapp die Stadt Jerusalem einer skandalösen Entscheidung entgangen ist. Die Bezirksplanungskommission wollte über ein großes Bauvorhaben entscheiden, das ursprünglich von der Griechisch-Orthodoxen Kirche eingereicht worden war. Erst wenige Tage vor der Sitzung wurde bekannt, dass das Grundstück an eine italienische Firma verkauft worden war, hinter der in Wahrheit Bashar al-Masri steht. Die Tagesordnung wurde in letzter Minute geändert, die Entscheidung vertagt.

Was zunächst wie ein technisches Detail wirkt, offenbart ein erschütterndes strukturelles Problem. Die Rechtsberaterin der Planungskommission, Tzvia Zicherman, erklärte offen, dass ihre Behörde keinerlei Möglichkeit habe, die Identität und den Hintergrund von Antragstellern zu überprüfen. Die Kommission sei schlicht nicht dafür zuständig, Sicherheitsüberprüfungen vorzunehmen. Genau diese bürokratische Lücke hätte beinahe dazu geführt, dass ein mutmaßlicher Hamas-Förderer mitten in Israels Hauptstadt ein Vorzeigeprojekt realisiert.

Der Fall wäre möglicherweise nie aufgeflogen, hätten nicht Angehörige von Geiseln und Opfern des Hamas-Massakers vom 7. Oktober Alarm geschlagen. Sie machten öffentlich, dass gegen al-Masri in den USA eine Klage von hunderten Familien läuft. Darin wird ihm vorgeworfen, in seinen Immobilien im Gazastreifen Hamas-Tunnel geduldet, mit Strom versorgt und sogar deren Bau aktiv erleichtert zu haben. Unter seinen Hotels sollen sich Zugänge zu unterirdischen Terrorstrukturen befunden haben, die von der Hamas für Anschläge genutzt wurden.

Die Empörung in der Knesset war entsprechend groß. Der Vorsitzende des Ausschusses, Abgeordneter Jitzhak Kroizer, sprach von einem „unvorstellbaren Ereignis“. Unter dem Deckmantel schöner Worte wie Koexistenz und wirtschaftlicher Entwicklung würden Geschäfte ermöglicht, die letztlich Terroristen zugutekämen. Er erinnerte daran, dass al-Masri laut Klage Hamas-Führern Unterkunft, Nahrung und Infrastruktur zur Verfügung gestellt habe. All das geschehe, während gegen ihn in den USA ein Gerichtsverfahren laufe.

Besonders eindringlich waren die Worte trauernder Eltern. Ruby Chen, dessen Sohn Itay bei der Verteidigung von Nahal Oz fiel, sprach von einem moralischen Skandal. Es sei unerträglich, nach zwei Jahren Kampf um Gerechtigkeit nun auch noch erleben zu müssen, dass ein Mann wie al-Masri in Israel frei ein- und ausreisen könne, Restaurants besuche und beinahe ein Großprojekt erhalte. Chen fragte zurecht, wie es möglich sei, dass ein derart umstrittener Geschäftsmann ohne jede Überprüfung über israelische Flughäfen einreisen könne.

Die Familien warnten in einer gemeinsamen Erklärung davor, welch fatales Signal ein solches Bauprojekt senden würde. Während Israel in Gaza rote Linien ziehe, dürfe ein Mann, der Hamas-Terroristen beherbergt habe, in Tel Aviv und Jerusalem Geschäfte machen. Ein solcher Vorgang würde künftigen Terroristen zeigen, dass sich Mord an Juden finanziell lohnen könne. Schärfer lässt sich die moralische Dimension kaum formulieren.

Der Fall al-Masri macht deutlich, wie verwundbar der israelische Rechtsstaat ist, wenn bürokratische Verfahren ohne Sicherheitsmechanismen ablaufen. In keinem anderen sensiblen Bereich würde man Investoren ohne jede Hintergrundprüfung zulassen. Doch im Immobiliensektor, gerade in Jerusalem, scheint das möglich zu sein. Ein Zustand, der dringend geändert werden muss.

Abgeordneter Kroizer versprach, alles zu tun, um al-Masri künftig von Bauausschreibungen in Israel auszuschließen. Doch Versprechen allein reichen nicht. Es braucht klare gesetzliche Regelungen, die Personen mit nachgewiesenen Terrorverbindungen automatisch von öffentlichen Projekten ausschließen. Israel darf nicht zum sicheren Hafen für Geschäftsleute werden, die anderswo wegen Unterstützung von Terrororganisationen verfolgt werden.

Die Stadt Jerusalem trägt eine besondere symbolische und strategische Bedeutung. Ein Hotelprojekt gegenüber der Altstadt ist nicht irgendeine wirtschaftliche Investition. Es ist ein politisches Signal. Dass ausgerechnet ein Mann wie Bashar al-Masri dafür infrage kam, ist mehr als ein Versehen. Es ist ein Versagen des Systems.

Für die Hinterbliebenen ist der Vorgang eine zusätzliche Demütigung. Ihre Kinder wurden von der Hamas ermordet, und fast hätten dieselben Strukturen, die diesen Terror ermöglichten, in Jerusalem Profit geschlagen. Dieser Gedanke ist unerträglich. Israel schuldet diesen Familien nicht nur Mitgefühl, sondern konkrete Maßnahmen.

Der Fall ist vorerst gestoppt, doch das Problem bleibt bestehen. Solange Behörden nicht verpflichtet sind, Antragsteller sicherheitspolitisch zu prüfen, kann sich ein ähnlicher Skandal jederzeit wiederholen. Jerusalem darf niemals zum Schauplatz wirtschaftlicher Projekte von Personen werden, die mit Terrororganisationen kooperieren.

Die Lehre aus diesem Vorfall ist eindeutig: Wirtschaftliche Interessen dürfen niemals über die Sicherheit und moralische Integrität Israels gestellt werden. Wer Terror unterstützt, hat in Jerusalem nichts verloren.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Screenshot X

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 10. Februar 2026

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