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Iran zieht Jordanien und Bahrain in seinen Krieg


Jordanien schießt iranische Raketen ab, in Bahrain heulen erneut die Sirenen. Teheran bestraft Staaten, die keine Kriegspartei sind, und verwandelt ihre Beziehungen zu den USA in einen Grund für militärische Angriffe.

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Iran weitet seinen Krieg immer tiefer auf die arabischen Nachbarstaaten aus. Jordanien hat am frühen Montagmorgen vier Raketen abgeschossen, die aus iranischem Gebiet in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren. Bereits am 9. Juli hatte die jordanische Luftabwehr acht iranische Raketen abgefangen. In Bahrain, Kuwait und weiteren Golfstaaten wurden erneut Luftabwehrsysteme aktiviert, während die Bevölkerung Schutzräume aufsuchen musste.

Jordanien beteiligt sich nicht an den amerikanischen Angriffen auf Iran. Das Königreich hat wiederholt erklärt, dass es keine Kriegspartei sei und sein Gebiet nicht für Angriffe auf andere Staaten zur Verfügung stelle. Trotzdem feuert Teheran Raketen in Richtung jordanischen Territoriums. Die Regierung in Amman steht damit vor einer Entscheidung, die sie nie gesucht hat: Entweder sie lässt iranische Geschosse ihren Luftraum verletzen, oder sie verteidigt ihr Land und wird vom Regime in Teheran als Gegner behandelt.

Nach Angaben der jordanischen Streitkräfte wurden die vier Raketen vom Montag vollständig zerstört. Menschen kamen nicht zu Schaden, auch Sachschäden wurden nicht gemeldet. Trümmerteile gingen an mehreren Orten nieder und mussten von Spezialisten gesichert werden. Das Ausbleiben von Opfern ist der jordanischen Luftabwehr zu verdanken, nicht der Zurückhaltung Irans.

Auch Bahrain versucht seit Monaten, eine direkte Beteiligung am Krieg zu vermeiden. Das kleine Königreich beherbergt allerdings das Hauptquartier der Fünften Flotte der Vereinigten Staaten. Für Teheran genügt diese Partnerschaft, um das gesamte Land zum Ziel zu erklären. Iranische Raketen und Drohnen richten sich offiziell gegen amerikanische Einrichtungen, fliegen jedoch über bewohnte Gebiete und bedrohen zwangsläufig die Zivilbevölkerung.

Damit setzt Iran eine bekannte Methode fort. Das Regime führt seine Auseinandersetzung mit Israel und den Vereinigten Staaten nicht nur gegen deren Streitkräfte. Es überträgt den Preis des Konflikts auf Nachbarn, Handelsschiffe, ausländische Besatzungen und Zivilisten. Wer amerikanische Soldaten aufnimmt, wer freie Schifffahrt unterstützt oder iranische Raketen abfängt, soll eingeschüchtert und politisch gefügig gemacht werden.

Neutralität schützt nicht vor iranischen Raketen

Jordanien und Bahrain wollen keinen Krieg mit Iran. Beide Staaten setzen auf Verteidigung, Diplomatie und internationale Zusammenarbeit. Doch Teheran erkennt ihre Neutralität nur an, solange sie iranischer Gewalt nicht im Weg steht.

Für Jordanien ist die Lage besonders gefährlich. Das Land liegt zwischen Israel, Syrien, Irak und Saudi-Arabien und verfügt nur über begrenzte wirtschaftliche Mittel. Jede militärische Ausweitung gefährdet seine innere Stabilität, den Flugverkehr, den Handel und die Sicherheit der Bevölkerung. Amman kann iranische Raketen jedoch nicht einfach passieren lassen. Geschosse können ihr Ziel verfehlen, abstürzen oder beim Abfangen Trümmer über Städten und Dörfern verteilen.

Jordanien hat deshalb eine klare Grenze gezogen. Das Land werde keine Verletzung seiner Souveränität und keine Gefährdung seiner Bürger hinnehmen. Die jordanische Führung betont zugleich, dass der Abschuss eindringender Raketen keine Teilnahme am Krieg darstelle, sondern die selbstverständliche Verteidigung des eigenen Staatsgebiets.

Teheran versucht genau diese Trennung zu zerstören. Nach seiner Logik wird jeder Staat zum Gegner, sobald er verhindert, dass iranische Raketen sein Gebiet oder seinen Luftraum benutzen. Das Recht kleinerer Staaten auf Neutralität wird damit praktisch aufgehoben.

Bahrain befindet sich in einer ähnlichen Lage. Das Königreich kann die jahrzehntelange Sicherheitspartnerschaft mit Washington nicht aufgeben, nur weil Iran amerikanische Präsenz in der Region beseitigen will. Die Fünfte Flotte schützt nicht allein amerikanische Interessen. Sie spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherung internationaler Seewege, beim Schutz der Handelsschifffahrt und bei der Überwachung der Straße von Hormus.

Iran greift Bahrain deshalb nicht an, weil Manama einen Krieg begonnen hätte. Das Regime will das Land dafür bestrafen, dass es Teil einer Sicherheitsordnung ist, die Teheran bei der Kontrolle des Persischen Golfs im Weg steht.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte bereits im März mit Resolution 2817 die iranischen Angriffe auf Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Jordanien. Die Resolution wurde mit 13 Stimmen angenommen, China und Russland enthielten sich. Sie verurteilte außerdem iranische Drohungen gegen die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus.

Dass die Angriffe trotzdem weitergehen, zeigt die begrenzte Wirkung diplomatischer Verurteilungen auf ein Regime, das Raketen und Drohnen als gewöhnliches Mittel seiner Außenpolitik betrachtet.

Teheran macht die Golfstaaten zu Geiseln seiner Strategie

Die Gefahr für Bahrain, Jordanien und die übrigen arabischen Staaten reicht weit über mögliche Treffer auf Militäranlagen hinaus. Jede neue Angriffswelle bedroht Flughäfen, Häfen, Wohngebiete, Energieanlagen und Lieferketten. Versicherungen werden teurer, Reedereien meiden die Region, Investoren werden vorsichtiger und die Bevölkerung muss sich auf weitere Alarme einstellen.

Besonders empfindlich ist die Straße von Hormus. Iran behauptet erneut, die Meerenge geschlossen zu haben, während die Vereinigten Staaten erklären, der Schiffsverkehr werde weiterhin geschützt. Tatsächlich ist die Zahl der passierenden Handelsschiffe stark zurückgegangen. Nach dem iranischen Angriff auf das Containerschiff GFS Galaxy reagierten die USA mit umfangreichen Schlägen gegen iranische Raketenstellungen, Radaranlagen, Drohnenfähigkeiten und Marineeinrichtungen.

Teheran beantwortete die amerikanischen Angriffe nicht nur mit Schlägen gegen amerikanische Kräfte. Es feuerte erneut in Richtung Bahrain, Kuwait, Jordanien und Oman. Damit nimmt Iran bewusst in Kauf, dass Staaten in einen Krieg hineingezogen werden, den sie verhindern wollten.

Das Regime stellt diese Angriffe als Selbstverteidigung dar. Doch Selbstverteidigung erklärt nicht, weshalb die Souveränität unbeteiligter Nachbarn verletzt wird. Bahrain hat Iran nicht bombardiert. Jordanien hat keinen Krieg gegen Teheran begonnen. Kuwait, Katar und Oman haben wiederholt versucht zu vermitteln. Trotzdem werden sie mit Raketen und Drohnen bedroht.

Der gemeinsame Nenner ist ihre Verbindung zu den Vereinigten Staaten und ihre Weigerung, Iran die militärische Kontrolle über die Region zu überlassen.

Genau darin liegt die politische Botschaft der Angriffe. Teheran will den Golfstaaten zeigen, dass jede Zusammenarbeit mit Washington einen Preis hat. Die Bevölkerung soll Angst bekommen, die Wirtschaft soll unter Druck geraten und die Regierungen sollen gezwungen werden, amerikanische Truppen und Sicherheitspartnerschaften infrage zu stellen.

Das ist keine Verteidigung iranischer Interessen. Es ist Erpressung mit militärischen Mitteln.

Die Ereignisse bestätigen zugleich, weshalb das Memorandum vom Juni keine belastbare Lösung sein konnte. Es unterbrach den Krieg kurzzeitig, beseitigte aber weder Irans Raketenprogramm noch seinen Anspruch auf Kontrolle der Straße von Hormus. Auch das Netz aus Revolutionsgarden, Drohnenverbänden und regionalen Verbündeten blieb bestehen.

Teheran musste seine gefährlichsten Machtmittel nicht aufgeben. Nun nutzt es genau diese Mittel wieder und erklärt anschließend, die Vereinigten Staaten hätten die Vereinbarung verletzt.

Jordanien und Bahrain zahlen den Preis für diese gescheiterte Hoffnung. Beide Länder wollten Abstand zum Krieg halten. Iran lässt ihnen diesen Abstand nicht. Das Regime hat entschieden, dass schon die Verteidigung des eigenen Luftraums und die Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten ausreichen, um zum Ziel zu werden.

Für Israel ist diese Entwicklung keine Überraschung. Seit Jahren warnt Jerusalem, dass die iranische Bedrohung nicht an Israels Grenzen endet. Das Regime richtet sich gegen jede staatliche Ordnung, die seiner regionalen Vorherrschaft widerspricht. Heute werden Raketen über Jordanien abgeschossen und in Bahrain abgefangen. Morgen kann der Druck einen anderen Nachbarn treffen.

Die arabischen Staaten erkennen zunehmend, dass Irans Krieg nie nur gegen Israel geführt wurde. Israel war lediglich das erste und offenste Ziel. Der Machtanspruch Teherans richtet sich gegen die gesamte Region.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Montag, 13. Juli 2026

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