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Türkei ließ israelische Soldatin festnehmen, USA mussten eingreifen


Eine ehemalige israelische Soldatin reist nach Ankara, um ihre Eltern zu besuchen. Wenige Tage später steht sie unter Hausarrest, ihr Name kursiert in islamistischen Netzwerken, und ein diplomatischer Notfall beginnt.

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Was mit einem Familienbesuch begann, entwickelte sich zu einer internationalen Krise. Eine junge Frau mit israelischer und türkischer Staatsbürgerschaft war nach Ankara gereist, um ihre Eltern zu sehen. Sie hatte ihren Wehrdienst in der israelischen Armee längst beendet. Doch genau dieser Dienst wurde ihr nun zum Verhängnis.

Islamistische Gruppen in der türkischen Hauptstadt starteten eine gezielte Kampagne gegen sie. In sozialen Netzwerken veröffentlichten sie ihren Namen, Fotos und persönliche Informationen. Gleichzeitig forderten sie öffentlich ihre Festnahme und beschuldigten sie, in einer fremden Armee gedient zu haben. Der Druck blieb nicht ohne Folgen. Die türkischen Behörden griffen ein und nahmen die junge Frau fest.

Nach stundenlangen Verhören wurde sie unter Hausarrest gestellt. Ihr wurde untersagt, das Land zu verlassen. Für Israel war sofort klar, dass es sich nicht um einen gewöhnlichen Rechtsfall handelte, sondern um einen politisch motivierten Vorgang in einem zunehmend feindlichen Umfeld.

Außenminister Gideon Sa’ar schaltete sich persönlich ein. Israel nutzte diplomatische Kanäle, um ihre Freilassung zu erreichen. Doch hinter den Kulissen wurde schnell deutlich, dass der Fall ohne internationalen Druck kaum zu lösen sein würde.

In einem ungewöhnlichen Schritt wandte sich Israel an die Vereinigten Staaten. Die amerikanische Regierung intervenierte direkt bei der türkischen Führung. Washington machte deutlich, dass der Fall Konsequenzen für die Beziehungen haben könnte. Erst danach bewegte sich etwas.

Die Lösung erfolgte nicht öffentlich, sondern im Stillen. Die junge Frau wurde nicht direkt nach Israel ausgeflogen, sondern zunächst in ein Drittland gebracht. Von dort aus setzte sie ihre Reise unter israelischem Schutz fort, bis sie schließlich wieder israelischen Boden erreichte.

Der Vorfall ist mehr als eine einzelne diplomatische Episode. Er zeigt, wie sich die Lage für Israelis weltweit verändert hat. Der Militärdienst ist in Israel Pflicht. Millionen Bürger haben ihn absolviert. Doch genau diese Pflicht wird zunehmend von feindlichen Akteuren genutzt, um Israelis zu kriminalisieren.

Besonders gefährdet sind Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Israelische Sicherheitskreise warnen, dass zehntausende ehemalige Soldaten theoretisch Ziel ähnlicher Maßnahmen werden könnten. In Ländern mit antiisraelischer Politik kann ihr Dienst als Vorwand dienen, um sie festzusetzen oder unter Druck zu setzen.

Die Türkei spielt dabei eine besondere Rolle. Unter Präsident Recep Tayyip ErdoÄŸan hat sich die politische Haltung gegenüber Israel in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. Öffentliche Angriffe auf Israel gehören inzwischen zur politischen Rhetorik.

Der Fall der jungen Frau zeigt, wie schnell diese politische Haltung konkrete Folgen für einzelne Menschen haben kann. Sie wurde nicht wegen einer aktuellen Tat festgenommen, sondern wegen eines Dienstes, den sie als Staatsbürgerin ihres Landes geleistet hatte.

Dass ihre Freilassung nur durch massiven internationalen Druck möglich war, unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Situation.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 26. Februar 2026

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