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Israels Geheimdienste warnen: Iran bereitet den nächsten Mehrfrontenangriff auf Israel vor


Teheran soll Hamas, Hisbollah, Huthi und irakische Milizen enger zusammenführen. Diesmal sollen die Fronten nach israelischen Einschätzungen nicht nacheinander aufbrechen, sondern Israel gleichzeitig unter Feuer setzen.

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Der 7. Oktober offenbarte nicht nur Israels schwerstes Sicherheitsversagen. Aus iranischer Sicht zeigte der Angriff auch, was nicht funktioniert hatte: Hamas begann das Massaker allein. Hisbollah, Iran und andere Teile des iranischen Terrornetzwerks stiegen erst später und in unterschiedlicher Intensität in den Krieg ein. Genau diesen Fehler will Teheran nach israelischen Geheimdiensteinschätzungen offenbar nicht wiederholen. Berichten zufolge arbeitet Iran daran, einen künftigen Angriff von Beginn an über mehrere Fronten zu koordinieren: Iran selbst, Hamas im Gazastreifen, die Hisbollah im Libanon, die Huthi im Jemen und proiranische Milizen im Irak. Ein konkreter Angriffstermin oder bereits erteilter Angriffsbefehl ist öffentlich nicht bekannt. Die verstärkte Koordination des Netzwerks dagegen wird seit Wochen beobachtet.

Die Vorstellung dahinter ist so einfach wie gefährlich. Raketen und Drohnen aus Iran, Libanon, Jemen und Irak könnten gleichzeitig israelische Luftabwehr und Kommandozentralen beschäftigen, während Hamas im Süden zusätzlichen Druck erzeugt. Israel müsste dann nicht eine Front nach der anderen bekämpfen, sondern innerhalb kürzester Zeit Entscheidungen über Ziele und Abfangkapazitäten in mehreren Tausend Kilometern Entfernung treffen. Es ist genau das Szenario, für das Iran seine sogenannte Widerstandsachse über Jahrzehnte aufgebaut hat. haOlam hat bereits im Juni beschrieben, warum Gaza, Libanon, Jemen und Irak nicht als voneinander getrennte Konflikte verstanden werden können: Der strategische Brandherd liegt in Teheran.

Was am 7. Oktober nicht funktionierte, soll diesmal funktionieren

Dass diese Idee älter ist als der aktuelle Krieg, zeigen Unterlagen, die Israel nach dem Hamas Angriff im Gazastreifen sicherstellte. Bereits vor dem 7. Oktober existierten Überlegungen für einen gemeinsamen Angriff aus Gaza, dem Libanon und Syrien, unterstützt durch Präzisionsraketen gegen strategische Ziele in Israel. Yahya Sinwar wollte weitere Fronten in den Krieg hineinziehen. Doch Hamas informierte seine Partner nach israelischen und amerikanischen Erkenntnissen nicht vollständig über Zeitpunkt und Einzelheiten des Massakers. Hisbollah eröffnete am 8. Oktober das Feuer, startete aber nicht gleichzeitig mit Hamas einen großen Bodenangriff.

Teheran scheint daraus gelernt zu haben. Nach den aktuellen Berichten sollen Vertreter der Quds Einheit erneut Gespräche mit Hisbollah Kommandeuren, Huthi Führern und proiranischen Milizen im Irak geführt haben. Hinzu kommen Berichte über gemeinsame Übungen, engere operative Kontakte und eine stärkere Abstimmung militärischer und politischer Entscheidungen. Schon Mitte August meldete die IDF eine erneuerte Koordination zwischen Hamas und Hisbollah mit iranischer Unterstützung. Nach Einschätzung der Armee versucht Teheran damit, seine beschädigte Terrorachse wieder zusammenzusetzen.

Auch die Gewichte innerhalb dieses Netzwerks verschieben sich. Die Hisbollah wurde durch israelische Operationen schwer getroffen, das Assad Regime in Syrien ist gefallen und damit eine der wichtigsten iranischen Nachschubrouten zusammengebrochen. Dafür gewinnen die Huthi und irakische Milizen für Teheran an Bedeutung. Le Monde berichtete bereits im August über eine Neuorganisation der iranischen Achse mit wachsender Bedeutung des Irak und des Jemen. Das israelische INSS warnt zugleich davor, dass besonders hart iranisch gebundene Milizen im Irak ihre Entwaffnung verweigern und Teheran aktiv versucht, entsprechenden Druck aus Bagdad zu blockieren.

Hamas bleibt dabei trotz ihrer schweren Verluste ein wichtiger Bestandteil. Unter Khalil al-Hayya, der im Juli an die Spitze der Terrororganisation rückte, dürfte die Bindung an Iran kaum schwächer werden. Al-Hayya gehört seit Jahren zu den wichtigsten Verbindungsleuten nach Teheran. Für Iran bietet Hamas etwas, das Hisbollah, Huthi und irakische Milizen nicht ersetzen können: unmittelbaren Druck aus dem palästinensischen Raum und die Möglichkeit, militärische Eskalation erneut mit dem politischen Konflikt um Gaza zu verbinden.

Israel zerstört die Fronten, Iran versucht sie wieder zusammenzukleben

Dass es Teheran ernst mit dem Erhalt seines Netzwerks ist, zeigt derzeit besonders der Libanon. Iran warnte die Vereinigten Staaten erst im August vor einem israelischen Vorgehen gegen den Ali Taher Höhenzug und drohte mit einer schweren Reaktion. Israel ließ sich davon nicht stoppen. Die IDF räumte die unterirdischen Hisbollah Anlagen und zerstört dort Infrastruktur, die über Jahre mit iranischer Unterstützung entstanden war. haOlam berichtete darüber, wie Israel dieses Hisbollah Bollwerk trotz iranischer Drohungen unter operative Kontrolle brachte.

Gleichzeitig bleiben die Huthi ein strategisches Problem. Sie haben bereits bewiesen, dass sie Israel aus mehr als 1.500 Kilometern Entfernung mit ballistischen Raketen und Drohnen erreichen können. Im Irak existieren Milizen mit ähnlicher iranischer Bewaffnung und engen Beziehungen zu den Revolutionsgarden. haOlam berichtete im August über drei an Israels Ostgrenze abgefangene Drohnen und die Spur zu proiranischen Gruppen im Irak.

Genau darin liegt die eigentliche Bedeutung der neuen Geheimdiensteinschätzung. Iran versucht offenbar nicht einfach, verlorene Raketen, Tunnel und Kommandeure zu ersetzen. Teheran arbeitet an einem besseren Zusammenspiel seines gesamten Netzes. Was am 7. Oktober ungeordnet begann und Israel anschließend über Monate auf sieben Schauplätze zog, soll beim nächsten Mal möglicherweise von der ersten Minute an synchronisiert werden.

Für Israel ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Es reicht nicht, Hamas, Hisbollah oder die Huthi jeweils nur bis zur nächsten Waffenruhe zurückzudrängen. Solange Teheran das Zentrum des Netzwerks bleibt, wird jeder zerstörte Arm irgendwann wieder aufgebaut.

Der 7. Oktober zeigte, was Hamas allein anrichten konnte.

Irans offenbar geplante Antwort darauf ist nicht weniger Terror.

Sie ist mehr Koordination.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de

Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 6. September 2026

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