Irans Repression eskaliert: Demonstrant brutal getötet, Fotografin zu 15 Jahren Haft
Eine neue Aussage aus dem Umfeld der iranischen Opposition schildert die Tötung des 29 Jahre alten Farid Ramazani als gezielte politische Hinrichtung. Gleichzeitig wurde die bekannte iranische Fotografin Yalda Moayeri zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Eine neue Aussage aus Iran zeichnet ein besonders brutales Bild der Repression des Regimes gegen seine Gegner. Im Mittelpunkt steht der Fall des 29 Jahre alten Farid Ramazani, der nach Angaben des oppositionellen Senders Iran International während der großen Proteste im Januar in Teheran getötet worden sein soll.
Laut der von N12 aufgegriffenen Darstellung wurde Ramazani am 8. Januar im Stadtteil Aryashahr von iranischen Sicherheitskräften angeschossen. Demnach traf ihn zunächst ein Schuss in den Rücken. Anschließend sollen die Einsatzkräfte bemerkt haben, dass auf seiner rechten Hand ein Pahlavi-Kronen-Tattoo zu sehen war, ein Symbol, das mit dem früheren iranischen Königshaus verbunden ist.
Nach dieser Aussage sollen die Kräfte gezielt auf die Hand geschossen haben, um das Tattoo zu verstümmeln. Danach sei Ramazani aus nächster Nähe mit einem Schuss in die Stirn getötet worden. Eine unabhängige Bestätigung dieser Schilderung liegt bislang nicht vor. Die Darstellung stammt aus dem Umfeld der iranischen Opposition und wurde über Iran International verbreitet.
Der Fall endet den Angaben zufolge nicht mit dem Tod des Regimegegners. Auch seine Familie soll von den Behörden schikaniert worden sein. So sei die Herausgabe des Leichnams etwa zwei Wochen lang verzögert worden. Zudem hätten die Angehörigen für die drei Kugeln bezahlen sollen, bevor der Körper freigegeben wurde. Auch eine Beisetzung in Teheran sei demnach nicht erlaubt worden. Ramazani wurde schließlich in Hashjin im Nordwesten des Landes beerdigt.
Der Bericht fügt sich in das bekannte Muster der iranischen Repressionspolitik ein. Das Regime geht seit Jahren mit äußerster Härte gegen Demonstranten, Oppositionelle, Angehörige von Opfern und jede Form öffentlicher Erinnerung an die Proteste vor. Gerade Symbole, die auf eine Ablehnung der Islamischen Republik und eine Nähe zur alten Monarchie hindeuten, werden von den Sicherheitsorganen als Provokation betrachtet.
Parallel dazu zeigt ein zweiter Fall, wie massiv das Regime auch gegen Journalisten und Fotografen vorgeht. Die bekannte iranische Pressefotografin Yalda Moayeri wurde nach Angaben von Reuters zu 15 Jahren Haft verurteilt. Moayeri hatte über Jahre Proteste, das Leben iranischer Frauen und die Gewalt der Sicherheitsapparate dokumentiert.
Nach ihrer eigenen Schilderung erfuhr sie ausgerechnet am nationalen Tag des Journalisten von dem Urteil. Sie sei vor dem Revolutionsgericht erschienen, habe aber keine offiziellen Unterlagen erhalten. Stattdessen habe ein Begleiter die Vorwürfe handschriftlich notieren müssen. Vorgeworfen wird ihr demnach unter anderem, mit von den Behörden als feindlich eingestuften Medien gesprochen und Bildmaterial an Organisationen mit Bezug zu den USA und Israel weitergegeben zu haben.
Moayeri erklärte, Mitglieder des Geheimdienstes der Revolutionsgarden hätten bereits während der Proteste ihre Wohnung durchsucht und technische Geräte beschlagnahmt. Nach den Angriffen Israels und der USA auf Ziele in Iran seien die Sicherheitskräfte erneut gekommen und hätten weitere Ausrüstung mitgenommen. Nach ihren Worten sei selbst ihre alte Kameraausrüstung aus Kindertagen beschlagnahmt worden.
Trotzdem erklärte die Fotografin, sie wolle ihre Arbeit nicht aufgeben. Gerade dieser Satz ist bezeichnend. Das Regime versucht nicht nur, Menschen einzuschüchtern oder zu bestrafen. Es versucht, Erinnerung zu kontrollieren. Wer dokumentiert, was in Iran geschieht, wird selbst zum Ziel.
Beide Fälle stehen damit für zwei Seiten derselben Politik. Auf der Straße trifft die Gewalt die Demonstranten. Vor Gericht trifft sie jene, die diese Gewalt sichtbar machen.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de
Artikel veröffentlicht am: Freitag, 14. August 2026