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Iran meldet Hormus-Einigung mit Oman und weist US-Mitverwaltung zurück


Teheran beansprucht bei der Straße von Hormus weiter eine zentrale Rolle. Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf erklärte, Iran und Oman hätten sich auf Regeln für den Verkehr durch die Meerenge verständigt.

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Iran und Oman haben sich nach Darstellung des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf auf eine Regelung für den Verkehr durch die Straße von Hormus verständigt. Grundlage sei Artikel V des Memorandum of Understanding zwischen Iran und den USA. Ghalibaf äußerte sich dazu bei einem Treffen mit chinesischen Vertretern.

Nach seiner Darstellung soll Washington keine Rolle bei der Verwaltung der Meerenge erhalten. Die USA verfolgten weltweit eine einseitige Politik, sagte Ghalibaf. Um Spannungen zu reduzieren und eine Ausweitung zu verhindern, sei eine enge politische und wirtschaftliche Abstimmung zwischen Iran und China wichtig.

Zugleich griff Ghalibaf Israel an. Israel versuche zweifellos, das iranisch-amerikanische Memorandum zu stören, sagte er. Die Abschreckungsmacht der Islamischen Republik werde jedoch verhindern, dass Israel erneut einen Krieg beginne.

Die Äußerungen zeigen, wie umkämpft die Auslegung des Memorandums bleibt. Für Teheran ist die Straße von Hormus nicht nur eine internationale Handelsroute, sondern ein strategisches Druckmittel. Durch die Meerenge läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggasverkehrs. Schon während des Iran-Krieges 2026 war Hormus einer der zentralen Eskalationspunkte.

Bereits zuvor hatten Iran und Oman nach Gesprächen in Maskat eine gemeinsame Arbeitsgruppe angekündigt. Sie soll über die künftige Verwaltung der Schifffahrt in der Straße von Hormus, über angebotene Dienste und über damit verbundene Kosten sprechen. Genau an diesem Punkt liegt der Streit: Oman betont freie und sichere Durchfahrt ohne Gebühren. Iranische Aussagen lassen dagegen immer wieder erkennen, dass Teheran auf Gebühren, Kontrollen oder neue Regeln für den Schiffsverkehr drängt.

Die USA lehnen eine iranische Kontrolle über die Meerenge ab. Washington besteht darauf, dass die Straße von Hormus offen bleibt und nicht zu einem Korridor wird, den Teheran nach eigenen politischen oder finanziellen Bedingungen freigibt. Frühere Berichte verwiesen darauf, dass das Memorandum zunächst eine gebührenfreie Durchfahrt für 60 Tage vorsieht. Was danach gelten soll, ist weiter Gegenstand der Auseinandersetzung.

Für Iran ist die Frage auch innenpolitisch und wirtschaftlich wichtig. Nach den offenen US-israelischen Schlägen, der brüchigen Feuerpause und dem Druck auf Teherans Stellvertreterfronten versucht das Regime, aus Hormus neue Verhandlungsmacht zu ziehen. Eine Mitverwaltung mit Oman könnte Teheran als diplomatischen Erfolg darstellen, auch wenn der rechtliche und praktische Rahmen weiter unklar bleibt.

China signalisierte bei dem Treffen Unterstützung für engere Beziehungen zu Iran. He Wei, stellvertretender Vorsitzender des Ständigen Ausschusses des Nationalen Volkskongresses, verwies auf die langjährigen Beziehungen beider Staaten. In diesem Jahr jähre sich die Aufnahme offizieller Beziehungen zwischen Iran und China zum 55. Mal, die strategische Partnerschaft zum zehnten Mal. Peking sei bereit, die bilateralen Beziehungen weiter auszubauen.

Damit rückt der Hormus-Streit erneut in einen größeren geopolitischen Rahmen. Iran versucht, Oman als regionalen Partner einzubinden, die USA aus der Verwaltung der Meerenge herauszuhalten und China als politischen Rückhalt zu nutzen. Offen bleibt, ob die nun von Ghalibaf behauptete Einigung tatsächlich eine belastbare Regelung schafft oder lediglich eine iranische Lesart des Memorandums wiedergibt.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 3. Juli 2026

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