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Saudi-Arabien unter Beschuss: Israel liefert Geheimdiensthilfe gegen Irans Huthis


Noch immer unterhalten Jerusalem und Riad keine offiziellen Beziehungen. Doch als die Huthi-Terroristen Saudi-Arabien mit Raketen, Drohnen und einer Blockade am Roten Meer bedrängen, liefert ausgerechnet Israel offenbar entscheidende Aufklärung.

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Die Landkarte des Nahen Ostens verändert sich nicht nur durch Verträge, sondern manchmal durch gemeinsame Feinde. Saudi-Arabien und Israel haben nach einem Bericht von Walla Gespräche über israelische Geheimdiensthilfe im Kampf gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Terroristen geführt. Vermittelt wurden die Kontakte demnach vom amerikanischen Zentralkommando CENTCOM. Israel soll Riad dabei geholfen haben, Huthi-Stellungen zu lokalisieren und deren mögliche Operationspläne besser zu erkennen. Walla beruft sich auf diplomatische Quellen aus der Region; eine offizielle Bestätigung aus Jerusalem oder Riad liegt bislang nicht vor.

Allein die Tatsache, dass eine solche Zusammenarbeit inzwischen glaubhaft berichtet wird, ist bemerkenswert. Saudi-Arabien verweigert Israel weiterhin die vollständige Normalisierung und knüpft einen diplomatischen Durchbruch an Fortschritte in der Palästinenserfrage. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Krise, wer im Ernstfall über jene Fähigkeiten verfügt, die Riad tatsächlich benötigt: Israel kennt iranische Strukturen, Drohnen- und Raketenverbände, maritime Bewegungen und das regionale Netzwerk Teherans aus jahrelanger eigener Kriegserfahrung.

Was öffentlich häufig als israelisch-saudischer Gegensatz erscheint, sieht aus sicherheitspolitischer Perspektive längst anders aus. Beide Staaten stehen demselben Gegner gegenüber. Iran bedroht Israel direkt und über Terrororganisationen wie Hisbollah und Huthis. Saudi-Arabien erlebt nun am eigenen Territorium, wie dieses System funktioniert.

Die Huthis bringen Riad in eine strategische Notlage

Die Huthi-Terrororganisation hat ihre Angriffe auf Saudi-Arabien in den vergangenen Tagen erheblich verstärkt. Am Montag wurden bei Raketen- und Drohnenangriffen auf mehrere saudische Städte nach Angaben der von Riad geführten Koalition 13 Zivilisten verletzt. Gleichzeitig geraten militärische Einrichtungen und Energieanlagen immer stärker ins Visier.

Besonders gefährlich ist die Verbindung von militärischen Angriffen und territorialen Gewinnen im Jemen. Die Huthis haben ihre Position entlang der Rotmeerküste massiv ausgebaut und mit Mayun, auch Perim genannt, eine strategische Insel direkt im Bab al-Mandab erobert. Inzwischen sind auch weitere Inseln unter Druck geraten. Damit wächst ihre Fähigkeit, die Schifffahrt am südlichen Eingang des Roten Meeres zu bedrohen.

Für Saudi-Arabien kommt die Entwicklung zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt. Die Straße von Hormus ist durch die Konfrontation mit Iran erheblich beeinträchtigt. Deshalb wurde die saudische Ost-West-Pipeline zur entscheidenden Ausweichroute: Rohöl wird vom Persischen Golf quer durch das Königreich zum Rotmeerhafen Yanbu transportiert.

Doch auch diese Route wurde angegriffen. Die Pipeline ist nach schweren Schäden weitgehend außer Betrieb. Damit gerät Saudi-Arabien von zwei Seiten unter Druck: Iran bedroht Hormus, während sein wichtigster verbliebener arabischer Verbündeter am Bab al-Mandab sitzt.

haOlam hatte diese Entwicklung bereits Anfang August beschrieben. Damals bereitete sich Saudi-Arabien auf eine mögliche neue Konfrontation mit den Huthis vor. Der entscheidende Punkt war schon damals: Jede zerstörte Huthi-Raketenstellung und jede unterbrochene iranische Waffenlieferung schützt nicht nur Saudi-Arabien, sondern auch Israel. Was damals eine gemeinsame Bedrohung war, entwickelt sich nun offenbar zu konkreter Zusammenarbeit.

Saudi-Kronprinz Mohammed bin Salman suchte deshalb zunächst Hilfe in Washington. Nach Informationen von Axios rief er US-Präsident Donald Trump zweimal an und drängte auf amerikanische Angriffe gegen die Huthis. Trump lehnte einen direkten Kriegseintritt vorerst ab, stellte jedoch zusätzliche Unterstützung bei Aufklärung und Zielerfassung in Aussicht.

Am Montag empfing bin Salman CENTCOM-Kommandeur Admiral Brad Cooper in Dschidda. Offiziell sprachen beide Seiten über Verteidigungszusammenarbeit und die regionale Sicherheitslage. Reuters ordnet das Treffen ausdrücklich in die jüngste Huthi-Eskalation ein.

Genau über diese amerikanische Verbindung soll nun auch die israelische Hilfe laufen.

Israel besitzt, was Saudi-Arabien dringend braucht

Der Wert Israels liegt dabei weniger in einigen zusätzlichen Satellitenbildern als in der Verbindung unterschiedlicher Nachrichtendienstinformationen.

Israel überwacht seit Jahren iranische Raketenprogramme, Revolutionsgarden, Waffenlieferungen und verbündete Terrororganisationen. Im Krieg mit Iran kamen dazu umfangreiche Erkenntnisse über maritime Bewegungen rund um Hormus. Nach den von Walla zitierten Quellen dürfte Riad vor allem an einem umfassenderen Lagebild über Huthi-Truppen, Abschussstellungen, Waffenlager und bevorstehende Operationen interessiert sein.

Das wäre eine Form der Zusammenarbeit, die unmittelbar Leben retten kann. Frühzeitige Informationen über einen geplanten Raketen- oder Drohnenangriff können Luftabwehrsysteme alarmieren. Erkenntnisse über Abschussstellungen können Gegenangriffe ermöglichen. Informationen über Waffenbewegungen können verhindern, dass iranische Raketen, Drohnen oder Komponenten überhaupt ihre Einsatzorte erreichen.

Für Israel ist eine Schwächung der Huthis ebenfalls ein eigenes Sicherheitsinteresse. Die Terrororganisation hat seit dem 7. Oktober wiederholt Raketen und Drohnen gegen Israel eingesetzt und versucht, Eilat sowie die israelische Schifffahrt im Roten Meer wirtschaftlich zu treffen.

Der Unterschied besteht inzwischen darin, dass Saudi-Arabien diese Bedrohung nicht mehr nur aus israelischen Lageberichten kennt. Riad erlebt sie selbst.

Das verändert politische Wahrnehmungen.

Saudi-Arabien kann Israel öffentlich kritisieren und eine Normalisierung weiter hinauszögern. Gleichzeitig lässt sich schwer übersehen, dass ausgerechnet der jüdische Staat in einer regionalen Sicherheitskrise zu einem Partner werden kann, während Iran und seine Verbündeten saudische Städte, Ölversorgung und Handelswege bedrohen.

Darin liegt eine wichtige Lehre über die tatsächlichen Frontlinien des Nahen Ostens. Israel ist für die arabischen Staaten nicht die strategische Bedrohung, als die es jahrzehntelang dargestellt wurde. Das iranische Regime und seine bewaffneten Netzwerke destabilisieren heute Israel ebenso wie Saudi-Arabien und weitere Staaten der Region.

Die Huthis zeigen dieses System in besonders deutlicher Form. Teheran benötigt keine iranischen Divisionen auf saudischem Gebiet. Es genügt, eine Terrororganisation mit Raketen, Drohnen, Beratern, Waffen und Technologie auszustatten und ihr Zugang zu einer strategischen Meerenge zu verschaffen.

Das Ergebnis ist enormer Druck auf Riad und den Welthandel.

Gleichzeitig schafft dieser Druck Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren kaum vorstellbar gewesen wären.

Israel und Saudi-Arabien besitzen noch immer keine normalen diplomatischen Beziehungen. Doch Geheimdienstkooperation gegen einen gemeinsamen iranischen Gegner ist mehr als ein symbolisches Treffen. Sie zeigt, dass hinter den politischen Schlagzeilen längst ein gemeinsamer Sicherheitsraum entsteht.

Auch Washington scheint dies zu erkennen. Die Trump-Regierung verfolgt weiterhin das Ziel einer Normalisierung zwischen Jerusalem und Riad. Dabei spielt inzwischen auch ein amerikanisch-saudisches ziviles Nuklearprogramm eine Rolle. Gerade deshalb bleibt für Israel Vorsicht erforderlich: Zusammenarbeit gegen Iran bedeutet nicht, dass Jerusalem jedes saudische Sicherheitsinteresse automatisch teilen muss. Israels qualitative militärische Überlegenheit und die Kontrolle möglicher nuklearer Risiken bleiben unverzichtbar.

Doch beim Kampf gegen die Huthis liegen die Interessen ungewöhnlich klar zusammen.

Iran hat Saudi-Arabien jahrelang vermittelt, Israel sei das Problem der Region.

Jetzt stehen iranisch unterstützte Terroristen am Bab al-Mandab, Raketen fliegen auf saudische Städte und eine wichtige Ölroute liegt still.

Und Riad braucht Informationen.

Aus Israel.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 15. September 2026

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