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Trump-Deal mit Iran wäre ein gefährliches Geschenk an Teheran


Wenn Iran Milliarden erhält, Hormus öffnet und zugleich Raketen sowie Stellvertreter ausgeklammert bleiben, wäre das kein Durchbruch. Für Israel wäre es ein riskantes Abkommen mit gefährlicher Entlastungswirkung.

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Der mögliche Waffenruhe-Deal zwischen den Vereinigten Staaten und Iran entwickelt sich aus israelischer Sicht zu einem sicherheitspolitischen Warnsignal. Was Washington als diplomatischen Durchbruch verkaufen könnte, wirkt nach den bisher bekannten Details eher wie ein gefährliches Entlastungspaket für Teheran: Die Straße von Hormus soll wieder geöffnet werden, die Kämpfe im Libanon sollen enden, eingefrorene iranische Milliarden sollen freigegeben werden, Sanktionen auf Öl und Petrochemieprodukte sollen fallen. Gleichzeitig sollen Irans Raketenprogramm und die Unterstützung seiner Stellvertretergruppen laut iranischen Berichten nicht Teil der Verhandlungen sein.

Wenn diese Darstellung stimmt, wäre das kein gutes Abkommen. Es wäre ein Deal, der die falschen Anreize setzt. Iran hätte die wichtigste Energieader der Welt mit Drohungen und Blockadepolitik zum Druckmittel gemacht und bekäme nun für deren Wiederöffnung wirtschaftliche Erleichterungen. Das hieße: Teheran schafft die Krise, Teheran kassiert für ihre Entschärfung, und die gefährlichsten Instrumente des Regimes bleiben weitgehend unangetastet.

Nach Berichten der Jerusalem Post unter Berufung auf das iranische Staatsmedium Mehr soll Iran zunächst Zugriff auf 12 Milliarden Dollar eingefrorener Gelder erhalten. Insgesamt sollen 24 Milliarden Dollar zur Debatte stehen. Die Straße von Hormus soll innerhalb von 30 Tagen nach Unterzeichnung vollständig wieder geöffnet werden. Parallel soll eine 60-tägige Verhandlungsphase über Irans Atomprogramm beginnen. Praktische Schritte zur endgültigen Lösung der Nuklearfrage sollen aber offenbar erst in einem späteren, detaillierteren Abkommen geregelt werden.

Genau das ist der Kern des Problems. Iran bekommt Geld, Zeit und wirtschaftliche Luft. Die Welt bekommt niedrigere Ölrisiken und eine vorläufige Beruhigung der Schifffahrt. Israel aber bekommt keine Garantie, dass Teheran danach weniger gefährlich ist. Ein Abkommen, das die Atomfrage vertagt und Raketen, Drohnen, Hisbollah, Huthi sowie irakische Milizen ausklammert, löst nicht die iranische Bedrohung. Es verschiebt sie.

Für Israel ist Irans Gefahr nie nur eine Frage von Uran gewesen. Teheran bedroht Israel durch ein ganzes System: Raketenarsenale, Drohnenprogramme, Revolutionsgarde, Hisbollah im Libanon, Huthi im Jemen, Milizen im Irak und Syrien, Terrorfinanzierung, Cyberoperationen und internationale Einschüchterung. Wer nur über Hormus und Atomgespräche verhandelt, aber dieses Netzwerk nicht anfasst, behandelt die Symptome und lässt die Krankheit bestehen.

Auch die geplante Libanon-Komponente wäre nur dann ein Fortschritt, wenn sie die Hisbollah tatsächlich zurückdrängt. Ein Ende der Kämpfe klingt gut, besonders für die Bewohner Nordisraels, die seit Jahren unter Raketen, Drohnen und Evakuierung leben. Doch eine Waffenruhe, die der Hisbollah erlaubt, sich neu zu ordnen, Stellungen zu verlagern und ihre militärische Struktur zu sichern, wäre keine Sicherheit. Sie wäre eine Pause bis zur nächsten Runde.

Besonders gefährlich ist die Freigabe iranischer Gelder. Selbst wenn Teile der Mittel formal zweckgebunden werden, entsteht eine Entlastungswirkung. Geld, das an einer Stelle frei wird, verschafft dem Regime Spielraum an anderer Stelle. Iran hat über Jahre bewiesen, dass wirtschaftliche Ressourcen nicht nur der eigenen Bevölkerung zugutekommen, sondern auch der Revolutionsgarde, der Hisbollah, den Huthi und anderen Stellvertretern. Wer Milliarden freigibt, ohne diese Strukturen einzubeziehen, stärkt am Ende möglicherweise genau jene Kräfte, die Israel und westliche Interessen bedrohen.

Trump hatte die geplanten Angriffe auf Iran abgesagt und erklärt, ein Deal sei mit allen Beteiligten grundsätzlich und im Detail gebilligt worden, darunter auch Israel. Doch Israel bestätigte eine solche Zustimmung zunächst nicht. Iranische Stellen erklärten zugleich, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen. Schon diese Unklarheit zeigt, wie riskant Trumps Stil ist: Erst maximale Drohung, dann große Deal-Ankündigung, dann offene Fragen bei Teheran und Schweigen in Jerusalem.

Für die Weltwirtschaft wäre die Wiederöffnung von Hormus ein Gewinn. Für Trump wäre ein Abkommen vor dem Wochenende ein politischer Erfolg. Für Katar, Pakistan und andere Vermittler wäre es ein diplomatischer Triumph. Für Israel aber zählt nur eine Frage: Wird Iran durch diesen Deal wirklich schwächer? Nach den bisher bekannten Punkten ist die Antwort ernüchternd.

Ein gutes Abkommen müsste Irans Atomprogramm überprüfbar zurückdrängen, die Uranbestände unter echte Kontrolle bringen, Raketen und Drohnen einbeziehen, die Finanzierung der Stellvertreter begrenzen und die Hisbollah im Libanon dauerhaft von Israels Grenze fernhalten. Ein schlechtes Abkommen öffnet Hormus, gibt Milliarden frei, lockert Sanktionen und verschiebt die gefährlichen Fragen auf später.

Genau danach sieht dieser Entwurf bislang aus.

Der Iran Krieg 2026 hat gezeigt, dass Teheran nur unter massivem Druck nachgibt. Wenn dieser Druck jetzt zu früh aufgehoben wird, ohne dass das Regime seine gefährlichsten Instrumente verliert, wäre das eine strategische Fehlentscheidung. Es würde Teheran stabilisieren, die Stellvertreterfronten indirekt entlasten und Israel zwingen, sich auf die nächste Eskalation vorzubereiten.

Ein Deal ist nicht automatisch Frieden. Ein Deal kann auch nur eine Pause sein, in der der Gegner Geld sammelt, Waffen verlagert und neue Optionen vorbereitet. Israel hat mit solchen Pausen bittere Erfahrungen gemacht. Deshalb darf Jerusalem ein Abkommen nicht nach Trumps Schlagzeilen bewerten, sondern nur nach seinen harten Ergebnissen.

Wenn Raketen, Hisbollah, Huthi und iranische Milliarden draußen bleiben, ist dieser Deal kein Durchbruch. Dann ist er ein Risiko.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Freitag, 12. Juni 2026

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