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Trump kurz vor dem größten Iran-Angriff des Krieges


Die US-Streitkräfte stehen nach Angaben des Präsidenten für eine neue Großoperation bereit. Israel würde sich auf Wunsch sofort beteiligen, doch Washington will den Schlag offenbar allein führen.

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Donald Trump steht nach eigenen Angaben kurz vor der Entscheidung über eine neue massive Angriffswelle gegen Iran. Die geplante Operation könnte größer werden als alle bisherigen amerikanischen Angriffe dieses Krieges. Die militärischen Vorbereitungen seien abgeschlossen, erklärte der US-Präsident am Donnerstag in einem Gespräch mit dem amerikanischen Nachrichtenportal Axios.

„Ich erwäge einen massiven Angriff. Größer als je zuvor. Ich bin kurz davor, eine Entscheidung zu treffen. Wir sind vollständig darauf vorbereitet“, sagte Trump.

Eine endgültige Angriffsgenehmigung hat der Präsident damit noch nicht erteilt. Seine Worte gehen jedoch deutlich über frühere allgemeine Drohungen hinaus. Trump beschreibt nicht erst zu entwickelnde Möglichkeiten, sondern eine offenbar vorbereitete militärische Operation, die nach einer politischen Entscheidung kurzfristig beginnen könnte. Axios zufolge erwägt er die Wiederaufnahme großer Kampfhandlungen in einem Umfang, der selbst die Operation „Epic Fury“ vom 28. Februar übertreffen könnte.

Trump machte zugleich deutlich, dass die Vereinigten Staaten für diesen Angriff nicht auf Israel angewiesen seien. Israel würde sich nach seinen Worten „innerhalb von zwei Minuten“ beteiligen, falls er darum bitte. Washington benötige jedoch keine Unterstützung.

Diese Aussage ist Anerkennung und Warnung zugleich. Trump zweifelt nicht an Israels Bereitschaft oder militärischer Leistungsfähigkeit. Er weiß, dass die israelische Luftwaffe unverzüglich handeln könnte. Gleichzeitig will er offenbar verhindern, dass ein amerikanischer Angriff automatisch zu einer gemeinsamen israelisch-amerikanischen Operation wird.

Der Präsident sprach von „Folgen“, die eine israelische Beteiligung haben könnte. Welche Folgen er konkret meint, sagte er nicht. Naheliegend ist die Sorge, dass Teheran einen gemeinsamen Angriff zum Anlass nehmen würde, erneut israelische Städte mit ballistischen Raketen zu beschießen. Auch Iran-nahe Terrororganisationen könnten versuchen, weitere Fronten gegen Israel zu öffnen.

Für Jerusalem bleibt die Lage dennoch eindeutig: Ein entscheidender amerikanischer Schlag gegen Irans Raketenarsenal, die Revolutionsgarden, militärische Führungsstellen oder strategische Infrastruktur würde unmittelbar die Sicherheit Israels betreffen. Das iranische Regime ist nicht nur Gegner der Vereinigten Staaten. Es hat die Vernichtung Israels zu einem festen Bestandteil seiner Ideologie gemacht und über Jahrzehnte Terrorarmeen an den Grenzen des jüdischen Staates aufgebaut.

Iran will reden, aber nicht nachgeben

Trump erklärte im Axios-Gespräch, die iranische Führung wolle verhandeln. Nach seiner Einschätzung hat sie jedoch „noch nicht genug Schmerz erfahren“, um die Bedingungen zu akzeptieren, die Washington für eine Einigung verlangt.

Zwei regionale Quellen bestätigten gegenüber Axios, dass Teheran sich in den Gesprächen nicht entgegenkommend gezeigt und den jüngsten Vorschlag nicht angenommen habe. Der diplomatische Stillstand ist damit der unmittelbare Hintergrund der neuen Angriffsdrohung.

Seit dem Zusammenbruch der vorläufigen Verständigung greifen die Vereinigten Staaten iranische Militärziele wieder täglich an. In der Nacht zum 23. Juli beendete das US-Zentralkommando die zwölfte aufeinanderfolgende Angriffsnacht. Getroffen wurden nach offiziellen Angaben maritime Fähigkeiten, Lager für Raketen und Drohnen, Anlagen der Küstenüberwachung sowie iranische Flugabwehrsysteme.

Diese Angriffe sollen Irans Fähigkeit verringern, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu erfassen und anzugreifen. Sie haben das Regime bislang jedoch weder zur vollständigen Öffnung der Meerenge noch zur Annahme eines neuen Abkommens gezwungen.

Trump steht deshalb vor einer Entscheidung, die den Charakter des Krieges erneut verändern könnte. Die bisherigen Angriffe waren umfangreich, blieben zuletzt aber überwiegend auf militärische Einrichtungen mit unmittelbarem Bezug zu Raketen, Drohnen, Küstenverteidigung und Schifffahrt beschränkt. Eine neue Großoperation könnte wesentlich tiefer in Irans militärische und staatliche Infrastruktur greifen.

Die amerikanischen Vorbereitungen dafür laufen nicht erst seit Trumps Interview. Bereits in der vergangenen Woche beriet der Präsident im Lagezentrum des Weißen Hauses über eine Offensive, die deutlich breiter angelegt sein soll als die laufenden Angriffe rund um die Straße von Hormus. Dabei ging es nach Angaben von Axios auch um besonders geschützte iranische Anlagen und die Frage, ob tiefliegende Ziele mit schweren amerikanischen bunkerbrechenden Waffen zerstört werden können.

Am Dienstag setzte das US-Militär erstmals seit der Wiederaufnahme der Kämpfe einen B-1-Langstreckenbomber gegen Ziele der Revolutionsgarden ein. Ein solcher Bomber kann große Mengen unterschiedlicher Präzisionswaffen über weite Entfernungen tragen. Sein Einsatz zeigt, dass Washington bereits vor einer möglichen neuen Großoperation zusätzliche Fähigkeiten in den Kampf einführt.

Der Krieg erreicht eine zweite Handelsroute

Der Druck auf Trump wächst nicht nur wegen der Straße von Hormus. Die von Iran unterstützten Houthis haben ihre Angriffe inzwischen wieder auf den Raum um das Rote Meer ausgeweitet. Am Donnerstag bekannten sie sich zu Angriffen auf zwei saudische Öltanker.

Damit gerät neben Hormus auch die Verbindung über Bab al-Mandab und das Rote Meer erneut unter Druck. Diese Route ist für den Handel zwischen Asien, dem Nahen Osten und Europa von entscheidender Bedeutung. Trump kündigte daraufhin eine schwere militärische Bestrafung Irans und seiner Houthi-Verbündeten an. Washington betrachtet Teheran als verantwortlich für die Angriffe der von ihm bewaffneten Terrororganisation.

Die Ölpreise reagierten unmittelbar. Der Preis für ein Fass Brent stieg erstmals seit Mai wieder über 100 Dollar. Auch amerikanische Aktien und Staatsanleihen gerieten unter Druck, nachdem Trumps Äußerungen über einen möglichen Großangriff bekannt geworden waren.

Teheran versucht damit, die wirtschaftlichen Kosten des Krieges auf die gesamte Welt zu verteilen. Es greift nicht nur amerikanische Soldaten oder Kriegsschiffe an. Das Regime bedroht Tanker, Energieanlagen, Flughäfen, Wasseraufbereitung und jene Seewege, von denen zahlreiche Staaten abhängig sind.

Diese Strategie erklärt, warum Trump nicht mehr bereit scheint, jeden iranischen Angriff lediglich mit einer ähnlich großen Antwort zu vergelten. Außenminister Marco Rubio beschrieb die neue Haltung mit der drastischen Formel, Trump werde auf Irans „Auge um Auge“ mit „einem Kopf für ein Auge“ reagieren. Gemeint ist kein wörtliches Enthauptungsprogramm, sondern die Ankündigung einer bewusst überlegenen Vergeltung.

Bereits am Mittwoch hatte Trump erklärt, für jedes von Iran angegriffene Schiff eine iranische Brücke oder ein Kraftwerk bombardieren zu lassen. Die Drohung schloss ausdrücklich Infrastruktur in der Nähe Teherans ein.

Ein großer Angriff könnte dieses Prinzip nun in eine zusammenhängende militärische Operation überführen. Statt einzelne iranische Aktionen jeweils mit einem begrenzten Gegenschlag zu beantworten, könnten die USA versuchen, ganze Bereiche der iranischen Kriegsführung auf einmal auszuschalten.

Mögliche Ziele wären Führungs- und Kommunikationsstellen der Revolutionsgarden, Raketen- und Drohnenkomplexe, Flugabwehr, militärisch genutzte Häfen, Einrichtungen zur Überwachung der Küste sowie jene Infrastruktur, mit der Iran Angriffe gegen die Golfstaaten und den internationalen Schiffsverkehr koordiniert.

Welche Ziele Trump tatsächlich prüfen lässt, ist nicht vollständig bekannt. Ebenso wenig ist bestätigt, ob Energieanlagen, ranghohe Vertreter des Regimes oder erneut Einrichtungen des iranischen Atomprogramms auf der Liste stehen. Jede konkrete Behauptung darüber wäre derzeit Spekulation.

Israel kann sich auf Iran nicht verlassen

Für Israel ist Trumps mögliche Entscheidung von größter Bedeutung. Teheran hat direkte Angriffe auf den jüdischen Staat in der jüngsten Phase weitgehend vermieden. Das ist kein Zeichen von Mäßigung. Das Regime weiß, dass ein neuer Raketenangriff auf israelische Städte eine eigene israelische Angriffswelle auslösen könnte.

Ramat Gan öffnete am Donnerstag dennoch vorsorglich alle öffentlichen Schutzräume. Der Bürgermeister erklärte, das Risiko iranischer Raketenangriffe am Wochenende sei gestiegen und nicht länger zu vernachlässigen. Eine neue besondere Warnung des Heimatfrontkommandos lag nicht vor. Die kommunale Entscheidung zeigt aber, dass israelische Verantwortliche mit einer direkten iranischen Reaktion rechnen, sollte Washington seine Angriffe ausweiten.

Trump will Israel offenbar zunächst aus der aktiven Operation heraushalten. Für Israel kann dies sinnvoll sein, solange die Vereinigten Staaten die notwendigen Ziele tatsächlich erreichen und zugleich die israelische Verteidigungsfähigkeit nicht eingeschränkt wird.

Doch Jerusalem darf seine Sicherheit nicht vollständig von einer amerikanischen Entscheidung abhängig machen. Sollte Iran israelische Städte angreifen, muss Israel unabhängig davon reagieren können, ob Washington eine Beteiligung zuvor gewünscht hat.

Die Beziehungen zwischen Trump und Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete der Präsident als sehr gut. Er würde Netanjahu treffen, falls dieser sich in Washington aufhalte. Die persönliche Nähe zwischen beiden Regierungschefs darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass amerikanische und israelische Interessen nicht in jedem taktischen Punkt identisch sind.

Trump will Iran zu einer Vereinbarung zwingen, die amerikanische Soldaten schützt, die Handelswege öffnet und das Atomprogramm begrenzt. Israel muss zusätzlich verhindern, dass das Regime seine Raketenbestände, seine Terrorarmeen und seine Fähigkeit zur Vernichtung jüdischen Lebens wiederaufbaut.

Ein Waffenstillstand, der nur die Straße von Hormus öffnet, könnte für Washington als Erfolg erscheinen. Für Israel wäre er unzureichend, falls die Revolutionsgarden an der Macht bleiben und weiterhin Waffen an Israels Feinde liefern.

Eine Entscheidung mit gewaltigen Risiken

Ein größerer Angriff könnte Irans militärische Fähigkeiten erheblich schwächen. Er könnte das Regime aber auch zu einer breiten Antwort bewegen. Amerikanische Stützpunkte in Jordanien, Kuwait, Bahrain, Katar und im Irak liegen in Reichweite iranischer Raketen und Drohnen. Israelische Städte, Energieanlagen und Flughäfen wären ebenfalls mögliche Ziele.

Der Krieg hat die Vereinigten Staaten bereits stark belastet. Eine Reuters-Analyse bezifferte die bisherigen amerikanischen Kosten auf rund 37,5 Milliarden Dollar. 18 US-Soldaten wurden demnach getötet, mehr als 430 verletzt. Zugleich verbrauchen die Kämpfe erhebliche Bestände an Abfangraketen und Marschflugkörpern.

Diese Kosten sprechen nicht automatisch gegen eine weitere Operation. Sie zeigen aber, dass Trump eine klare Antwort auf die Frage benötigt, was der Großangriff erreichen soll.

Soll Iran lediglich zur Annahme eines neuen Abkommens gezwungen werden? Soll die Kontrolle über die Straße von Hormus gebrochen werden? Sollen die Revolutionsgarden ihre Fähigkeit verlieren, Nachbarstaaten anzugreifen? Oder soll die militärische und politische Führung so schwer getroffen werden, dass der Fortbestand des Regimes selbst infrage steht?

Je größer der Angriff, desto weniger genügt eine unklare Definition des Sieges.

Trump hat die Entscheidung noch nicht getroffen. Doch die Streitkräfte sind nach seinen Worten bereit. Die Bomber fliegen bereits. Die Angriffe laufen seit zwölf Nächten. Iran verweigert den jüngsten Vorschlag und weitet den Druck auf internationale Handelswege aus.

Damit nähert sich der Krieg einem neuen Wendepunkt.

Teheran hat offenbar darauf gesetzt, dass Washington irgendwann vor den Kosten einer großen Eskalation zurückschreckt.

Trump signalisiert nun das Gegenteil: Iran hat aus seiner Sicht noch nicht genug verloren.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 23. Juli 2026

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