Iran fordert Milliarden sofort: Teheran will für ein Abkommen bezahlt werden
Iran verlangt vor einem möglichen Abkommen schnellen Zugriff auf eingefrorene Milliarden. Für Israel wäre das hochgefährlich: Geld für Teheran bedeutet neue Mittel für Raketen, Drohnen und Terrorarmeen.

Die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Iran geraten an einen Punkt, an dem sich die eigentliche Logik Teherans zeigt. Es geht nicht nur um Formulierungen, Atomtechnik oder diplomatische Garantien. Iran verlangt Geld. Viel Geld. Sofort. Nach israelischen Berichten und Angaben aus dem Umfeld westlicher Verhandlungen fordert Teheran bereits in einer frühen Phase eines möglichen Abkommens Zugriff auf Milliardenbeträge aus eingefrorenen iranischen Vermögen. Erst Entlastung, dann vielleicht Zugeständnisse: Genau diese Reihenfolge macht den Vorgang so gefährlich.
Nach den genannten Informationen fordert Iran zunächst zwölf Milliarden Dollar in bar oder frei verfügbaren Mitteln, noch bevor ein erstes Abkommen abgeschlossen ist. Weitere 24 Milliarden Dollar sollen demnach innerhalb von 60 Tagen während anschließender Verhandlungen folgen. Aus Teheraner Sicht handelt es sich um eigenes Geld, das durch Sanktionen blockiert sei. Aus Sicht Israels und vieler Kritiker in Washington ist es etwas anderes: eine massive Finanzspritze für ein Regime, das Raketen baut, Drohnen produziert, Terrororganisationen finanziert und die Region seit Jahren destabilisiert.
Die Summen, um die es geht, sind gewaltig. Iran soll weltweit über eingefrorene oder blockierte Vermögenswerte von rund 100 Milliarden Dollar verfügen. Ein großer Teil liegt in China, vor allem aus Öleinnahmen. Weitere Milliarden befinden sich in Irak, wo Iran Geld für Gas- und Stromexporte beansprucht. Hinzu kommen begrenzte Mittel in Katar und Oman, die ursprünglich für humanitäre Zwecke vorgesehen waren. Genau diese Konstruktionen zeigen das Problem: Humanitäre Kanäle können sinnvoll sein, wenn sie streng überwacht werden. Frei verfügbare Milliarden für Teheran wären etwas völlig anderes.
Geld für Teheran bleibt nie nur Geld
Für Israel ist diese Frage nicht theoretisch. Jeder Dollar, der dem Regime ohne harte Kontrolle zufließt, kann am Ende in jene Strukturen wandern, die Israel bedrohen. Iran finanziert und bewaffnet seit Jahren die Hisbollah im Libanon, unterstützt Hamas und den Islamischen Dschihad, baut Drohnen- und Raketenprogramme aus und nutzt seine Stellvertreter als Druckmittel gegen Israel, die Golfstaaten und die USA. Wer diesem Regime Milliarden gibt, muss erklären, wie verhindert werden soll, dass daraus neue Raketen, neue Tunnel, neue Waffenlager und neue Angriffe entstehen.
Genau deshalb ist die amerikanische Haltung entscheidend. US-Außenminister Marco Rubio stellte klar, dass Iran keine Sanktionserleichterungen und keinen Zugriff auf eingefrorene Vermögen erhalten werde, solange Teheran keine unumkehrbaren, überprüfbaren und klaren Schritte zur drastischen Begrenzung seines Atomprogramms unternehme und seine Bestände an angereichertem Uran vollständig abgebe. Auf die Frage, ob Washington wirtschaftliche Erleichterungen allein dafür erwäge, dass Iran die Straße von Hormus wieder sicher für den Handel öffnet, antwortete Rubio unmissverständlich: Nein, das stehe nicht zur Debatte.
Diese Klarheit ist notwendig. Iran versucht seit Jahren, Verpflichtungen aufzuschieben und Gegenleistungen vorzuziehen. Erst Geld, erst Anerkennung, erst Entlastung, erst internationale Luft zum Atmen. Danach sollen dann Prüfungen, Begrenzungen und Zusagen folgen. Genau so darf ein Abkommen nicht aussehen. Wer Teheran vorab bezahlt, verliert Druck. Wer Druck verliert, verliert Kontrolle.
Für Donald Trump ist die Lage zusätzlich politisch heikel. Er hat Barack Obama jahrelang vorgeworfen, mit dem Atomabkommen und der Freigabe iranischer Gelder ein historisch schlechtes Geschäft gemacht zu haben. Nun steht seine Regierung selbst vor der Frage, ob sie Iran wirtschaftlich entgegenkommt, um ein Abkommen zu erreichen. Teheran weiß das und erhöht den Preis. Das Regime setzt darauf, dass Washington einen diplomatischen Erfolg braucht und deshalb am Ende nachgibt.
Israel darf sich auf schöne Formeln nicht verlassen
Jerusalem wird sehr genau beobachten, ob Washington standhält. Denn ein schlechtes Abkommen wäre für Israel gefährlicher als gar kein Abkommen. Wenn Iran Milliarden erhält, ohne sein Atomprogramm wirklich zurückzubauen, ohne seine Uranbestände abzugeben, ohne seine Raketen- und Drohnenproduktion wirksam zu begrenzen und ohne die Finanzierung seiner Stellvertreter zu stoppen, wäre das kein Friedensschritt. Es wäre eine Wiederaufladung des iranischen Machtapparats.
Teheran ist wirtschaftlich unter Druck. Genau deshalb verhandelt es. Dieser Druck ist kein Fehler, sondern eines der wenigen Instrumente, das wirkt. Ihn zu früh aufzugeben, nur weil Iran ein Papier unterschreibt oder eine Zwischenphase akzeptiert, wäre strategisch fatal. Ein Regime, das Hamas, Hisbollah und andere Terrorarmeen über Jahre aufgebaut hat, darf nicht mit Milliarden belohnt werden, bevor es seine gefährlichsten Fähigkeiten überprüfbar aus der Hand gibt.
Der Westen darf sich nicht erneut von iranischer Diplomatie einwickeln lassen. Iran spricht von eigenem Geld. Israel sieht die mögliche Wiederbewaffnung seiner Feinde. Washington spricht von technischen Vereinbarungen. Teheran denkt in Macht, Zeit und Überleben. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht, ob ein Deal politisch gut klingt. Sie lautet, ob Iran danach schwächer oder wieder zahlungsfähiger ist.
Wenn die Antwort lautet, dass Teheran Milliarden bekommt, während Raketen, Drohnen, Uran und Stellvertreter weiter bestehen, dann wäre ein solches Abkommen kein Durchbruch. Es wäre ein Fehler mit Ansage.
Autor: Redaktion
Artikel veröffentlicht am: Sonntag, 7. Juni 2026