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Hamas-Dokumente belasten ehemaligen World Vision-Direktor in Gaza schwer


Interne Unterlagen aus dem Gazastreifen zeichnen ein Bild systematischer Unterwanderung einer internationalen Hilfsorganisation. Israel sieht sich durch neue Funde in seiner jahrelangen Warnung bestätigt.

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Im Gazastreifen ging es nie nur um humanitäre Hilfe. Es ging immer auch um Kontrolle, Einfluss und Macht. Neue interne Dokumente der Hamas, die von der israelischen Armee während des Krieges sichergestellt wurden, legen nun nahe, dass der ehemalige Gaza-Direktor der christlichen Hilfsorganisation World Vision nicht nur ein ziviler Projektleiter war, sondern aktiver Teil der Terrororganisation.

Im Zentrum steht Mohammed al-Halabi, der 2022 von einem israelischen Gericht verurteilt wurde. Sechs Jahre zuvor war er festgenommen worden, weil er nach Überzeugung der Ermittler über Jahre hinweg Hilfsgelder und Material an die Hamas umgeleitet hatte. Die jetzt ausgewerteten Hamas-Unterlagen bestätigen nach israelischer Darstellung, dass Halabi bereits seit 2004 für die Terrororganisation tätig war und parallel eine leitende Funktion bei World Vision ausübte.

Überwachung, Einschüchterung, Abschottung

Besonders brisant ist nicht nur die mutmaßliche Doppelrolle Halabis, sondern das Vorgehen der Hamas im Umgang mit potenziellen Zeugen. Laut den sichergestellten Papieren überwachte die Organisation Mitarbeiter von World Vision systematisch, befragte sie intern und versuchte, mögliche Hinweisgeber zu identifizieren. Ein Mitarbeiter, der offenbar bereit war, vor israelischen Behörden auszusagen, soll an der Ausreise gehindert worden sein. Der Zugang über den Grenzübergang Beit Hanun wurde ihm demnach verweigert.

Ein Buchhalter der Organisation, Mohammed Mehdi, soll laut Unterlagen auf Unregelmäßigkeiten aufmerksam gemacht haben. Er habe Behörden informiert, dass Gelder und Materialien über Jahre hinweg zweckentfremdet worden seien. Die Hamas reagierte offenbar mit internen Untersuchungen und gezielter Abschottung. Dokumente belegen zudem, dass die Organisation selbst die juristischen Verfahren in Israel genau verfolgte und Informationen aus geschlossenen Gerichtsverhandlungen erhielt.

Das Bild, das sich daraus ergibt, ist klar: Eine Terrororganisation, die nicht nur militärisch agiert, sondern zivile Strukturen systematisch infiltriert und kontrolliert. Genau davor hatte Israel seit Jahren gewarnt. Humanitäre Hilfe im Gazastreifen ist notwendig. Doch ohne strenge Kontrolle wird sie zur strategischen Ressource in den Händen einer Organisation, die den bewaffneten Kampf gegen Israel als Kern ihrer Ideologie begreift.

Gerichtsurteil und internationale Verantwortung

Das israelische Gericht kam 2022 zu dem Schluss, dass Halabi große Mengen an Baumaterial wie Eisen und Kunststoff gezielt an die Hamas weiterleitete. Diese Materialien seien für den Bau von Angriffstunneln genutzt worden. In einem Fall soll er 20.000 Dollar zur Reparatur eines Tunnels übergeben haben. Er wurde wegen zahlreicher Anklagepunkte verurteilt, in einem Punkt jedoch freigesprochen. 2025 wurde er im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen.

World Vision weist bis heute jede Verstrickung zurück. Man habe interne und externe Prüfungen durchgeführt, die keine Belege für eine systematische Umleitung von Geldern erbracht hätten. Die Organisation betont, sie verurteile jede Form von Terrorismus und sehe keinen Beweis für eine institutionelle Mitverantwortung.

Doch die Frage bleibt: Wie konnte ein Mann mit mutmaßlich enger Anbindung an eine Terrororganisation über Jahre hinweg eine zentrale Position in einer internationalen Hilfsorganisation ausüben? Und wie konnte eine Struktur entstehen, in der Mitarbeiter offenbar Angst vor internen Repressionen hatten?

Die neuen Dokumente verschärfen eine Debatte, die weit über einen einzelnen Fall hinausgeht. Es geht um Kontrolle von Hilfsgeldern, um Transparenz, um internationale Verantwortung. Staaten und Organisationen, die im Gazastreifen tätig sind, tragen eine doppelte Pflicht: humanitäre Not lindern und gleichzeitig sicherstellen, dass Hilfe nicht zur Finanzierung von Gewalt missbraucht wird.

Israel sieht sich durch die Funde bestätigt. Wer die Realität im Gazastreifen verstehen will, muss anerkennen, dass die Hamas nicht nur eine bewaffnete Gruppe ist, sondern ein komplexes Machtgefüge, das zivile Institutionen durchdringt und für eigene Zwecke nutzt. Humanitäre Hilfe darf kein blinder Fleck sein. Sie braucht Kontrolle, Konsequenz und den politischen Willen, Missbrauch klar zu benennen.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert

Artikel veröffentlicht am: Samstag, 14. Februar 2026

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