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Anti Hamas Miliz beginnt Entwaffnung in Gaza und stellt Terrorherrschaft offen infrage


Während Israel die Hamas militärisch bekämpft, wächst im Inneren Gazas ein neuer Gegner. Eine lokale Miliz zerstört Tunnel, sammelt Waffen ein und kündigt offen das Ende der Terrororganisation an.

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Im Süden des Gazastreifens spielt sich eine Entwicklung ab, die lange als unmöglich galt. Eine bewaffnete palästinensische Gruppe hat begonnen, systematisch die Macht der Hamas zu untergraben. Die sogenannte Abu Shabab Miliz operiert im Raum Rafah und verfolgt ein klares Ziel: die militärische Infrastruktur der Hamas zu zerstören und der Terrororganisation ihre wichtigste Grundlage zu entziehen.

Ihr Anführer Ghassan Duhine beschreibt die Mission mit ungewöhnlicher Offenheit. Der erste Schritt sei fast abgeschlossen. Die Tunnel der Hamas würden zerstört, jene unterirdischen Gänge, die über Jahre hinweg zum Symbol der Macht dieser Terrororganisation geworden sind. Diese Tunnel waren nicht nur Verstecke. Sie waren Waffenlager, Kommandozentralen und Transportwege für Angriffe gegen israelische Städte und Soldaten. Sie ermöglichten Entführungen, Überraschungsangriffe und die systematische Bedrohung der israelischen Bevölkerung.

Dass nun Palästinenser selbst damit begonnen haben, diese Infrastruktur zu beseitigen, ist ein Einschnitt. Es zeigt eine Realität, die außerhalb Israels oft ignoriert wird. Die Hamas ist nicht nur ein Feind Israels. Sie ist auch ein Unterdrücker ihrer eigenen Bevölkerung.

Ein Kampf gegen die Angst

Die Miliz kündigte bereits die nächsten Schritte an. Nach den Tunneln sollen Waffenfabriken zerstört werden. Danach wollen die Kämpfer die persönlichen Waffen der Hamas Terroristen einsammeln. Es ist ein direkter Angriff auf das Machtmonopol der Organisation, die den Gazastreifen seit Jahren mit Gewalt kontrolliert.

Diese Entwicklung ist kein Zufall. Viele Menschen im Gazastreifen haben einen hohen Preis für die Herrschaft der Hamas bezahlt. Wer sich widersetzte, riskierte Gefängnis, Folter oder den Tod. Öffentliche Kritik war lebensgefährlich. Doch der Krieg und die massive Schwächung der Hamas haben ein Machtvakuum geschaffen, in dem erstmals offener Widerstand möglich wird.

Duhine macht deutlich, dass seine Gruppe keinen Dialog mit der Hamas mehr für sinnvoll hält. Seine Worte sind Ausdruck einer tiefen Enttäuschung. Für ihn und seine Mitstreiter ist die Hamas keine Schutzmacht, sondern eine Bedrohung für die eigene Zukunft.

Israel erlebt diese Entwicklung mit besonderer Aufmerksamkeit. Seit dem Massaker vom 7. Oktober steht fest, dass die Hamas nicht nur ein militärischer Gegner ist, sondern eine existenzielle Gefahr für den jüdischen Staat. Die Zerstörung der Tunnel ist deshalb eines der zentralen Ziele der israelischen Armee. Jeder Tunnel, der verschwindet, ist ein Schritt hin zu mehr Sicherheit für israelische Familien.

Ein Zeichen für die Zukunft Gazas

Die Existenz einer Anti Hamas Miliz wirft eine entscheidende Frage auf. Wie wird Gaza aussehen, wenn die Hamas ihre Kontrolle verliert? Jahrzehntelang gab es kaum sichtbaren Widerstand gegen ihre Herrschaft. Nun entsteht eine neue Realität, in der Palästinenser selbst Verantwortung für ihre Zukunft übernehmen wollen.

Das ist auch ein Signal an die Welt. Frieden kann nicht entstehen, solange eine Terrororganisation die Bevölkerung kontrolliert. Solange Waffenlager unter Wohnhäusern versteckt werden und Kinder in einer Umgebung aufwachsen, in der Gewalt zur Normalität gehört, bleibt jede Hoffnung auf Stabilität fragil.

Israel hat immer wieder betont, dass sein Kampf nicht gegen die Bevölkerung Gazas gerichtet ist, sondern gegen die Hamas. Die aktuellen Ereignisse bestätigen diese Unterscheidung. Wenn Palästinenser beginnen, die Hamas selbst zu bekämpfen, zeigt das, wie groß die Kluft zwischen Terrororganisation und Bevölkerung geworden ist.

Der Weg bleibt gefährlich. Die Hamas wird ihre Macht nicht kampflos aufgeben. Doch die Tatsache, dass sich ihr nun auch bewaffneter Widerstand aus den eigenen Reihen entgegenstellt, verändert die strategische Lage grundlegend.

Für Israel bedeutet diese Entwicklung eine vorsichtige Hoffnung. Eine Zukunft ohne Hamas wäre nicht nur ein Sieg für die Sicherheit Israels. Sie wäre auch eine Chance für die Menschen in Gaza, endlich ohne Terrorherrschaft zu leben.

Autor: Bernd Geiger
Bild Quelle: Facebook/Ghassan Duhine

Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 19. Februar 2026

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