Trump trägt den Krieg bis vor Teheran, Iran antwortet mit Raketen und neuen Drohungen
Die Vereinigten Staaten weiten ihre Angriffe tief in den Iran aus. Präsident Donald Trump prüft sogar die Besetzung strategischer Inseln. Das Regime reagiert mit Angriffen auf amerikanische Stützpunkte und droht, den Krieg auf weitere Schauplätze auszudehnen.

Die militärische Auseinandersetzung zwischen den Vereinigten Staaten und dem iranischen Regime erreicht eine neue Eskalationsstufe. Amerikanische Streitkräfte haben in der Nacht erneut iranische Militäranlagen angegriffen. Nach israelischen Medienberichten wurden erstmals in dieser Phase des Krieges auch Ziele im Raum Teheran bombardiert.
Bislang hatten sich die jüngsten amerikanischen Angriffe vor allem gegen iranische Küstenverteidigung, Radaranlagen, Luftabwehrsysteme, Raketenstellungen, Drohnenbasen und militärische Einrichtungen entlang des Persischen Golfs und der Straße von Hormus gerichtet. Mit Angriffen nahe der Hauptstadt signalisiert Washington nun, dass sich das Regime nicht darauf verlassen kann, den Krieg auf entfernte Küstenregionen zu begrenzen.
Die Vereinigten Staaten verfolgen damit zwei Ziele. Iran soll zur Öffnung der Straße von Hormus gezwungen werden und zugleich erkennen, dass die Fortsetzung seines Atom-, Raketen- und Terrorprogramms einen steigenden militärischen Preis verursacht.
Nach Angaben des US-Zentralkommandos dienen die Angriffe der Zerstörung jener militärischen Fähigkeiten, mit denen Iran Handelsschiffe, amerikanische Soldaten und die Nachbarstaaten bedroht. Zu den bisherigen Zielen gehörten Küstenradarsysteme, Kommunikationsanlagen, Luftabwehrstellungen, Raketen- und Drohnenbasen sowie kleinere Schiffe der Revolutionsgarden.
Trump prüft Besetzung iranischer Inseln
Nach einem Bericht des Wall Street Journal neigt US-Präsident Donald Trump inzwischen zu einer weiteren Ausweitung des Militäreinsatzes. Im Lagezentrum des Weißen Hauses wurden demnach verschiedene Szenarien beraten.
Zu den diskutierten Möglichkeiten gehören zusätzliche Luftangriffe auf militärische und wirtschaftlich bedeutende Ziele, die Bombardierung eines schwer befestigten unterirdischen Komplexes am Berg Makush sowie die zeitweilige Besetzung iranischer Inseln in der Nähe der Straße von Hormus.
Eine Entscheidung über einen Einsatz amerikanischer Bodentruppen ist bislang nicht gefallen. Trump soll weiterhin davor zurückschrecken, größere US-Verbände in einen Bodenkrieg zu schicken. Eine begrenzte Operation gegen einzelne Inseln wäre jedoch etwas anderes als eine Invasion des iranischen Festlands.
Besonders wichtig ist die Insel Kharg. Über sie wurde vor dem Krieg ein erheblicher Teil der iranischen Ölexporte abgewickelt. Eine amerikanische Kontrolle der Insel würde das Regime wirtschaftlich und strategisch schwer treffen. Sie könnte außerdem verhindern, dass die Revolutionsgarden Inseln, Küstenstellungen und kleine Angriffsboote zur Bedrohung des internationalen Schiffsverkehrs einsetzen.
Trump hatte bereits angekündigt, dass bei einer weiteren iranischen Verweigerung auch Kraftwerke, Brücken und andere Teile der Infrastruktur angegriffen werden könnten. Energieanlagen bezeichnete er als mögliche Ziele einer späteren Eskalationsstufe.
Noch handelt es sich dabei um Drohungen und geprüfte Optionen. Die bisherigen Angriffe zeigen jedoch, dass Washington bereit ist, den militärischen Druck schrittweise zu erhöhen.
Iran greift Ziele in mehreren Nachbarstaaten an
Das iranische Regime reagierte auf die amerikanischen Angriffe mit Raketen und Drohnen gegen amerikanische Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Damit versucht Teheran, die Kosten des Krieges auf andere Staaten zu übertragen.
Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte drohte am Donnerstag, der Krieg werde sich auf weitere Schauplätze ausbreiten, falls die amerikanischen Angriffe fortgesetzt würden. Welche Gebiete damit konkret gemeint waren, ließ er offen.
Die Drohung richtet sich nicht nur gegen die USA. Sie betrifft die gesamte Region und besonders Israel. Iran könnte versuchen, verbliebene Milizen im Irak und in Syrien zu aktivieren, die Hisbollah zu neuen Angriffen auf Israel zu bewegen oder die Houthi-Terrororganisation im Jemen verstärkt gegen Schiffe und regionale Ziele einzusetzen.
Teherans Strategie ist durchschaubar: Weil das Regime der amerikanischen Luftwaffe militärisch unterlegen ist, verteilt es seine Angriffe auf einen rund 3.000 Kilometer langen Raum. Dadurch sollen amerikanische und verbündete Verteidigungssysteme belastet, die Golfstaaten eingeschüchtert und politischer Druck auf Washington aufgebaut werden.
Das ist kein Zeichen iranischer Stärke. Es ist der Versuch eines angeschlagenen Regimes, seine militärische Unterlegenheit durch die geografische Ausweitung des Krieges auszugleichen.
Das Regime wiederholt seinen strategischen Fehler
Die iranische Führung hatte offenbar darauf gesetzt, dass Trump vor den amerikanischen Zwischenwahlen keinen größeren Krieg riskieren würde. Teheran glaubte, mit Angriffen auf Handelsschiffe, Drohungen gegen US-Stützpunkte und der faktischen Sperrung der Straße von Hormus Zugeständnisse erzwingen zu können.
Diese Rechnung ist bislang nicht aufgegangen. Statt den amerikanischen Rückzug zu erreichen, hat das Regime eine neue Angriffswelle ausgelöst. Seine Küstenverteidigung wird systematisch zerstört, die Marine der Revolutionsgarden verliert Schiffe und Stellungen, und amerikanische Flugzeuge dringen inzwischen bis in die Umgebung Teherans vor.
Auch das im Juni vereinbarte Rahmenabkommen hat den Konflikt nicht beendet. Iran nutzte die vorübergehende Entspannung nicht zur Deeskalation, sondern setzte seine Angriffe auf den Schiffsverkehr fort. Die versprochene Öffnung der Straße von Hormus blieb aus. Daraufhin verhängte Trump erneut die Seeblockade iranischer Häfen und verschärfte die militärischen Angriffe.
Das Regime verlangt faktisch, dass die internationale Gemeinschaft seine Kontrolle über eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt akzeptiert. Gleichzeitig greift es Schiffe und Staaten an, die mit dem eigentlichen Konflikt teilweise nur mittelbar verbunden sind. Ein solches Vorgehen darf nicht mit politischen oder wirtschaftlichen Zugeständnissen belohnt werden.
Für Israel bleibt ein vorschneller Deal gefährlich
Für Israel ist die amerikanische Eskalation grundsätzlich positiv. Jede zerstörte iranische Raketenstellung, Drohnenbasis oder Luftabwehranlage verringert die Fähigkeit des Regimes, Israel und seine Nachbarn anzugreifen. Entscheidend ist jedoch, dass Trump den militärischen Druck nicht erneut gegen ein unzureichendes Abkommen eintauscht.
Das iranische Regime könnte die Freilassung einer amerikanischen Staatsbürgerin und begrenzte diplomatische Gesten dazu nutzen, Washington eine erneute Verhandlungsbereitschaft vorzutäuschen. Solche Gesten dürfen nicht mit einem strategischen Kurswechsel verwechselt werden.
Teheran hat weder auf sein Atomprogramm noch auf seine Raketenproduktion, seine Terrornetzwerke oder seinen Anspruch auf Kontrolle der Straße von Hormus verzichtet. Solange diese Ziele bestehen bleiben, wäre ein Abkommen ohne wirksame Kontrollen nur eine weitere Pause zur Wiederbewaffnung.
Israel muss deshalb auf seiner militärischen Handlungsfreiheit bestehen. Die amerikanischen Angriffe können das Regime erheblich schwächen. Sie ersetzen jedoch keine dauerhafte Strategie gegen Irans Atomprogramm und seine regionalen Terrorstrukturen.
Die kommenden Tage werden zeigen, ob Trump die nächste Eskalationsstufe tatsächlich anordnet. Die geprüfte Besetzung iranischer Inseln wäre ein außergewöhnlich weitreichender Schritt. Schon die Diskussion darüber verdeutlicht jedoch, wie schwer sich das Regime verkalkuliert hat: Es wollte die USA mit der Straße von Hormus erpressen und könnte nun die Kontrolle über seine strategisch wichtigsten Inseln verlieren.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Donnerstag, 16. Juli 2026