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Israel will Linda Sarsour nicht einreisen lassen: Jerusalem zieht Grenze gegen BDS-Aktivismus


Die US-Aktivistin Linda Sarsour soll nicht nach Israel einreisen dürfen. Jerusalem verweist auf ihre Rolle in antiisraelischen Kampagnen und ihre Nähe zur BDS-Bewegung.

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Israel will der palästinensisch-amerikanischen Aktivistin Linda Sarsour die Einreise verweigern. Das Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten hat empfohlen, sie vollständig von der Einreise auszuschließen. Minister Amichai Chikli begründet den Schritt mit Sarsours Aktivitäten gegen Israel, ihrer Rolle im Umfeld der BDS-Bewegung und Kampagnen, die nach israelischer Darstellung auf die internationale Isolation des jüdischen Staates zielen.

Sarsour bestätigte selbst, dass ihr die Einreise verweigert worden sei. Sie erklärte, dadurch werde sie daran gehindert, Familienangehörige zu besuchen. In ihrer Reaktion bezeichnete sie Israel erneut als „Apartheid-Regime“ und warf dem Land „Genozid“ vor. Genau diese Wortwahl zeigt, weshalb der Fall in Israel nicht als gewöhnliche Regierungskritik verstanden wird. Es geht nicht um eine abweichende Meinung zu einzelnen Entscheidungen Jerusalems, sondern um eine Sprache, die Israel grundsätzlich moralisch delegitimiert.

Linda Sarsour wurde in New York geboren und wurde als progressive Aktivistin in den USA bekannt. Sie war frühere Geschäftsführerin der Arab American Association of New York und gehörte 2017 zu den nationalen Co-Vorsitzenden des Women’s March. Zugleich ist sie seit Jahren eine umstrittene Figur in Debatten über Israel, BDS und Antisemitismusvorwürfe in Teilen der amerikanischen Linken.

Chikli erklärte sinngemäß, souveräne Staaten müssten ihre Grenzen schützen. Israel werde seine Tore nicht für Menschen öffnen, die daran arbeiteten, das Land zu schwächen oder zu zerstören. Er warf Sarsour vor, eine führende Figur der BDS-Bewegung zu sein und Aktivitäten gegen israelische Institutionen und sicherheitsrelevante Interessen unterstützt zu haben. Diese Vorwürfe sind als Darstellung des Ministers einzuordnen, zeigen aber klar, warum die israelische Regierung den Fall politisch ernst nimmt.

BDS ist aus israelischer Sicht keine normale Kritik an Regierungspolitik. Die Bewegung zielt auf Boykott, wirtschaftlichen Druck, akademische Ausgrenzung und kulturelle Isolation Israels. Damit richtet sie sich nicht nur gegen einzelne Minister oder konkrete Entscheidungen, sondern gegen die Stellung Israels als legitimer Staat in der internationalen Gemeinschaft. Wer diese Strategie unterstützt, kann nicht erwarten, von Israel wie ein neutraler Besucher behandelt zu werden.

Das gilt besonders nach dem 7. Oktober 2023. Seit dem Hamas-Massaker erlebt Israel weltweit eine Welle der Dämonisierung. Auf Universitätscampus, in Kulturinstitutionen, in Unternehmen und in politischen Bewegungen verschwimmen Kritik an israelischer Politik und grundsätzliche Feindseligkeit gegenüber dem jüdischen Staat immer häufiger. Begriffe wie „Apartheid“ und „Genozid“ werden dabei oft nicht als präzise juristische Kategorien verwendet, sondern als politische Kampfbegriffe.

Israel zieht mit dem Vorgehen gegen Sarsour eine klare Grenze: Wer international daran arbeitet, den jüdischen Staat zu isolieren, hat keinen selbstverständlichen Anspruch darauf, in dieses Land einzureisen. Das ist kein Verbot von Kritik. Israel ist eine Demokratie mit heftiger innerer Debatte, scharfer Regierungskritik und einer freien Öffentlichkeit. Aber ein Staat muss nicht Personen willkommen heißen, die seine internationale Ächtung betreiben.

Der Fall wird absehbar neue Kritik an Israel auslösen. Sarsours Unterstützer werden von politischer Ausgrenzung sprechen. Doch die entscheidende Frage bleibt: Muss ein souveräner Staat Aktivisten einreisen lassen, die ihn als illegitim darstellen und Kampagnen gegen seine Institutionen unterstützen? Israel beantwortet diese Frage zunehmend mit Nein.

Gerade darin liegt die politische Bedeutung des Falls. Jerusalem reagiert nicht mehr nur auf Terror, Raketen und diplomatische Angriffe. Es reagiert auch auf den globalen Aktivismus, der Israel aus dem Kreis legitimer Staaten herausdrängen will. Nach Jahren wachsender BDS-Kampagnen setzt die Regierung ein Signal: Kritik ist möglich. Delegitimierung hat Folgen.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 4. Juni 2026

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