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Ankara und Doha: Partner des Westens mit Hamas-Verbindungen


Die Türkei und Katar beherbergen wichtige US-Militärstandorte. Gleichzeitig verschaffen ihre Beziehungen zu Hamas und Muslimbruderschaft beiden Staaten politischen Einfluss. Dieser Widerspruch darf nicht länger verharmlost werden.

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Die Türkei und Katar gelten in Washington als wichtige Sicherheitspartner. Die Türkei gehört der NATO an und stellt mit Incirlik einen strategisch bedeutsamen Luftwaffenstützpunkt zur Verfügung. Katar beherbergt mit Al Udeid ein Zentrum der amerikanischen Militärpräsenz im Nahen Osten. Von dort aus koordiniert das Combined Air Operations Center Luftoperationen im gesamten Zuständigkeitsbereich des US Central Command.

Doch beide Staaten pflegen zugleich Beziehungen zu Akteuren, die Israels Sicherheit und die Stabilität der Region bedrohen. Dazu gehört insbesondere die Hamas. Die Terrororganisation entstand aus dem palästinensischen Zweig der Muslimbruderschaft, lehnt das Existenzrecht Israels ab und trägt die Verantwortung für das Massaker vom 7. Oktober 2023.

Dieser Widerspruch ist keine politische Nebensache. Ankara und Doha profitieren sowohl von ihrer strategischen Bedeutung für die Vereinigten Staaten als auch von ihren Verbindungen zu islamistischen Organisationen. Sie besitzen Zugang zu westlichen Regierungen und gleichzeitig zu Kräften, die mit Gewalt gegen Israel vorgehen. Genau daraus entsteht ihr Einfluss.

Zwei Staaten, zwei unterschiedliche Strategien

Die Türkei unter Recep Tayyip ErdoÄŸan unterstützt die Hamas vor allem politisch und ideologisch. ErdoÄŸan hat hochrangige Vertreter der Terrororganisation empfangen und ihre Verbrechen wiederholt relativiert. Während andere NATO-Staaten die Hamas eindeutig als Terrororganisation behandeln, präsentiert der türkische Präsident sie als legitime Widerstandsbewegung.

Damit entfernt sich Ankara nicht nur von Israel, sondern auch von den Grundsätzen des westlichen Bündnisses, dessen militärischen und politischen Schutz es weiterhin beansprucht. Die Türkei nutzt ihre geografische Lage, ihre Streitkräfte und ihre Kontrolle über strategisch wichtige Einrichtungen wie Incirlik, um Kritik ihrer Verbündeten abzufedern.

Katar verfolgt eine andere, stärker auf Vermittlung, Kapital und internationale Präsenz ausgerichtete Strategie. Das Emirat beherbergte jahrelang die politische Führung der Hamas in Doha. Diese Kontakte wurden teilweise von den Vereinigten Staaten geduldet oder ausdrücklich für Verhandlungen genutzt, etwa bei Gesprächen über Geiseln und Waffenruhen.

Diese diplomatische Funktion muss korrekt eingeordnet werden. Der Kontakt zu einer Terrororganisation ist nicht automatisch mit der Unterstützung ihrer Anschläge gleichzusetzen. Ebenso wenig beweist Katars frühere Finanzierung ziviler Strukturen im Gazastreifen, die zeitweise mit Israel abgestimmt wurde, eine direkte Finanzierung des militärischen Hamas-Apparats.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Katar als neutraler Vermittler betrachtet werden kann. Wer einer Terrororganisation über Jahre politische Infrastruktur und internationale Bewegungsfreiheit bietet, schafft Abhängigkeiten und gewinnt Einfluss. Doha profitiert davon, dass es Kontakte besitzt, die westlichen Regierungen fehlen. Damit wird die Nähe zur Hamas nicht zum diplomatischen Nachteil, sondern zu einer Quelle politischer Unentbehrlichkeit.

Genau darin liegt das problematische Geschäftsmodell: Katar gewinnt Bedeutung, weil es Zugang zu Kräften hat, die selbst Teil des Konflikts sind. Es kann sich anschließend als Vermittler jener Krisen präsentieren, zu deren politischem Umfeld es zuvor beigetragen hat.

Der Westen belohnt strategische Doppeldeutigkeit

Die Macht Katars beschränkt sich nicht auf Diplomatie. Der staatliche Investmentfonds QIA investiert weltweit in Banken, Immobilien, Infrastruktur, Technologie und Unternehmen. Im Januar 2026 vereinbarte er mit Goldman Sachs eine Ausweitung der Zusammenarbeit mit einem angestrebten Investitionsvolumen von 25 Milliarden Dollar. Solche Beteiligungen sind zunächst wirtschaftliche Entscheidungen. In ihrer Gesamtheit verschaffen sie Katar jedoch Zugang, Ansehen und langfristigen Einfluss in westlichen Gesellschaften.

Hinzu kommt Al Jazeera. Das staatlich finanzierte Mediennetzwerk ist ein wesentliches Instrument katarischer Außenpolitik. Zwischen dem englischsprachigen Auftritt für ein westliches Publikum und Teilen der arabischsprachigen Berichterstattung bestehen deutliche Unterschiede bei Ton, Auswahl und politischer Rahmung.

Unbelegte Behauptungen, Al-Jazeera-Journalisten hätten wegen ihrer Anwesenheit an Anschlagsorten von Terrorakten gewusst, wären unseriös. Journalistische Präsenz ist kein Beweis für Vorwissen oder Beteiligung. Berechtigt ist dagegen die Kritik an einer Berichterstattung, die Narrative der Hamas übernimmt, Terroristen als Widerstandskämpfer inszeniert oder die Verantwortung für Angriffe auf israelische Zivilisten sprachlich verwischt.

Der Westen muss deshalb präziser unterscheiden. Kontakte zu Hamas können bei Geiselverhandlungen praktisch notwendig sein. Sie machen Katar aber nicht automatisch zu einem unparteiischen Akteur. Die NATO-Mitgliedschaft der Türkei ist sicherheitspolitisch bedeutsam. Sie verpflichtet westliche Regierungen jedoch nicht dazu, ErdoÄŸans Unterstützung für Hamas-Funktionäre oder seine aggressive Rhetorik gegenüber Israel hinzunehmen.

Auch die Muslimbruderschaft muss differenziert behandelt werden. Sie wird in Deutschland, der EU und den USA nicht als einheitliche Terrororganisation eingestuft. Ihre internationalen Strukturen, Ableger und ideologischen Einflüsse unterscheiden sich. Die aus ihrem palästinensischen Zweig hervorgegangene Hamas ist dagegen eindeutig eine Terrororganisation.

Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob die Türkei und Katar vollständig aus westlichen Sicherheitsstrukturen ausgeschlossen werden sollen. Die Frage ist, weshalb ihre strategische Doppeldeutigkeit kaum politische Kosten verursacht. Beide Staaten verlangen Anerkennung als Partner, während sie Akteuren Raum und Rückhalt geben, die Israel vernichten wollen.

Washington und Europa sollten militärische Zusammenarbeit, wirtschaftliche Partnerschaften und diplomatische Anerkennung stärker an überprüfbare Bedingungen knüpfen. Dazu gehören Transparenz über Finanzströme, die Einschränkung politischer Infrastruktur terroristischer Organisationen, die Beendigung öffentlicher Terrorverherrlichung und eine eindeutige Anerkennung des Existenzrechts Israels.

Strategische Abhängigkeiten verschwinden nicht durch moralische Appelle. Sie dürfen aber auch nicht dazu führen, dass ausgerechnet jene Staaten belohnt werden, die ihre Nähe zu extremistischen Bewegungen anschließend als diplomatische Dienstleistung verkaufen. Wer Partner des Westens sein will, darf Terroristen nicht gleichzeitig politische Rückzugsräume und öffentliche Legitimität verschaffen.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 18. Juli 2026

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