Trump hält den Großangriff bereit: Iran bekommt eine letzte Chance
Die amerikanischen Streitkräfte stehen für eine erheblich größere Angriffswelle bereit. Noch verhandelt Washington mit Teheran, doch Trump macht deutlich: Scheitert die Diplomatie, folgt eine militärische Antwort in bislang unbekanntem Umfang.

US-Präsident Donald Trump hat Iran eine letzte Möglichkeit zur Einigung eingeräumt und zugleich mit deutlich schwereren Angriffen gedroht. Die amerikanischen Streitkräfte seien vollständig vorbereitet und könnten jederzeit losschlagen, erklärte Trump am Freitag im Weißen Haus.
„Wir sind geladen und bereit“, sagte der Präsident. Zugleich betonte er, Washington spreche weiterhin mit der iranischen Führung. Noch sei keine endgültige Entscheidung über eine neue Großoperation gefallen.
Damit hält Trump zwei Wege offen. Der erste führt über ein Abkommen, das Irans Atomprogramm begrenzt und die Angriffe auf amerikanische Soldaten sowie internationale Handelswege beendet. Der zweite führt über eine erheblich ausgeweitete Militärkampagne.
Trump bezeichnete eine diplomatische Einigung als die klügere Lösung. Sollte Teheran jedoch weiter auf Zeit spielen, könnten die bisherigen Angriffe mit einer „schwereren Dosis“ fortgesetzt werden. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Iran kann den Krieg noch auf dem Verhandlungsweg beenden, aber nicht zu Bedingungen, die dem Regime erlauben, seine gefährlichsten Fähigkeiten zu behalten.
Nach einem Bericht der „New York Times“ beriet Trump später am Freitag mit seinem Kabinett über das weitere Vorgehen. Eine solche Sitzung bedeutet noch keinen Angriffsbefehl. Sie zeigt jedoch, dass die Entscheidung über eine größere Operation inzwischen auf höchster Ebene vorbereitet wird.
Die USA greifen bereits jede Nacht an
Die amerikanische Drohung steht nicht nur auf dem Papier. Seit fast zwei Wochen bombardiert das US-Militär Nacht für Nacht iranische Militäranlagen. Das Zentralkommando CENTCOM meldete inzwischen die dreizehnte aufeinanderfolgende Angriffswelle.
Getroffen wurden nach offiziellen Angaben Führungsstellen, Kommunikationsnetze, Lager für Angriffsdrohnen, Küstenüberwachung und maritime Einrichtungen. Diese Anlagen dienen den Revolutionsgarden dazu, Schiffe in der Straße von Hormus zu erfassen, Angriffe zu koordinieren und Raketen oder Drohnen auf den Weg zu bringen.
Washington versucht damit, nicht nur einzelne Waffen zu zerstören, sondern den gesamten Ablauf iranischer Angriffe zu unterbrechen. Wer Radaranlagen, Befehlsstellen, Kommunikationswege und Abschussvorrichtungen gleichzeitig trifft, nimmt dem Gegner die Fähigkeit, seine Kräfte geordnet einzusetzen.
Trump behauptete, Iran verfüge praktisch über keine einsatzfähige Marine, Luftwaffe, Flugabwehr und Radarstruktur mehr. Diese Aussage ist überzogen. Das Regime besitzt weiterhin ballistische Raketen, Angriffsdrohnen, mobile Abschussanlagen und bewaffnete Einheiten. Auch die fortgesetzten Angriffe auf amerikanische Interessen und die Schifffahrt zeigen, dass Iran nach wie vor gefährlich ist.
Unbestreitbar ist jedoch, dass die iranischen Streitkräfte schwer getroffen wurden. Amerikanische und israelische Angriffe haben wichtige Kommandeure, Flugabwehrstellungen, Raketenanlagen und Teile der maritimen Infrastruktur ausgeschaltet. Die Revolutionsgarden können weiterhin zuschlagen, doch jeder weitere Angriff wird schwieriger und kostspieliger.
Bereits am Vortag hatte Trump gegenüber Axios erklärt, er erwäge einen „massiven Angriff“, der größer ausfallen könne als alle bisherigen Operationen dieses Krieges. Die Vereinigten Staaten seien dafür vollständig vorbereitet. Israel würde sich nach seiner Einschätzung sofort beteiligen, falls Washington darum bitte. Die USA benötigten diese Unterstützung für den geplanten Schlag jedoch nicht.
Damit lässt Trump Teheran bewusst im Unklaren. Das Regime weiß, dass die Vorbereitungen abgeschlossen sein könnten, kennt aber weder Zeitpunkt noch Umfang eines möglichen Angriffs. Zugleich bleibt eine Tür für Verhandlungen offen.
Diese Unsicherheit ist Teil des amerikanischen Drucks. Iran soll nicht erkennen können, wie viel Zeit noch bleibt oder welche Ziele bereits ausgewählt wurden.
Ein Abkommen darf Iran nicht nur eine Pause verschaffen
Trump erklärte, Iran wolle verhandeln, sei aber noch nicht bereit, die notwendigen Zugeständnisse zu machen. Das Regime versuche weiterhin, sich als unbeugsame Macht darzustellen. Gleichzeitig wächst der militärische und wirtschaftliche Druck von Tag zu Tag.
Washington verlangt vor allem, dass Iran keine Atomwaffe entwickelt und seine Angriffe auf amerikanische Kräfte sowie internationale Handelswege einstellt. Trump stellte klar, dass bereits der Versuch, erneut eine militärische Nuklearfähigkeit aufzubauen, eine noch härtere Antwort auslösen würde.
Für Israel reicht ein oberflächliches Abkommen nicht aus.
Ein Vertrag, der lediglich die Straße von Hormus vorübergehend öffnet, wäre kein strategischer Sieg. Iran dürfte danach nicht in der Lage bleiben, sein Atomprogramm wiederaufzubauen, neue Raketen herzustellen und seine Terrorarmeen im Nahen Osten erneut zu bewaffnen.
Das Regime hat über Jahrzehnte Milliarden in Hamas, Hisbollah, die Houthis und weitere bewaffnete Gruppen investiert. Es hat die Vernichtung Israels zu einem Bestandteil seiner Staatsideologie gemacht. Eine Vereinbarung, die diese Strukturen unangetastet lässt, würde den nächsten Krieg nicht verhindern. Sie würde ihn nur verschieben.
Israel muss deshalb auf klaren und überprüfbaren Bedingungen bestehen. Dazu gehören lückenlose Kontrollen des iranischen Atomprogramms, feste Grenzen für Anreicherung und Materialbestände sowie unmittelbare Folgen bei jedem Verstoß.
Trump erklärte, Israel hätte ohne seine Rückkehr ins Weiße Haus möglicherweise nicht überlebt. Er behauptete, der jüdische Staat wäre sonst von einer iranischen Atomwaffe getroffen worden. Diese Aussage lässt sich nicht belegen und gehört zur üblichen Selbstinszenierung des Präsidenten. Richtig bleibt jedoch, dass ein nuklear bewaffnetes Iran für Israel eine nicht hinnehmbare Bedrohung darstellen würde.
Kein israelischer Regierungschef kann darauf vertrauen, dass eine Führung, die offen von der Vernichtung des Landes spricht, eine atomare Schwelle niemals überschreiten wird.
Trump brachte die Iran-Frage außerdem mit dem geplanten amerikanisch-saudischen Atomabkommen in Verbindung. Nach seiner Darstellung soll die Zusammenarbeit mit Riad davon abhängen, dass Saudi-Arabien Israel anerkennt und den Abraham-Abkommen beitritt.
Eine Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien wäre ein historischer Durchbruch. Sie könnte die gemäßigten Kräfte der Region enger verbinden und Iran weiter isolieren. Doch sie darf nicht mit gefährlichen Zugeständnissen bei der Urananreicherung erkauft werden.
Ein Friedensabkommen, das gleichzeitig ein neues nukleares Wettrüsten ermöglicht, wäre kein stabiler Erfolg.
Trump sagt, es gebe mehrere Wege aus dem Krieg. Entscheidend ist jedoch nicht, ob die Bombardierungen enden, sondern unter welchen Bedingungen sie enden.
Bleibt das iranische Regime in der Lage, seine Raketenprogramme, Terrornetzwerke und Atomanlagen wiederaufzubauen, wäre der Konflikt lediglich vertagt. Werden die Revolutionsgarden dauerhaft geschwächt, das Atomprogramm wirksam begrenzt und die internationalen Handelswege geöffnet, könnte aus dem militärischen Druck eine neue Sicherheitsordnung entstehen.
Noch hat Trump keinen Großangriff befohlen.
Aber er hat Teheran deutlich gemacht, dass die Zeit für taktische Verzögerungen abläuft. Iran kann sich für ein überprüfbares Abkommen entscheiden oder erleben, was der amerikanische Präsident mit einer „schwereren Dosis“ meint.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Samstag, 25. Juli 2026