Israel trifft iranische Milizen im Irak und erweitert den Kriegsschauplatz
Israelische Raketen haben Berichten zufolge erstmals direkt iranische Stellvertreterkräfte im Irak angegriffen. Die Operation richtet sich gegen Milizen, die seit Jahren Teil von Irans militärischem Netzwerk gegen Israel sind.

Im Zuge der laufenden militärischen Operationen gegen den Iran ist auch ein Ziel im Irak angegriffen worden, das mit iranisch gesteuerten Milizen verbunden ist. Nach Angaben lokaler Sicherheitsquellen wurde ein Hauptquartier der Miliz Kataib Hezbollah im Gebiet Jurf al Sakhr von einer Rakete getroffen. Diese Organisation gehört zu den einflussreichsten bewaffneten Gruppen, die vom iranischen Regime aufgebaut, finanziert und gesteuert werden.
Nach ersten Berichten wurden bei dem Angriff mindestens zwei Mitglieder der Miliz getötet und acht weitere verletzt. Offizielle Stellungnahmen der Milizführung stehen bislang aus. Die irakischen Sicherheitsbehörden beobachten die Lage und versuchen, das Ausmaß des Schadens zu bewerten.
Kataib Hezbollah ist keine gewöhnliche Miliz. Sie ist Teil der sogenannten Volksmobilisierungskräfte, einer Struktur, die eng mit den Revolutionsgarden verbunden ist. Diese Kräfte wurden über Jahre hinweg zu einem zentralen Instrument iranischer Machtprojektion im Nahen Osten ausgebaut. Sie verfügen über Raketen, Drohnen und militärische Infrastruktur, die nicht nur gegen amerikanische Streitkräfte im Irak eingesetzt wurden, sondern auch Teil der strategischen Bedrohung gegen Israel sind.
Die Miliz war in der Vergangenheit direkt an Angriffen beteiligt, bei denen amerikanische Soldaten getötet wurden. Sie unterstützte außerdem offen die Terrororganisation Hamas und deren Angriff auf Israel am 7. Oktober. Darüber hinaus griff sie wiederholt amerikanische und verbündete Ziele mit Drohnen und Raketen an.
Die jetzigen Angriffe im Irak stehen im direkten Zusammenhang mit den umfassenden Militärschlägen gegen das iranische Regime und dessen militärische Infrastruktur. Israel verfolgt dabei eine klare militärische Logik. Das iranische Bedrohungssystem endet nicht an den Grenzen des Iran. Es besteht aus einem Netzwerk von Milizen, Stützpunkten und bewaffneten Organisationen, die rund um Israel positioniert wurden.
Diese Strukturen bilden die äußere Verteidigungslinie des iranischen Regimes. Von ihnen aus können Raketen gestartet, Drohnen eingesetzt und Angriffe vorbereitet werden. Deshalb sind sie aus israelischer Sicht ein legitimer Teil der militärischen Infrastruktur des iranischen Systems.
Der Angriff im Irak zeigt, dass Israel bereit ist, dieses gesamte Netzwerk zu treffen, nicht nur die Führung in Teheran selbst. Damit verändert sich die strategische Lage in der gesamten Region. Der Konflikt beschränkt sich nicht mehr auf ein einzelnes Land, sondern betrifft das gesamte militärische Gefüge, das der Iran über Jahrzehnte aufgebaut hat.
Wie stark die betroffenen Milizen geschwächt wurden und ob weitere Angriffe folgen, ist derzeit offen. Klar ist jedoch, dass sich der militärische Druck nicht mehr nur auf den Iran selbst konzentriert, sondern auf alle Kräfte, die Teil seines militärischen Systems sind.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert
Artikel veröffentlicht am: Samstag, 28. Februar 2026