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Israels Krankenhäuser verlegen Patienten in unterirdische Schutzstationen


Israels Gesundheitssystem hat mit der Verlegung von Patienten in geschützte unterirdische Bereiche begonnen. Die Maßnahme ist Teil umfassender Vorbereitungen auf mögliche Angriffe auf zivile Infrastruktur.

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Israels Krankenhäuser haben damit begonnen, stationäre Patienten in geschützte unterirdische Einrichtungen zu verlegen. Diese Entscheidung erfolgte auf Anweisung des Gesundheitsministeriums und ist Teil eines vorbereiteten Notfallplans für den Fall von Raketenangriffen auf zivile Ziele. Die Verlegung betrifft derzeit Krankenhäuser im gesamten Land und wird schrittweise umgesetzt.

Besonders große unterirdische Kapazitäten befinden sich im Rambam Krankenhaus in Haifa. Dort wurde bereits vor Jahren ein vollständig ausgestattetes unterirdisches Krankenhaus eingerichtet, das innerhalb kurzer Zeit aktiviert werden kann. Diese Einrichtung umfasst Intensivstationen, Operationssäle und komplette Pflegebereiche. Die Infrastruktur wurde speziell entwickelt, um auch unter militärischen Bedrohungen medizinische Versorgung ohne Unterbrechung zu gewährleisten.

Auch das Assuta Krankenhaus in Tel Aviv hat seine unterirdischen Stationen aktiviert und bereitet rund zweihundert zusätzliche Betten vor. Diese können Patienten aus anderen Krankenhäusern aufnehmen, falls deren Gebäude nicht ausreichend geschützt sind. Darüber hinaus bereitet sich die Einrichtung in Beerscheva darauf vor, Patienten aus dem Süden des Landes zu übernehmen.

Die aktuelle Verlegung basiert auf Erfahrungen aus früheren Angriffen, bei denen Krankenhäuser selbst zum Ziel wurden oder durch nahe Einschläge beschädigt wurden. Der Schutz der Patienten hat deshalb höchste Priorität. Unterirdische Stationen bieten einen deutlich höheren Schutz vor Raketen und Explosionen als oberirdische Gebäude.

Neben der Verlegung von Patienten haben die israelischen Krankenkassen ihre Notfallpläne aktiviert. Kliniken ohne ausreichende Schutzräume bleiben geschlossen oder verlegen ihre Tätigkeit an besser gesicherte Standorte. Gleichzeitig wird der Einsatz von Telemedizin ausgeweitet. Patienten erhalten medizinische Beratung per Telefon oder Video, um unnötige Wege zu vermeiden.

Besondere Aufmerksamkeit gilt Patienten, die zu Hause auf medizinische Geräte angewiesen sind. Dazu gehören Menschen, die künstlich beatmet werden oder auf Sauerstoffgeräte angewiesen sind. Diese Patienten verfügen über Notstromgeneratoren, die eine Versorgung für mehrere Tage sicherstellen können. Zusätzlich wurden spezielle Zentren eingerichtet, in denen medizinische Geräte aufgeladen und betrieben werden können, falls es zu Stromausfällen kommt.

Die israelischen Behörden haben außerdem Pläne vorbereitet, um Patienten zu evakuieren, falls Wohngebäude beschädigt werden. In solchen Fällen werden Betroffene in sichere Unterkünfte gebracht und dort medizinisch betreut.

Diese Maßnahmen zeigen die besondere Struktur des israelischen Gesundheitssystems. Krankenhäuser und medizinische Einrichtungen sind integraler Bestandteil der nationalen Sicherheitsplanung. Sie sind darauf ausgelegt, auch unter extremen Bedingungen weiterzuarbeiten.

Israel hat in den vergangenen Jahren gezielt in diese Infrastruktur investiert. Ziel war es, sicherzustellen, dass die medizinische Versorgung der Bevölkerung selbst unter militärischer Bedrohung nicht zusammenbricht.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 28. Februar 2026

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