Sukkot beteiligt sich an Zerstörung eines Terroristen-Denkmals in Samaria
Der Knesset-Abgeordnete Zvi Sukkot beteiligte sich in Madama an der Zerstörung eines Denkmals für Terroristen. Sein Besuch war mit der Armee koordiniert, die Zerstörung nach Angaben eines Sicherheitsvertreters nicht.

Der israelische Knesset-Abgeordnete Zvi Sukkot von der Partei Religiöser Zionismus hat sich am Dienstag in Madama südlich von Nablus an der Zerstörung eines Denkmals beteiligt, das nach israelischen Berichten Terroristen aus dem palästinensischen Ort gewidmet war. Aufnahmen des Vorfalls verbreiteten sich am Morgen in israelischen und sozialen Medien.
Auf den Bildern ist Sukkot gemeinsam mit mehreren Begleitern an dem Denkmal zu sehen. Während ein anderer Mann mit einem Vorschlaghammer auf die Anlage einschlägt, filmt Sukkot zeitweise mit seinem Mobiltelefon. Israelische Soldaten und Grenzpolizisten sichern die Gruppe, ein Militärfahrzeug sperrt die Straße ab. Ynet bestätigt, dass Sukkot an der Aktion beteiligt war.
Entscheidend ist allerdings eine Unterscheidung, die in der Berichterstattung nicht verloren gehen darf: Die Anwesenheit Sukkots in dem palästinensischen Ort war nach Angaben eines israelischen Sicherheitsvertreters mit der Armee abgestimmt. Die Zerstörung des Denkmals war es nicht. Gegenüber Army Radio erklärte der Sicherheitsvertreter nach Angaben der Jerusalem Post, der Besuch sei koordiniert gewesen, das Zerschlagen des Denkmals aber "offensichtlich nicht".
Damit stellt sich auch innerhalb Israels die Frage, weshalb ein Knesset-Abgeordneter selbst zur Tat schritt, anstatt eine Entfernung durch die zuständigen Sicherheitsbehörden abzuwarten.
Der Hintergrund der Aktion ist allerdings ebenfalls wesentlich. Wer lediglich von der "Zerstörung eines palästinensischen Denkmals" spricht, lässt den Grund für Sukkots Vorgehen unter den Tisch fallen.
Bereits Mitte August hatte Sukkot die IDF aufgefordert, Denkmäler in Madama, Burin und Beita zu entfernen, die nach israelischen Berichten Terroristen verherrlichen. Das israelische Portal HaKol HaYehudi hatte zuvor über das Denkmal in Madama berichtet und erklärt, es erinnere an Terroristen aus dem Ort. Sukkot kündigte damals öffentlich an, er werde immer wieder kommen und alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, bis solche Denkmäler entfernt würden.
Nach der heutigen Aktion erklärte Sukkot, er habe zunächst von der Armee verlangt, die Denkmäler zu beseitigen. Weil dies nicht geschehen sei, sei er selbst gekommen und habe an ihrer Entfernung mitgewirkt. Er begründete sein Vorgehen damit, dass Menschen, die Juden und israelische Soldaten angegriffen hätten, nicht als Vorbilder für die nächste Generation dargestellt werden dürften.
Ein Ort, an dem ein führender PFLP-Terrorist geehrt wurde
Besonders relevant ist der Fall Yaman Faraj. Nach Recherchen von HaKol HaYehudi fand am Denkmal in Madama noch in diesem Jahr eine Gedenkaktion für Faraj statt. Er stammte aus dem Ort und war während der Zweiten Intifada eine führende Figur der Volksfront zur Befreiung Palästinas, PFLP.
Dass Faraj mit schwerem Terrorismus in Verbindung stand, beruht dabei nicht nur auf einer aktuellen politischen Behauptung Sukkots. In einer Entscheidung des israelischen Obersten Gerichtshofs aus dem Jahr 2005 wird er auf Grundlage damaliger Sicherheitsinformationen als Leiter der PFLP-Terrorinfrastruktur im Raum Nablus beschrieben. Ihm wurde unter anderem die Verantwortung für das Selbstmordattentat an der Geha-Kreuzung am 25. Dezember 2003 zugeschrieben, bei dem vier Menschen ermordet und zahlreiche weitere verletzt wurden. Außerdem wurde er mit weiteren Anschlagsplanungen in Verbindung gebracht.
Faraj wurde im Juli 2004 gemeinsam mit seinem Stellvertreter bei einem israelischen Militäreinsatz in Nablus getötet. Auch damalige israelische Berichte bezeichneten ihn als PFLP-Kommandeur und machten ihn für mehrere Anschläge verantwortlich. Bei dem Einsatz fiel auch ein israelischer Offizier.
Das macht die politische Auseinandersetzung um das Denkmal verständlicher. Es handelt sich nicht lediglich um einen neutralen Gedenkstein, dessen Bedeutung erst von Sukkot politisch aufgeladen wurde. Nach den verfügbaren israelischen Berichten wurde der Ort zur Ehrung von Personen genutzt, die wegen ihrer Beteiligung an Terroranschlägen verehrt wurden.
Gerade deshalb ist die Wortwahl entscheidend. Die Bilder zeigen einen israelischen Abgeordneten bei einer eigenmächtigen Aktion in einem palästinensischen Ort. Sie zeigen aber ebenso wenig einen grundlosen Angriff auf irgendein historisches Denkmal.
Beides gehört zur Geschichte.
Die politische Frage bleibt trotzdem
Sukkots Argument, die Verherrlichung von Terroristen dürfe nicht hingenommen werden, ist nachvollziehbar. Dass palästinensische Attentäter als "Märtyrer" geehrt, ihre Namen auf öffentlichen Plätzen verewigt oder Kindern als Vorbilder präsentiert werden, ist seit Jahren ein Kernproblem bei der Bekämpfung von Terror und Radikalisierung.
Doch gerade weil Sukkot Mitglied der Knesset ist, bleibt die Frage nach den Grenzen seines eigenen Handelns bestehen. Wenn die Entfernung eines solchen Denkmals aus Sicherheitsgründen zulässig oder notwendig ist, sollte sie von den dafür zuständigen israelischen Stellen angeordnet und durchgeführt werden. Dass ein Parlamentarier mit Begleitern in einen palästinensischen Ort fährt und selbst Fakten schafft, während Soldaten seine Sicherheit gewährleisten müssen, ist politisch und sicherheitspolitisch etwas anderes.
Der oppositionelle Knesset-Abgeordnete Gilad Kariv von den Demokraten griff Sukkot deshalb scharf an und kritisierte insbesondere, dass militärische Kräfte für dessen Schutz eingesetzt wurden. Der politische Angriff Karivs auf Sukkot geht deutlich weiter, ändert aber nichts an der Kernfrage: Die Armee bestätigte nach dem vorliegenden Bericht gerade nicht, dass sie die Zerstörung genehmigt hatte.
Damit bleiben am Ende zwei Tatsachen nebeneinander bestehen. In Madama befand sich nach israelischen Berichten ein Denkmal, das der Verherrlichung von Terroristen diente und an dem unter anderem ein führender PFLP-Terrorist geehrt wurde. Zugleich war die eigenmächtige Zerstörung dieses Denkmals durch Sukkot und seine Begleiter nach Angaben eines Sicherheitsvertreters nicht mit der IDF abgestimmt.
Wer nur eines davon erzählt, erzählt die Geschichte nicht vollständig.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 25. August 2026