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Hamas verhandelt über Entwaffnung und will bewaffnet bleiben


In Kairo spricht die Hamas über „Demilitarisierung“. Doch was auf dem Papier nach Entwaffnung klingt, entpuppt sich als taktisches Manöver: schwere Waffen abgeben, leichte behalten, Macht sichern. Für Israel ist klar, was hier wirklich verhandelt wird nicht Frieden, sondern Fortbestand des Terrors.

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Die Terrororganisation Hamas plant nach einem Bericht von Sky News Arabia Gespräche mit ägyptischen Vermittlern in Kairo, bei denen sie über ihre künftige militärische Rolle im Gazastreifen sprechen will. Im Zentrum stehen Vorschläge zur sogenannten Demilitarisierung sowie scharfe Einwände gegen die Zusammensetzung des National Committee for the Administration of Gaza, kurz NCAG. Schon die Ausgangslage macht deutlich: Die Hamas sucht keinen echten Bruch mit der Gewalt, sondern einen Weg, sie politisch und organisatorisch zu konservieren.

Nach Angaben der Quelle will die Hamas den ägyptischen Vermittlern mehrere Modelle präsentieren. Eines davon sieht vor, sämtliche Waffen „ruhen zu lassen“, solange die israelischen Streitkräfte nicht vollständig aus dem Gazastreifen abgezogen sind. Ein anderes, besonders brisantes Modell geht noch weiter: Die Hamas wäre demnach bereit, schwere Waffen wie Raketen und verbliebene Langstreckenwaffen abzugeben, ebenso Karten ihres weitverzweigten Tunnelsystems. Im Gegenzug fordert sie jedoch das Recht, leichte Waffen wie Gewehre zu behalten.

Aus israelischer Sicht ist dieser Vorschlag nichts anderes als eine semantische Täuschung. Eine Terrororganisation, die bewaffnete Kämpfer behält, bleibt eine bewaffnete Terrororganisation. Die Erfahrung aus Gaza, dem Libanon und anderen Konflikten zeigt, dass leichte Waffen ausreichen, um Macht auszuüben, Gegner einzuschüchtern und jederzeit erneut aufzurüsten. Demilitarisierung, die diesen Namen verdient, kennt keine bewaffneten Ausnahmen.

Die Rolle des NCAG und der Versuch der Machtkonservierung

Die Gespräche in Kairo sind Teil der Umsetzung des von US-Präsident Donald Trump initiierten Plans für Gaza. Kernstück ist die Schaffung des NCAG, eines technokratischen Gremiums, das die zivile Verwaltung übernehmen und zugleich die Entwaffnung bewaffneter Gruppen überwachen soll. Genau hier setzt der Widerstand der Hamas an.

Nach dem Bericht will die Hamas nicht nur Einfluss auf die Arbeit des NCAG nehmen, sondern fordert offen die Integration ihrer eigenen Kämpfer in die künftige Verwaltung Gazas. Damit würde ausgerechnet die Organisation, die den Gazastreifen in ein Terrorgebiet verwandelt hat, erneut Teil der Machtstruktur werden. Das Risiko ist offensichtlich: Eine formale Entwaffnung bei gleichzeitiger faktischer Kontrolle.

Besonders deutlich wird dies an der Ablehnung der Personalie Sami Nasman, der unter dem NCAG für Sicherheitsfragen zuständig sein soll. Nasman, ein früherer General der Palästinensischen Autonomiebehörde aus Gaza, gilt als Gegner der Hamas. Aus Sicht der Terrororganisation ist seine Ernennung „provokativ“ und könne „Vergeltungsreaktionen“ auslösen. Übersetzt heißt das: Er steht der Hamas im Weg.

Ein bekanntes Muster

Dass die Hamas schwere Waffen abzugeben bereit ist, während sie leichte behält, folgt einem bekannten Muster. Raketen und Tunnel sind international schwer zu rechtfertigen und leicht als Kriegsinstrumente zu brandmarken. Bewaffnete Kämpfer mit Gewehren lassen sich dagegen als „lokale Sicherheitskräfte“ oder „Widerstand“ umetikettieren. Genau diese Grauzone versucht die Hamas nun zu nutzen.

Bereits frühere Berichte, unter anderem aus den USA, hatten angedeutet, dass internationale Entwürfe zur Entwaffnung der Hamas das Behalten kleiner Waffen nicht kategorisch ausgeschlossen hätten. Für Israel ist das eine rote Linie. Jeder bewaffnete Hamas-Kämpfer bedeutet eine fortbestehende Bedrohung für israelische Zivilisten und eine Einladung zur nächsten Eskalation.

Für Israel steht nicht die Frage im Raum, wie viel Terror akzeptabel ist, sondern ob Terror überhaupt akzeptiert wird. Eine Demilitarisierung, die Hamas bewaffnet lässt und ihr zugleich politischen Einfluss sichert, wäre kein Schritt in Richtung Stabilität, sondern ein Rezept für den nächsten Krieg.

Die Gespräche in Kairo zeigen vor allem eines: Die Hamas ist bereit, über Formen zu reden, nicht über Substanz. Sie will Zeit gewinnen, internationale Akzeptanz simulieren und ihre Machtbasis retten. Israel kennt dieses Spiel. Und genau deshalb wird jede Vereinbarung daran gemessen werden müssen, ob sie den Terror tatsächlich beendet oder ihn nur in eine neue Form gießt.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 14. Februar 2026

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