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Waffe geraubt, Israeli erschossen: Dritter Anschlag in 24 Stunden in Samaria


Palästinensische Angreifer entrissen einem Sicherheitsverantwortlichen sein Gewehr und eröffneten damit das Feuer auf Israelis. Ein Mann wurde ermordet, zwei weitere schweben nach dem Anschlag nahe Chavat Gilad in Lebensgefahr.

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Ein israelischer Mann ist am Freitagmorgen bei einem Terroranschlag im Raum Chavat Gilad in Samaria ermordet worden. Zwei weitere Israelis wurden durch Schüsse schwer verletzt. Einer von ihnen befand sich nach den jüngsten Angaben in einem lebensbedrohlichen Zustand.

Der Anschlag war bereits der dritte palästinensische Terrorangriff innerhalb von weniger als 24 Stunden in Judäa und Samaria. Am Donnerstag waren ein israelischer Zivilist nahe Itamar und ein Soldat im Raum Ganim mit Messern angegriffen worden. Nun endete die neue Anschlagsserie tödlich.

Nach dem bisherigen Ermittlungsstand war eine Gruppe israelischer Wanderer am Rand des palästinensischen Dorfes Tell unterwegs, südwestlich von Nablus und unweit der jüdischen Gemeinde Chavat Gilad. In der Nähe der örtlichen Moschee kam es zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung mit mehreren Palästinensern.

Die genaue Abfolge wird weiterhin untersucht. Fest steht nach Angaben der israelischen Streitkräfte, dass die israelischen Zivilisten angegriffen wurden. Ein Sicherheitsverantwortlicher aus Chavat Gilad eilte daraufhin zum Ort des Geschehens. Palästinensische Angreifer entrissen ihm sein Gewehr und schossen mit der geraubten Waffe auf die Israelis.

Gegen 8.20 Uhr ging der erste Notruf ein. Rettungskräfte fanden mehrere Männer mit Schussverletzungen. Bei einem etwa 30 Jahre alten Mann waren die Verletzungen so schwer, dass die Helfer trotz längerer Wiederbelebungsversuche nur noch seinen Tod feststellen konnten.

Zwei weitere Männer wurden gemeinsam mit medizinischen Kräften der Armee per Hubschrauber in ein Krankenhaus gebracht. Einer war bewusstlos und befand sich in akuter Lebensgefahr. Der zweite erlitt eine Schussverletzung am Oberkörper, war ansprechbar und wurde in schwerem Zustand behandelt. Die Namen der Opfer waren zunächst nicht zur Veröffentlichung freigegeben.

Großfahndung rund um Nablus

Unmittelbar nach dem Anschlag riegelten israelische Einheiten das Dorf Tell ab. Auch mehrere Zufahrten nach Nablus wurden gesperrt. Zusätzliche Soldaten rückten in das Gebiet vor, um die beteiligten Terroristen zu finden und mögliche Helfer festzunehmen.

Generalstabschef Eyal Zamir führte noch am Vormittag eine Lagebesprechung mit dem Kommandeur des Zentralkommandos und dem Leiter der Operationsabteilung. Er ordnete eine umfassende Verstärkung der Truppen an. Die Kräfte sollen die Verteidigung der israelischen Gemeinden und Verkehrswege verbessern und alle Beteiligten an dem Anschlag festnehmen.

Die Armee betonte zugleich, dass die Wanderung am Rand von Tell nicht mit den Streitkräften abgestimmt worden sei. Diese Feststellung ist für die militärische Aufarbeitung wichtig. Sie ändert jedoch nichts an der Verantwortung der Täter. Ein nicht angemeldeter Ausflug rechtfertigt weder einen Angriff auf Zivilisten noch den Raub einer Waffe und schon gar nicht tödliche Schüsse.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Palästinensischen Autonomiebehörde kamen während der Auseinandersetzung vier Palästinenser ums Leben, vier weitere wurden verletzt. Wer auf wen schoss und in welcher Phase des Angriffs die palästinensischen Toten getroffen wurden, war zunächst nicht abschließend geklärt. Israelische Berichte sprechen davon, dass Soldaten nach ihrem Eintreffen das Feuer erwiderten. Diese Einzelheiten müssen Gegenstand der laufenden Untersuchung bleiben.

Entscheidend ist der gesicherte Kern des Geschehens: Eine Gruppe Israelis wurde angegriffen. Ein Gewehr wurde einem Sicherheitsverantwortlichen entrissen. Mit dieser Waffe wurde auf Israelis geschossen. Ein Mann verlor sein Leben.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte eine Beratung mit Verteidigungsminister und Generalstabschef über die israelische Reaktion an. Israel werde mit Stärke gegen die Terroristen und ihre Hintermänner vorgehen und nicht zulassen, dass der Terror in Judäa und Samaria erneut sein Haupt erhebe, erklärte der Regierungschef.

Drei Anschläge zeigen ein gefährliches Muster

Der tödliche Angriff bei Chavat Gilad steht nicht allein. Bereits am Donnerstag hatten zwei Terroristen einen israelischen Zivilisten während der Löscharbeiten an einem Brand nahe Itamar angegriffen und niedergestochen. Ein weiterer Israeli erschoss die Angreifer.

Wenige Stunden später stach ein palästinensischer Terrorist im Raum Ganim auf einen israelischen Soldaten ein. Der Soldat wurde leicht verletzt, der Täter von den Truppen getötet. Die Armee begann anschließend Einsätze in Beit Furik und Tubas, den Herkunftsorten der Angreifer.

Am nächsten Morgen folgte der Schusswaffenanschlag bei Chavat Gilad.

Drei Angriffe innerhalb eines Tages sind kein nebensächlicher Zwischenfall. Sie zeigen, wie schnell einzelne Täter, örtliche Gruppen und eine aufgeheizte Umgebung zu einer tödlichen Anschlagsserie werden können. Dafür ist nicht zwingend eine große, zentral geführte Terrorzelle erforderlich. Ein Messer, ein gelegter Brand oder eine geraubte Waffe reichen aus, wenn der Wille zum Töten vorhanden ist.

Gerade der Raub des Gewehrs muss schonungslos untersucht werden. Sicherheitsverantwortliche in den israelischen Gemeinden tragen Waffen, weil sie bei Anschlägen häufig die ersten bewaffneten Kräfte am Tatort sind. Wenn mehrere Angreifer einen solchen Helfer überwältigen und seine Waffe unmittelbar gegen Zivilisten einsetzen können, stellen sich ernste Fragen zur Lageeinschätzung, zur Ausrüstung und zum Vorgehen bei ungeklärten Menschenansammlungen.

Diese Fragen sind notwendig. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, den Terroranschlag in ein bloßes Sicherheitsversagen umzudeuten. Die Verantwortung liegt bei denjenigen, die Menschen angriffen, eine Waffe raubten und damit schossen.

In Israel wächst dennoch die Wut über die Sicherheitslage. Die Abgeordnete Limor Son Har-Melech warf der Führung des Zentralkommandos Schwäche vor und warnte vor einem neuen 7. Oktober. Diese Formulierung ist eine politische Warnung und keine veröffentlichte Einschätzung der Nachrichtendienste. Sie zeigt aber, wie tief die Angst sitzt, Warnzeichen könnten erneut verharmlost werden, bis aus einzelnen Angriffen eine größere Terrorwelle entsteht.

Ein zweiter 7. Oktober steht nicht nachweisbar unmittelbar bevor. Doch genau deshalb dürfen die drei Anschläge nicht als voneinander getrennte Einzelfälle abgeheftet werden. Israel muss klären, ob es Absprachen, Aufrufe, organisatorische Verbindungen oder ein gemeinsames Umfeld gab, das die Täter ermutigte.

Die Erfahrung zeigt, dass erfolgreiche Anschläge Nachahmer anziehen können. Palästinensische Terrororganisationen feiern solche Taten regelmäßig als angeblichen Widerstand, selbst wenn sie nicht an ihrer Vorbereitung beteiligt waren. Die Opfer werden dabei nicht als Menschen betrachtet, sondern als erlaubte Ziele, weil sie Israelis oder Juden sind.

Diese Denkweise muss bekämpft werden, bevor sie weitere Mörder hervorbringt.

Israel ist verpflichtet, die Täter des Anschlags zu finden, ihre Helfer aufzudecken und die Gemeinden in Samaria zu schützen. Zugleich muss die Armee aus dem Ablauf lernen. Wanderungen in gefährdeten Gebieten müssen koordiniert, Sicherheitskräfte vorbereitet und Reaktionswege so organisiert werden, dass eine geraubte Waffe nicht innerhalb weniger Augenblicke zum Mordwerkzeug werden kann.

Am Ende bleibt ein ermordeter Mann, dessen Familie an diesem Freitag eine Nachricht erhielt, die ihr Leben zerstört.

Der Terror in Judäa und Samaria hat sein Haupt bereits erhoben.

Israel muss es wieder niederdrücken.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 24. Juli 2026

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