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Iran wird kein Abkommen achten, das seine Macht schwächt


Ein neuer Kommentar aus Israel warnt vor falschem Vertrauen in Teheran. Das Regime verhandelt nicht, um Frieden zu schließen, sondern um Zeit, Geld und Handlungsspielraum zu gewinnen.

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Wer nach dem Iran Krieg 2026 glaubt, Teheran werde ein Memorandum mit den USA aus Einsicht, Vernunft oder Friedenswillen einhalten, verwechselt Diplomatie mit Selbsttäuschung. Genau diese Warnung formuliert Mike Evans in der Jerusalem Post. Sein Kernargument ist hart, aber schwer zu widerlegen: Die Islamische Republik betrachtet Verhandlungen nicht als moralische Verpflichtung, sondern als Werkzeug. Ein Abkommen ist für Teheran kein Ende des Konflikts, sondern eine Zwischenstation. Es kauft Zeit, verschafft wirtschaftliche Luft und ermöglicht dem Regime, seine militärischen und terroristischen Netzwerke neu zu ordnen.

Diese Einschätzung trifft einen wunden Punkt der aktuellen Debatte. Das Memorandum zwischen Washington und Teheran soll den Krieg einhegen, die Lage an der Straße von Hormus beruhigen und Raum für weitere Gespräche schaffen. Doch zentrale Fragen bleiben offen: Was geschieht mit Irans Nuklearprogramm? Wo befinden sich die hoch angereicherten Uranbestände? Wie umfassend dürfen Inspektoren kontrollieren? Und wie wird verhindert, dass freigegebene Gelder oder neue Einnahmen am Ende wieder bei Revolutionsgarden, Hisbollah, Hamas, Houthis oder dem Palästinensischen Islamischen Dschihad landen? Reuters berichtete, dass das Memorandum schwierige Fragen wie das Atomprogramm zunächst in spätere Gespräche verschob und den Parteien eine Frist für ein umfassenderes Abkommen gab.

Gerade darin liegt die Gefahr. Teheran muss nicht offen brechen, um ein Abkommen auszuhöhlen. Es reicht, Verfahren zu verzögern, Zugänge zu beschränken, Begriffe umzudeuten, Sanktionserleichterungen mitzunehmen und parallel die eigenen Machtinstrumente zu sichern. Die Internationale Atomenergiebehörde drängt weiter auf belastbare Kontrollen. Ihr Chef Rafael Grossi erklärte, Inspektorenzugang sei entscheidend, um die Integrität des nuklearen Materials zu überprüfen. Zugleich blieb unklar, was mit Irans Bestand an Uran geschah, das auf bis zu 60 Prozent angereichert war.

Für Israel ist das keine akademische Frage. Ein Iran, der nur auf dem Papier begrenzt wird, bleibt ein Iran, der Zeit gewinnt. Und Zeit ist für dieses Regime eine strategische Ressource. Es kann beschädigte Anlagen reparieren, Kommandowege verlagern, Milizen neu ausstatten und seine Finanzierung anpassen. Wer das ignoriert, wiederholt den alten Fehler westlicher Iran Politik: Man bewertet das Regime nach seinen Unterschriften, nicht nach seinem Verhalten.

Evans setzt deshalb bei der ökonomischen Grundlage der iranischen Macht an. Das Regime lebt nicht von Parolen allein. Es braucht Öl, Devisen, Schmuggelwege, Banken, Schattenfinanzierung und Exporterlöse. Besonders Kharg Island ist dabei zentral. Reuters beschrieb die Insel im März als Knotenpunkt für rund 90 Prozent der iranischen Ölexporte. Wer über den finanziellen Atem der Islamischen Republik spricht, kommt an diesem Ort nicht vorbei.

Das bedeutet nicht, leichtfertig einen neuen Krieg zu fordern. Jeder militärische Schritt gegen die iranische Öl Infrastruktur hätte enorme Risiken. Er könnte den Ölmarkt erschüttern, die Straße von Hormus weiter gefährden und amerikanische sowie israelische Kräfte tiefer in einen langen Konflikt ziehen. Doch die politische Lehre bleibt: Solange Iran genügend Geld erhält, kann das Regime Verluste ersetzen. Raketen werden neu gebaut. Stellvertreter werden weiter bezahlt. Sicherheitsapparate bleiben loyal. Unterdrückung im Inneren und Terror nach außen bleiben finanzierbar.

Genau deshalb ist ein Abkommen ohne ökonomischen Druck wertlos. Es beruhigt Märkte, erzeugt diplomatische Bilder und gibt westlichen Regierungen eine Erzählung von Fortschritt. Aber wenn Teheran weiter Öl verkaufen, Sanktionen umgehen und seine Terrorachse finanzieren kann, dann wird aus Diplomatie nur eine Atempause für den Aggressor.

Donald Trump steht damit vor einer heiklen Aufgabe. Er muss zeigen, dass Verhandlungen nicht Schwäche bedeuten. Diplomatie aus Stärke kann sinnvoll sein, wenn sie von überprüfbaren Bedingungen, harten Fristen und echten Konsequenzen begleitet wird. Diplomatie aus Erschöpfung hingegen lädt Teheran ein, länger durchzuhalten als der Westen aufmerksam bleibt.

Israel kann sich solche Illusionen nicht leisten. Für Jerusalem zählt nicht, ob iranische Diplomaten in Doha, Islamabad oder Washington weichere Worte finden. Entscheidend ist, ob die Revolutionsgarden entwaffnet werden, ob die Uranfrage geklärt wird, ob die Hisbollah im Libanon weiter Geld und Waffen erhält, ob die Houthis Schiffe bedrohen können und ob Hamas sowie Islamischer Dschihad neue Mittel bekommen. Solange diese Fragen offen sind, bleibt jedes Memorandum brüchig.

Die Islamische Republik hat über Jahrzehnte gezeigt, wie sie Abkommen versteht: als Raumgewinn. Wer ihr Geld gibt, muss erklären, warum dieses Geld nicht erneut in Repression, Raketen und Stellvertreterkrieg fließt. Wer ihr Zeit gibt, muss erklären, warum diese Zeit nicht erneut für Tarnung, Wiederaufbau und nukleare Annäherung genutzt wird. Und wer Israel zur Zurückhaltung drängt, muss erklären, welcher Staat eine solche Bedrohung an seiner Grenze hinnehmen würde.

Das entscheidende Problem ist nicht, dass Diplomatie versucht wird. Das Problem beginnt dort, wo Diplomatie zur Beruhigungspille wird. Frieden entsteht nicht durch Unterschriften, wenn eine Seite das Papier nur als taktische Pause betrachtet. Frieden entsteht durch Druck, Kontrolle und die klare Botschaft, dass Täuschung teurer wird als Einhaltung.

Iran wird ein Abkommen nur dann beachten, wenn der Preis des Bruchs höher ist als der Nutzen des Betrugs. Alles andere ist Hoffnung. Und Hoffnung allein hat die Islamische Republik noch nie gestoppt.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 3. Juli 2026

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