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Wenn Genozid nicht mehr reicht, erfinden sie „Wholocide“


Ein Ausschuss der Arabischen Liga will Israel nicht mehr nur des schwersten Verbrechens im Völkerrecht beschuldigen. Nun soll ein neues Kunstwort die Anklage noch größer machen und als historische Wahrheit in Schulen, Medien und Universitäten verankert werden.

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Der Vorwurf des Völkermords war offenbar nur eine Zwischenstufe. Weil selbst das schwerste bekannte Verbrechen gegen eine menschliche Gruppe für die gewünschte Dämonisierung Israels nicht mehr ausreicht, soll nun ein neues Wort geschaffen werden: „Wholocide“.

Die Ständige Arabische Menschenrechtskommission hat den Begriff auf ihrer Sitzung in Kairo offiziell aufgegriffen. Menschenrechtsorganisationen, Universitäten, Forschungszentren, Schulen, Medien und Kulturschaffende sollen ihn verbreiten. Das Ziel wird offen benannt: Die Anklage gegen Israel soll nicht nur die politische Gegenwart bestimmen, sondern Teil einer gemeinsamen arabischen Erinnerung werden. Sie soll dokumentiert, gelehrt, künstlerisch verarbeitet und für kommende Generationen festgeschrieben werden.

Das ist keine spontane Wortschöpfung empörter Aktivisten. Hier wird geplant, wie aus einer politischen Behauptung ein geschichtliches Dogma werden kann.

„Wholocide“ besitzt keine juristische Bedeutung. Der Ausdruck steht in keinem internationalen Vertrag, keinem Strafgesetzbuch und keiner anerkannten Definition des Völkerrechts. Er ist kein genauerer Begriff für ein bislang unbeschriebenes Verbrechen. Er soll lediglich größer, endgültiger und entsetzlicher klingen als „Genozid“.

Die Botschaft lautet: Was Israel im Gazastreifen getan haben soll, sei so ungeheuerlich, dass selbst das Wort Völkermord zu schwach sei.

Die Anklage wird immer größer, der Beweis bleibt aus

Der Begriff Genozid wurde nicht geschaffen, um besonders harte politische Kritik auszudrücken. Er bezeichnet einen eng umrissenen Straftatbestand. Entscheidend ist nicht allein, dass in einem Krieg viele Menschen sterben oder schweres Leid entsteht. Nachgewiesen werden muss die Absicht, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe ganz oder teilweise als solche zu vernichten.

Genau diese besondere Vernichtungsabsicht macht den Völkermord zum Verbrechen der Verbrechen.

Der Internationale Gerichtshof hat nicht entschieden, dass Israel im Gazastreifen einen Genozid begangen hat. Das von Südafrika angestrengte Verfahren ist nicht abgeschlossen. Vorläufige Maßnahmen, Hinweise auf mögliche Risiken und die Fortsetzung eines Verfahrens sind kein Schuldspruch. Dennoch wird die Behauptung längst behandelt, als sei sie von einem Gericht abschließend bewiesen worden.

Nun soll sogar diese unbewiesene Anklage überboten werden.

Das ist die eigentliche Bedeutung von „Wholocide“. Weil die ständige Wiederholung des Genozidvorwurfs seine ursprüngliche Schockwirkung verliert, muss ein noch größeres Wort her. Die Sprache wird gesteigert, während die Beweislage nicht stärker wird.

Zuerst war Israel ein „Besatzer“. Dann folgten „ethnische Säuberung“ und „Apartheid“. Nach dem Massaker der Hamas vom 7. Oktober 2023 wurde der Genozidvorwurf zum festen Bestandteil internationaler Kampagnen. Jetzt soll „Wholocide“ die nächste Stufe markieren.

Jedes neue Wort soll das vorherige nicht ersetzen, sondern verschärfen. Israel wird nicht mehr wegen einzelner politischer oder militärischer Entscheidungen kritisiert. Der jüdische Staat soll als grundsätzlich verbrecherisches Gebilde erscheinen, dessen Handlungen angeblich jede bekannte Kategorie des Bösen übersteigen.

Damit verschiebt sich auch der Gegenstand der Debatte. Es geht nicht mehr um konkrete Angriffe, militärische Entscheidungen, Fehler oder mögliche Rechtsverstöße. Es geht um die moralische Vernichtung Israels.

Wer „Wholocide“ sagt, will keine offene Untersuchung. Das Urteil steckt bereits im Wort.

Aus Propaganda soll Erinnerung werden

Besonders deutlich wird die Strategie durch den geplanten jährlichen Gedenktag am 17. Oktober. Dieses Datum ist mit der Explosion am Al-Ahli-Krankenhaus im Gazastreifen im Jahr 2023 verbunden. Israel wurde damals innerhalb kürzester Zeit für einen angeblichen Luftangriff und hunderte Tote verantwortlich gemacht.

Spätere Untersuchungen stellten diese Darstellung erheblich infrage. Human Rights Watch kam zu dem Ergebnis, dass vieles für eine fehlgeleitete Rakete einer palästinensischen Terrororganisation sprach. Eine große israelische Fliegerbombe galt nach der Auswertung der sichtbaren Schäden als sehr unwahrscheinlich. Auch die von den Behörden der Hamas verbreitete Opferzahl konnte nicht unabhängig bestätigt werden.

Doch die ursprüngliche Anschuldigung war längst um die Welt gegangen.

Genau dieses Muster soll nun dauerhaft werden. Eine Behauptung entsteht, wird emotional verbreitet und anschließend in Gedenktage, Lehrmaterialien und politische Begriffe eingebaut. Die spätere Prüfung spielt kaum noch eine Rolle. Entscheidend ist, welche Erzählung zuerst das Bewusstsein erreicht.

Der Vertreter der Palästinensischen Autonomiebehörde bei der Arabischen Liga erklärte, „Wholocide“ solle eine gemeinsame Erinnerung sichern, Opferrechte bewahren und die juristische Verfolgung der Verantwortlichen unterstützen. Damit wird die Richtung vorgegeben: Universitäten und Medien sollen nicht erst prüfen, ob der Begriff sinnvoll oder rechtlich haltbar ist. Sie sollen ihn übernehmen.

Wissenschaft soll hier nicht untersuchen, sondern bestätigen.

Medien sollen nicht einordnen, sondern verbreiten.

Kulturelle Einrichtungen sollen nicht erinnern, sondern eine politisch vorgegebene Erinnerung herstellen.

Palestinian Media Watch sieht darin den Versuch, eine palästinensische Erinnerungskultur nach dem Muster der Holocaust-Erinnerung zu schaffen. Der Klang von „Wholocide“ erinnert unübersehbar an „Holocaust“. Hinzu kommen der eigene Begriff, ein jährlicher Gedenktag, akademische Texte und der Anspruch, die Erzählung weltweit zu institutionalisieren.

Ob diese sprachliche Nähe ausdrücklich beabsichtigt ist, lässt sich aus der offiziellen Erklärung allein nicht abschließend beweisen. Die Wirkung ist dennoch eindeutig. Der neue Begriff soll eine moralische Ebene schaffen, auf der palästinensisches Leid nicht nur mit dem Holocaust verglichen, sondern möglicherweise sogar über ihn gestellt wird.

Das ist besonders perfide, weil der Holocaust kein politischer Vorwurf war, den eine Interessengruppe durch ständige Wiederholung erfolgreich gemacht hat. Er ist ein historisch dokumentiertes, industriell organisiertes Vernichtungsverbrechen. Sechs Millionen Juden wurden verfolgt, entrechtet, deportiert und ermordet, weil sie Juden waren.

Der Krieg im Gazastreifen begann dagegen nach dem größten antisemitischen Massaker seit der Shoah. Hamas-Terroristen drangen nach Israel ein, ermordeten Familien, vergewaltigten Frauen, verbrannten Menschen, verschleppten Kinder und brachten Geiseln in ihre Tunnel. Diese Täter und ihre Verbrechen verschwinden aus der neuen Erzählung fast vollständig.

Israel erscheint darin nicht als angegriffener Staat, sondern als Verkörperung eines angeblich grenzenlosen Bösen.

Die Hamas erscheint nicht als Terrororganisation, sondern höchstens als Randnotiz.

Der 7. Oktober wird nicht zum Ausgangspunkt des Krieges, sondern zum störenden Detail, das die gewünschte moralische Eindeutigkeit gefährdet.

„Wholocide“ soll deshalb nicht erklären. Das Wort soll überdecken.

Es überdeckt den Terror der Hamas.

Es überdeckt die Geiseln.

Es überdeckt die Raketenangriffe auf Israel.

Es überdeckt den Missbrauch ziviler Einrichtungen durch bewaffnete Organisationen.

Und es überdeckt die Tatsache, dass der schwerste Vorwurf gegen Israel bis heute nicht rechtskräftig bewiesen ist.

Der Begriff mag heute künstlich, übertrieben und sprachlich unbeholfen wirken. Genau deshalb wäre es ein Fehler, ihn nur zu belächeln. Viele politische Kampfbegriffe beginnen am Rand, werden von Aktivisten wiederholt, von Hochschulen übernommen und schließlich von Medien verwendet, als seien sie neutrale Beschreibungen.

So wird Sprache zur Waffe.

Die Erfinder von „Wholocide“ wollen nicht nur bestimmen, wie heute über Israel gesprochen wird. Sie wollen festlegen, wie Kinder in zwanzig oder fünfzig Jahren auf diesen Krieg zurückblicken. Israel soll in ihrer Erinnerung nicht als Staat erscheinen, der nach einem Massaker gegen eine Terrororganisation kämpfte. Es soll als Täter eines Verbrechens gelten, für das die Menschheit erst noch ein größeres Wort erfinden musste.

Das ist keine Suche nach Gerechtigkeit.

Es ist der Versuch, Israel sprachlich außerhalb der Menschheit zu stellen.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 24. Juli 2026

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