Hamas richtet Gazaner hin und zeigt erneut, wer im Gazastreifen wirklich Angst verbreitet
Hamas meldet die Hinrichtung eines Gazaners, den sie der Zusammenarbeit mit Israel beschuldigt. Der Fall zeigt, wie brutal die Terrororganisation ihre eigene Bevölkerung kontrolliert und jeden Widerspruch erstickt.

Ein Mann, nur mit den Initialen M.M. bezeichnet, ist im Gazastreifen von der Hamas hingerichtet worden. Der Vorwurf lautet Zusammenarbeit mit israelischen Nachrichtendiensten. Schon diese knappe Meldung sagt viel über die Wirklichkeit in Gaza aus: Dort entscheidet nicht ein rechtsstaatliches Verfahren über Leben und Tod, sondern eine Terrororganisation, die seit Jahren ihre Macht mit Waffen, Angst und öffentlicher Einschüchterung sichert.
Nach Berichten der „Jerusalem Post“ und von „Asharq Al-Awsat“ berief sich die Hamas nahe „Resistance Security“ auf eine eigene Erklärung. Darin heißt es, der 47 Jahre alte Mann habe für israelische Geheimdienste gearbeitet. Seine Informationen hätten zur Tötung mehrerer Palästinenser geführt, darunter des früheren Kommandeurs der Izz al-Din al-Qassam-Brigaden, Izz al-Din Haddad. Die Angaben stammen aus dem Hamas Umfeld und sind nicht unabhängig überprüfbar. Genau deshalb muss man sie mit der nötigen Vorsicht lesen. Klar ist aber: Hamas selbst bestätigt, dass sie einen Menschen wegen angeblicher Kollaboration getötet hat.
Der Fall ist auch deshalb brisant, weil Haddad im Mai bei einem israelischen Schlag getötet wurde. Israel sah in ihm einen führenden Hamas Kommandeur, der nach dem Massaker vom 7. Oktober 2023 weiter eine zentrale Rolle in der militärischen Struktur der Terrororganisation spielte. Hamas Quellen behaupten nun, M.M. sei nach Haddads Tod festgenommen worden. Er soll zuvor mit israelischen Stellen kommuniziert und später im Al-Shifa Krankenhaus die Identität getöteter Personen überprüft haben. Weiter heißt es aus diesen Quellen, der Mann habe unmittelbar nach seiner Festnahme gestanden und eingeräumt, Informationen geliefert zu haben, die zur Tötung von rund 30 Terroristen geführt hätten. Bei seiner Festnahme sei Überwachungstechnik gefunden worden.
Ob diese angeblichen Geständnisse freiwillig waren, ob es ein faires Verfahren gab, ob der Beschuldigte einen Anwalt hatte oder ob die Darstellung der Hamas vollständig erfunden, erzwungen oder politisch genutzt wurde, bleibt offen. In einem System, in dem bewaffnete Islamisten über Gefängnis, Verhör, Urteil und Vollstreckung bestimmen, ist jedes „Geständnis“ mit äußerster Vorsicht zu behandeln. Die Hamas hat ein offenkundiges Interesse daran, angebliche Verräter vorzuführen. Sie will damit nicht nur interne Lecks erklären, sondern auch der Bevölkerung zeigen, was jedem droht, der sich ihrer Kontrolle entzieht.
Genau darin liegt die eigentliche Nachricht. Hamas tötet nicht nur Israelis. Sie hält auch die Menschen in Gaza in einem System der Einschüchterung gefangen. Wer widerspricht, wer protestiert, wer Kontakte hat, wer Fragen stellt oder auch nur verdächtigt wird, kann zum Feind erklärt werden. Das Wort „Kollaborateur“ ist in den Händen der Hamas kein nüchterner Rechtsbegriff. Es ist ein politisches Todesurteil.
Das erklärt auch, warum Proteste gegen Hamas im Gazastreifen so schwer sichtbar werden. In den vergangenen Wochen hatten Aktivisten zu Demonstrationen gegen die Herrschaft der Terrororganisation aufgerufen. Doch diese Aufrufe liefen weitgehend ins Leere. Nicht, weil es keine Wut gäbe. Nicht, weil die Menschen nach fast drei Jahren Krieg, Zerstörung, Hunger, Verzweiflung und Geiselpolitik keine Fragen an Hamas hätten. Sondern weil Angst ein Machtmittel ist. Bewohner Gazas berichteten gegenüber Medien, Hamas habe Menschen eingeschüchtert, bewaffnete Kräfte nahe möglicher Sammelpunkte positioniert, Bewegungen in Lagern eingeschränkt und Telefone beschlagnahmt. Wer teilnehmen wollte oder nur mit den Aufrufen in Verbindung gebracht wurde, musste offenbar mit Konsequenzen rechnen.
Das ist die Seite Gazas, die in vielen westlichen Debatten zu oft ausgeblendet wird. Dort wird gern so getan, als sei Hamas nur ein abstrakter Akteur am Rand, während Israel allein für alles verantwortlich gemacht wird. Doch wer so spricht, nimmt den Menschen in Gaza ihre eigene Lage nicht ernst. Er verschweigt, dass Hamas aus Wohnvierteln, Tunneln, Krankenhäusern, Waffenlagern, Sicherheitsapparaten und Angstpolitik ein Herrschaftssystem gebaut hat. Ein System, das Palästinenser nicht schützt, sondern benutzt.
Für Israel ist diese Realität keine Theorie. Sie ist Sicherheitslage. Eine Organisation, die am 7. Oktober 2023 Familien massakrierte, Menschen verschleppte, Frauen, Kinder und Alte als Geiseln nahm und ihre eigene Bevölkerung als Schutzschild missbraucht, bleibt nicht deshalb ungefährlich, weil sie sich selbst „Widerstand“ nennt. Und eine Organisation, die angebliche Informanten hinrichtet, zeigt damit auch, wie sehr sie ihre Macht im Inneren verteidigt. Nicht durch Zustimmung, sondern durch Furcht.
Gerade deshalb ist die internationale Debatte oft so schief. Wenn Israel gegen Hamas Kommandeure vorgeht, wird sofort über die Folgen gesprochen. Diese Debatte ist nötig, denn jeder zivile Tod ist tragisch. Aber fast nie wird mit derselben Schärfe gefragt, warum Hamas ihre militärische Macht mitten in zivile Räume verlegt, warum sie Krankenhäuser und Lager als Kontrollräume ihrer Herrschaft nutzt, warum sie Proteste verhindert und warum Menschen in Gaza offenbar mehr Angst vor der eigenen Terrorführung haben als viele westliche Beobachter wahrhaben wollen.
Die Hinrichtung von M.M. ist kein Randereignis. Sie ist ein Fenster in das Innenleben der Hamas Herrschaft. Sie zeigt eine Organisation, die sich nicht nur gegen Israel richtet, sondern gegen jeden im Gazastreifen, der ihr gefährlich werden könnte. Sie zeigt, warum so viele Menschen schweigen. Und sie zeigt, warum jede politische Lösung, die Hamas als normale palästinensische Vertretung behandelt, auf einer gefährlichen Lüge beruht.
Wer für die Menschen in Gaza sprechen will, darf Hamas nicht entschuldigen. Wer Frieden fordert, darf nicht übersehen, wer in Gaza Waffen, Gefängnisse und Hinrichtungen kontrolliert. Und wer Israel kritisiert, muss sich wenigstens die ehrliche Frage gefallen lassen, ob er denselben Verzicht auf Schutz auch vom eigenen Staat verlangen würde, wenn eine Terrororganisation von nebenan Raketen baut, Geiseln hält, Informanten hinrichtet und jede Opposition im eigenen Gebiet mit Gewalt erstickt.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Samstag, 4. Juli 2026