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Iran lässt Houthis zweite Welthandelsroute für Blockade vorbereiten


Nach der faktischen Sperrung der Straße von Hormus bereitet das iranische Regime offenbar den nächsten Angriff auf den Welthandel vor. Die Houthi-Terrororganisation soll Bab al-Mandab blockieren, falls die USA iranische Energieanlagen angreifen.

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Das iranische Regime hat die Houthi-Terrororganisation im Jemen nach einem aktuellen Bericht angewiesen, sich auf eine Sperrung der Meerenge Bab al-Mandab vorzubereiten. Der Einsatz soll beginnen, falls die Vereinigten Staaten ihre Drohung wahr machen und iranische Kraftwerke oder andere Energieanlagen angreifen.

Reuters beruft sich auf Quellen aus dem Umfeld der Houthis. Demnach haben die Terroristen bereits Raketen und Drohnen in der Umgebung der Meerenge stationiert. Vertreter der iranischen Revolutionsgarden, die sich im Jemen befinden sollen, würden entscheiden, wann die Operation beginnt.

Eine offizielle Bestätigung aus Teheran oder von den Houthis liegt bislang nicht vor. Auch eine tatsächlich begonnene Sperrung wurde noch nicht gemeldet. Die britische Seesicherheitsbehörde UKMTO hat bisher keinen entsprechenden Angriff vom Donnerstag veröffentlicht.

Sollte sich der Bericht bestätigen, wäre dies jedoch eine erhebliche Ausweitung des Krieges. Iran würde nicht mehr nur die Straße von Hormus als Waffe gegen die Weltwirtschaft einsetzen, sondern gleichzeitig eine zweite der wichtigsten internationalen Schifffahrtsrouten bedrohen.

Zwei Meerengen unter iranischem Druck

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und dem Indischen Ozean. Vor Beginn der jüngsten Eskalation wurden dort nach Angaben der amerikanischen Energiebehörde rund 20 Millionen Barrel Öl und Ölprodukte pro Tag transportiert. Das entsprach ungefähr einem Fünftel des weltweiten Verbrauchs.

Bab al-Mandab liegt mehr als 2.000 Kilometer entfernt zwischen Jemen, Dschibuti und Eritrea. Die Meerenge verbindet den Golf von Aden mit dem Roten Meer. Schiffe, die von Asien über den Suezkanal nach Europa fahren, müssen sie passieren.

Nach aktuellen Marktdaten wurden im Juni täglich rund 7,4 Millionen Barrel Öl durch Bab al-Mandab transportiert. Das entspricht ungefähr sieben Prozent der weltweiten Ölversorgung. Das Volumen ist zuletzt gestiegen, weil ein Teil der Lieferungen infolge der Probleme in Hormus auf andere Routen verlagert wurde.

Iran versucht damit offenbar, genau jene Ausweichroute zu bedrohen, die nach der Eskalation im Persischen Golf an Bedeutung gewonnen hat. Was Hormus nicht vollständig stoppen kann, sollen die Houthis möglicherweise am südlichen Zugang zum Roten Meer angreifen.

Europa würde besonders getroffen

Eine Sperrung von Bab al-Mandab träfe vor allem den Handel zwischen Asien, dem Nahen Osten und Europa. Schiffe könnten den Suezkanal nicht mehr auf dem üblichen Weg erreichen und müssten stattdessen um das Kap der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas fahren.

Dieser Umweg verlängert Reisen um mehrere Tausend Kilometer. Er erhöht den Treibstoffverbrauch, bindet Schiffe über längere Zeit und verteuert Versicherungen, Frachtkosten und letztlich zahlreiche Waren.

Die Weltwirtschaft kennt die Folgen bereits. Seit Beginn der Houthi-Angriffe auf Handelsschiffe Ende 2023 mieden viele Reedereien das Rote Meer. Nach Angaben der US-Energiebehörde sank der Öltransport durch Bab al-Mandab zeitweise von 8,7 Millionen Barrel täglich im Jahr 2023 auf rund vier Millionen Barrel im Jahr 2024.

Die neuen Vorbereitungen könnten eine noch schwerere Krise auslösen, weil diesmal gleichzeitig die Straße von Hormus umkämpft ist. Es ginge nicht mehr nur um die Umleitung einzelner Schiffe, sondern um die Bedrohung beider Seiten der Arabischen Halbinsel.

Der Ölmarkt reagierte bereits auf den Bericht. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg am Donnerstag um mehr als ein Prozent auf rund 85,88 Dollar. Marktbeobachter halten bei einer weiteren Eskalation Preise von 95 bis 100 Dollar für möglich.

Saudi-Arabiens Ausweichroute gerät ins Visier

Die Drohung richtet sich auch gegen Saudi-Arabien. Riad kann einen Teil seines Erdöls über die Ost-West-Pipeline vom Persischen Golf zum Hafen Yanbu am Roten Meer transportieren. Dadurch lässt sich die Straße von Hormus umgehen.

Diese Route verliert jedoch einen erheblichen Teil ihres Nutzens, wenn die Houthis südlich des Roten Meeres Schiffe angreifen oder die Durchfahrt durch Bab al-Mandab blockieren. Iran könnte damit versuchen, auch saudische Ausweichmöglichkeiten zu kontrollieren.

Das Regime verfolgt seit Beginn der Eskalation eine klare Erpressungsstrategie: Wenn Iran sein Öl nicht sicher exportieren kann, sollen auch die anderen Staaten der Region ihre Energie nicht ungehindert auf den Weltmarkt bringen dürfen.

Aus Teheran kamen bereits entsprechende Drohungen. Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte erklärte, bei amerikanischen Angriffen auf iranische Infrastruktur würden auch noch unbeschädigte Anlagen in der Region zerstört. Die Revolutionsgarden drohten zudem mit Angriffen auf weitere Exportkorridore.

Damit bestätigt das Regime selbst, dass sein Krieg längst nicht nur der angeblichen Verteidigung iranischen Territoriums dient. Teheran will die Energieversorgung und den Welthandel als Geiseln nehmen, um die Vereinigten Staaten zum Abbruch ihrer Angriffe zu zwingen.

Die Houthis stehen für den Einsatz bereit

Die Houthi-Terrororganisation verfügt über Erfahrung mit Angriffen auf Handelsschiffe. Sie setzte in den vergangenen Jahren ballistische Raketen, Marschflugkörper, Drohnen und ferngesteuerte Sprengboote gegen zivile und militärische Ziele im Roten Meer und im Golf von Aden ein.

Offiziell behaupteten die Houthis, ihre Angriffe dienten der Unterstützung der Palästinenser im Gazastreifen. Tatsächlich wurden auch Schiffe ohne erkennbare Verbindung zu Israel angegriffen. Die Kampagne bedrohte internationale Besatzungen und zwang zahlreiche Reedereien zu kostspieligen Umwegen.

Der neue Bericht macht erneut deutlich, wie eng die Houthi-Angriffe mit der regionalen Strategie des Iran verbunden sind. Die Organisation verfügt über eigene Interessen und Entscheidungsstrukturen. Sie ist nicht in jeder einzelnen Frage ein willenloses Werkzeug Teherans. Raketen, Drohnentechnik, Ausbildung und strategische Unterstützung stammen jedoch zu einem erheblichen Teil aus dem iranischen Machtbereich.

Besonders schwer wiegt die Angabe, dass Vertreter der Revolutionsgarden im Jemen den Zeitpunkt einer möglichen Sperrung bestimmen sollen. Sollte sie bestätigt werden, wäre der Angriff auf Bab al-Mandab keine eigenständige Houthi-Operation, sondern eine direkt von Iran gesteuerte Ausweitung des Krieges.

Auch Israel bleibt im Visier

Für Israel hat Bab al-Mandab eine besondere strategische Bedeutung. Die Meerenge ist der südliche Zugang zum Roten Meer und damit zur israelischen Hafenstadt Eilat. Eine Houthi-Blockade könnte die ohnehin geschwächte Schifffahrt zum Hafen weiter beeinträchtigen.

Darüber hinaus verfügen die Houthis weiterhin über Raketen und Drohnen, die israelisches Gebiet erreichen können. Eine neue Eskalation im Roten Meer könnte deshalb mit erneuten Angriffen auf Israel verbunden werden.

Teheran würde damit mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen: Die Vereinigten Staaten wirtschaftlich unter Druck setzen, Saudi-Arabiens Ausweichrouten bedrohen, Europa mit höheren Energie- und Transportkosten belasten und Israel am Roten Meer angreifen.

Der Westen muss beide Wasserstraßen schützen

Die angekündigte Doppelstrategie zeigt, weshalb die iranischen Terrorpartner nicht getrennt vom Regime betrachtet werden dürfen. Iran nutzt die Houthis, die Hisbollah und andere bewaffnete Gruppen, um Kriege auf mehrere Länder zu verteilen und die Verantwortung für einzelne Angriffe zu verschleiern.

Eine glaubwürdige Antwort darf sich deshalb nicht allein auf die Straße von Hormus konzentrieren. Die USA und ihre Verbündeten müssen gleichzeitig die Schifffahrt im Roten Meer schützen, Houthi-Raketenstellungen bekämpfen und iranische Nachschubwege in den Jemen unterbrechen.

Deutschland und die Europäische Union können sich dabei nicht auf diplomatische Appelle beschränken. Eine Sperrung von Bab al-Mandab würde unmittelbar europäische Energiepreise, Lieferketten und Unternehmen treffen. Der Schutz der freien Schifffahrt ist kein Gefallen für Israel oder die Golfstaaten, sondern ein eigenes europäisches Interesse.

Das iranische Regime versucht, zwei internationale Meerengen in politische Waffen zu verwandeln. Gelingt ihm das, könnte jede zukünftige Auseinandersetzung mit Teheran von der Drohung begleitet werden, einen erheblichen Teil des Welthandels lahmzulegen.

Genau deshalb darf diese Erpressung nicht erfolgreich sein.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 16. Juli 2026

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