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Regimetreue Zeitung fordert Trumps Tod


Während der Trauerfeiern um Khamenei verschärfen iranische Hardliner ihre Sprache gegen Trump und Netanyahu. Aus staatlicher Propaganda wird eine offene Mordbotschaft gegen den amerikanischen Präsidenten.

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Die Trauer um Ali Khamenei wird in Iran nicht nur als Abschied inszeniert. Sie wird genutzt, um die alte Feindseligkeit des Regimes neu aufzuladen. Während die staatlichen Bilder Einheit und Stärke zeigen sollen, verschärfen führende Stimmen aus dem Umfeld der Macht ihre Drohungen gegen Donald Trump und Benjamin Netanyahu. Nach Angaben des israelischen Senders N12 wird der Tod des obersten Führers von den Organen und Unterstützern des Regimes nicht als Moment der Mäßigung dargestellt, sondern als Auftrag zur Vergeltung.

Besonders deutlich wurde das in der regimetreuen Zeitung Kayhan. Das Blatt, das dem Machtzentrum in Teheran nahe steht, veröffentlichte nach dem Bericht eine Titelseite mit der Forderung nach Trumps Kopf. Herausgeber Hossein Shariatmadari rief demnach dazu auf, Trump, dessen Unterstützer und beteiligte Piloten als Menschen zu behandeln, die getötet werden müssten. Er forderte, den amerikanischen Präsidenten überall dort zu töten, wo er sich aufhalte. Außerdem verlangte er ein offizielles Kopfgeld und behauptete, in Iran seien bereits mehr als 100 Millionen Dollar für eine solche Tat gesammelt worden.

Das ist keine hitzige Randbemerkung. Das ist politische Gewaltphantasie aus dem Umfeld eines Regimes, das seit Jahrzehnten Feindschaft gegen Israel und die Vereinigten Staaten als Teil seiner Identität pflegt. Wer solche Sätze druckt, will nicht nur Empörung erzeugen. Er will eine Botschaft senden: Der Tod Khameneis soll nicht das Ende einer Ära markieren, sondern den Beginn einer neuen Phase der Rache.

Auch Mohsen Rezaei, Berater des obersten Führers und eine bekannte Figur des iranischen Machtapparates, sprach nach N12 Angaben von Strafe für Trump und Netanyahu. Beide müssten für den Schaden bezahlen, den sie angerichtet hätten. Zugleich erklärte er, die Revolution in Iran habe eine militärische, politische und regionale Dimension. Es gehe um die Bestrafung von Trump und Netanyahu, um die Mobilisierung der Völker der Region und um deren „Befreiung“ von Israel und den Vereinigten Staaten.

Diese Sprache zeigt, weshalb Israel dem iranischen Regime nicht vertrauen kann. Teheran spricht nicht nur von Interessen, Grenzen oder Verhandlungen. Es spricht in Bildern von Strafe, Rache, Tod und Befreiung. Die Vereinigten Staaten und Israel werden nicht als politische Gegner beschrieben, sondern als Feinde, gegen die Gewalt moralisch aufgeladen wird. Genau darin liegt die Gefahr. Ein Regime, das Mordaufrufe in seine politische Erzählung einbettet, schafft ein Klima, in dem Fanatiker sich bestätigt fühlen können.

Für Israel ist das keine Theorie. Die Islamische Republik hat über Jahre Hisbollah, Hamas, die Houthis und Milizen im Irak und in Syrien gestützt. Sie hat die Vernichtung Israels immer wieder in ihre politische Sprache aufgenommen. Sie bedroht Schiffe am Golf, bewaffnet Stellvertreter und nutzt Verhandlungen oft nicht als Abschied von der Konfrontation, sondern als Mittel, Zeit zu gewinnen. Nun kommt die offene Rhetorik gegen einen amerikanischen Präsidenten hinzu.

Die Forderung, Trump auszuliefern oder zu töten, ist diplomatisch absurd. Politisch ist sie dennoch nützlich für das Regime. Sie verwandelt Trauer in Hass. Sie bindet Anhänger an ein Feindbild. Sie macht jede künftige Verhandlung mit Washington verdächtig, weil jeder Kompromiss als Verrat an Khamenei erscheinen kann. Wenn Kayhan fordert, die Auslieferung Trumps müsse Bedingung jedes künftigen Memorandums sein, dann geht es nicht um realistische Außenpolitik. Es geht um Demütigung, um Mobilisierung und um die Botschaft, dass Iran seine Gegner nicht als Verhandlungspartner, sondern als Schuldige betrachtet.

Der Westen sollte solche Sätze nicht als Folklore abtun. Mordrhetorik aus dem Umfeld eines Staates ist nie harmlos. Sie schafft Erwartungen. Sie gibt extremen Kräften eine Richtung. Sie senkt die Hemmschwelle, politische Gewalt als gerecht darzustellen. Gerade bei Iran wäre Naivität gefährlich. Dieses Regime hat oft genug gezeigt, dass es Gewalt über Grenzen hinweg denkt, vorbereitet und über eigene Dienste oder verbündete Gruppen ausüben kann.

Europa steht damit erneut vor einer unbequemen Wahrheit. Wer Teheran nur als schwierigen, aber letztlich normalen Verhandlungspartner betrachtet, unterschätzt den ideologischen Kern des Systems. Natürlich braucht es Diplomatie. Aber Diplomatie ohne Klarheit wird im Umgang mit diesem Regime zur Selbsttäuschung. Wer nach Mordaufrufen gegen Trump und Drohungen gegen Netanyahu sofort wieder zur Tagesordnung übergeht, sendet das falsche Signal.

Israel kann sich diese Illusionen nicht leisten. Für Jerusalem ist Iran kein fernes Problem und keine diplomatische Akte. Iran ist der Staat, der Terrororganisationen bewaffnet, Raketenprogramme vorantreibt, regionale Krisen verschärft und die Feindschaft gegen Israel als Teil seiner revolutionären Identität pflegt. Wenn nun im Umfeld der Khamenei Trauer offen über Tod, Bestrafung und Rache gesprochen wird, bestätigt das nur, was Israel seit Jahren sagt: Die Gefahr liegt nicht allein in einzelnen Waffen. Sie liegt in einem Regime, das Gewalt als legitimes Werkzeug seiner politischen Mission betrachtet.

Die Trauerfeiern um Khamenei hätten ein Moment der Unsicherheit für das Regime sein können. Stattdessen versucht Teheran, diesen Moment in Stärke umzudeuten. Die Botschaft lautet: Der Führer ist tot, aber der Kampf geht weiter. Der Körper wird beigesetzt, doch das Feindbild bleibt. Trump und Netanyahu sollen in dieser Erzählung nicht einfach politische Gegner sein. Sie sollen als Ziele einer historischen Vergeltung dienen.

Genau deshalb ist dieser Vorgang so gefährlich. Nicht wegen einer einzelnen Schlagzeile. Nicht wegen eines einzelnen Kommentars. Sondern weil sich darin ein politischer Reflex zeigt, der die Islamische Republik seit Jahrzehnten prägt. Jede Krise wird in Feindschaft übersetzt. Jede Niederlage wird zur Forderung nach Rache. Jeder Versuch, Druck auf das Regime auszuüben, wird als Rechtfertigung für neue Drohungen genutzt.

Wer Frieden will, muss diese Sprache ernst nehmen. Wer Sicherheit für Israel will, darf sie nicht kleinreden. Und wer die Vereinigten Staaten als Schutzmacht am Golf braucht, sollte nicht übersehen, was es bedeutet, wenn eine regimenahe Zeitung den Tod eines amerikanischen Präsidenten fordert.

Iran trauert nicht nur um Khamenei. Iran nutzt diese Trauer, um den nächsten Hass zu formen. Das ist die eigentliche Nachricht.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Mittwoch, 8. Juli 2026

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