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Trump verhandelt mit Irans wahren Machthabern


Während Washington über ein neues Iran-Abkommen spricht, sitzt am anderen Ende des Tisches nicht nur eine Regierung. Die Revolutionsgarden kontrollieren Waffen, Geld und große Teile des Staates.

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US-Präsident Donald Trump steht vor einer gefährlichen Falle: Er verhandelt offiziell mit Iran, tatsächlich aber mit jenem Machtzentrum, das den Staat längst in weiten Teilen beherrscht. Die Islamischen Revolutionsgarden sind nicht nur eine militärische Formation. Sie kontrollieren Sicherheitsapparate, Raketenprogramme, Drohnenproduktion, Häfen, Bauprojekte, Energiegeschäfte und ein weitverzweigtes Wirtschaftsimperium. Wer Teheran Milliarden freigibt, stärkt deshalb nicht automatisch die iranische Bevölkerung. Er riskiert, genau jene Kräfte zu finanzieren, die Israel bedrohen, amerikanische Soldaten angreifen und das eigene Volk unterdrücken.

Nach Berichten aus Iran soll Präsident Masoud Pezeshkian sogar seinen Rücktritt angeboten haben, weil seine Regierung aus zentralen Entscheidungen verdrängt worden sei. Die Revolutionsgarden hätten große Teile des Staatsapparats übernommen, während gewählte Politiker nur noch eine begrenzte Rolle spielten. Ob jedes Detail dieser Berichte bestätigt wird oder nicht: Das Muster ist seit Jahren sichtbar. In Iran geben nicht die Minister den Ton an, sondern jene, die Waffen, Geld und Milizen kontrollieren.

Besonders brisant sind Berichte über Forderungen nach einem gewaltigen Finanzrahmen. Im Raum steht demnach eine Konstruktion von bis zu 300 Milliarden Dollar, angeblich als internationale Investitionslösung. Zusätzlich soll Teheran auf eine sofortige Freigabe von 24 Milliarden Dollar eingefrorener Gelder drängen, möglicherweise im Austausch für ein vages Memorandum. Genau hier beginnt das Problem. Ein Rahmenpapier ohne harte, überprüfbare Bedingungen wäre kein Durchbruch, sondern ein Geschenk an ein Regime, das Verhandlungen immer wieder nutzt, um Zeit, Geld und politischen Spielraum zu gewinnen.

Trump weiß, wie gefährlich solche Zahlungen sind. Er kritisierte frühere amerikanische Iran-Politik scharf, weil Teheran trotz Zugeständnissen seine Raketen, Milizen und regionalen Netzwerke ausbaute. Heute steht er selbst vor derselben Frage: Gibt Washington Geld frei, bevor Iran seine Bedrohung wirklich begrenzt? Oder hält die US-Regierung den Druck aufrecht, bis die Revolutionsgarden spürbar geschwächt sind?

Für Israel ist diese Frage existenziell. Iran wirkt nicht nur aus Teheran heraus. Die Hisbollah im Libanon, Milizen im Irak und in Syrien sowie die Huthi im Jemen sind Teil derselben Strategie. Sie sollen Israel an mehreren Fronten binden und den Preis amerikanischer Präsenz in der Region erhöhen. Jeder Dollar, der in die falschen Hände gerät, kann am Ende Drohnen, Raketen, Tunnel, Sprengstoff oder Propaganda finanzieren.

Iran befindet sich wirtschaftlich unter Druck. Doch ein geschwächtes Regime wird nicht automatisch friedlicher. Die Islamische Republik hat oft gezeigt, dass sie ihre Bevölkerung leiden lässt, während Sicherheitsapparat und Stellvertreter weiter versorgt werden. Wer glaubt, Geld werde Mäßigung kaufen, unterschätzt die Logik der Revolutionsgarden. Diese Organisation lebt von Konfrontation. Sie braucht Feinde, um ihre Macht zu rechtfertigen.

Diplomatie ist nicht falsch. Aber Diplomatie mit Iran darf nicht auf Hoffnung beruhen. Sie braucht Misstrauen, Kontrolle und klare Konsequenzen. Kein Geld ohne überprüfbare Begrenzung des Atomprogramms. Keine Entlastung ohne Einschränkung der Raketen- und Drohnenprogramme. Keine Milliarden, solange Teheran die Hisbollah schützt und Israel bedroht.

Trump steht damit vor einer Entscheidung, die weit über ein Abkommen hinausgeht. Entweder er nutzt wirtschaftlichen Druck, um Irans gefährlichsten Machtapparat weiter zu schwächen. Oder er läuft Gefahr, den Revolutionsgarden neue Mittel zu verschaffen, während diese zugleich mit Krieg, Hormus und Stellvertretern drohen.

Der Kern ist einfach: Wer mit Iran verhandelt, verhandelt nicht nur mit Diplomaten. Er verhandelt mit den Revolutionsgarden. Und genau deshalb wäre jede Milliardenfreigabe ohne harte Bedingungen ein Fehler mit Folgen für Israel, die USA und die gesamte Region.

Autor: Redaktion

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 2. Juni 2026

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