IDF: Zerstörung von Irans Militärindustrie wirft Raketenprogramm um Jahre zurück
Israelische und amerikanische Luftangriffe haben große Teile der militärischen Produktionsstruktur des iranischen Regimes zerstört. Nach Einschätzung der israelischen Streitkräfte wird Teheran Jahre benötigen, um diese Kapazitäten wieder aufzubauen.

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte haben die Angriffe auf die militärische Industrie Irans massive Schäden verursacht. Selbst wenn der Krieg sofort enden würde, bräuchte das Regime in Teheran mehrere Jahre, um seine militärische Produktionsstruktur wiederherzustellen.
Zu Beginn der militärischen Operation hatten israelische Geheimdienste rund 2.600 Standorte identifiziert, die zum militärisch-industriellen Komplex Irans gehören. Dazu zählen Fabriken für Raketenproduktion, Einrichtungen zur Waffenentwicklung, Lager für militärisches Material sowie Infrastruktur zur Unterstützung der Revolutionsgarden.
Nach aktuellen Angaben wurden inzwischen zwei Drittel bis drei Viertel dieser Ziele durch israelische und amerikanische Luftangriffe zerstört.
Zum Vergleich nennen Militärvertreter frühere Operationen: Im Oktober 2024 griff Israel lediglich 14 solcher Einrichtungen an. Im Juni 2025 waren es rund 100. Die aktuelle Kampagne erreicht damit eine deutlich größere Dimension.
Raketenwerfer massiv reduziert
Ein Schwerpunkt der Angriffe liegt auf dem iranischen Raketenprogramm. Nach israelischen Angaben wurden rund 70 Prozent der iranischen Abschussanlagen für ballistische Raketen zerstört oder außer Gefecht gesetzt.
Die Zahl der tatsächlich zerstörten Raketen selbst ist jedoch geringer. Das liegt daran, dass Raketen leichter zu verstecken oder zu verlagern sind, während Abschussanlagen und Produktionsstätten deutlich schwerer zu schützen sind.
Die Angriffe haben dennoch direkte Auswirkungen auf die militärische Lage. Zu Beginn des Krieges feuerte Iran teilweise rund 100 Raketen pro Tag auf Israel ab. Inzwischen ist diese Zahl nach Angaben der israelischen Armee deutlich gesunken. Derzeit liegt die durchschnittliche Zahl bei etwa fünf Raketen täglich.
Auch gezielte Angriffe auf lokale Kommandeure iranischer Raketenverbände haben dazu beigetragen, die Angriffe zu reduzieren.
Luftabwehr und Radarsysteme zerstört
Neben dem Raketenprogramm hat die israelische Luftwaffe auch große Teile der iranischen Luftverteidigung angegriffen. Nach Angaben der Armee wurden etwa 100 Flugabwehrsysteme sowie rund 120 Radarstellungen zerstört.
Diese Angriffe sollen verhindern, dass Iran seine militärischen Einrichtungen künftig besser schützen kann.
Insgesamt wurden bislang rund 2.200 militärische Ziele des iranischen Regimes angegriffen. Viele davon befinden sich in Teheran sowie im Westen des Landes, wo ein Großteil der militärischen Infrastruktur konzentriert ist.
Zu den neueren Angriffszielen gehören außerdem Einrichtungen der Basidsch-Milizen. Dazu zählen Kontrollpunkte sowie größere Kommandogebäude, die von den Milizen zur Kontrolle der Bevölkerung genutzt werden.
Regime weiterhin stabil
Trotz der schweren militärischen Verluste sieht das israelische Militär derzeit keinen unmittelbaren Zusammenbruch des Regimes in Teheran.
Zwar gibt es Hinweise darauf, dass einzelne Unterstützer des Regimes ihre Posten verlassen haben. Insgesamt reicht diese Entwicklung jedoch nach Einschätzung israelischer Sicherheitsbehörden nicht aus, um einen schnellen politischen Umbruch auszulösen.
Die Sicherheitsstruktur des Regimes ist weiterhin groß. Sie umfasst etwa 125.000 Mitglieder der Revolutionsgarden, rund 400.000 Soldaten der regulären Streitkräfte sowie zwischen einer und zwei Millionen Angehörige der Basidsch-Milizen.
Unter diesen Kräften befinden sich etwa 200.000 besonders loyal organisierte Milizionäre.
Nach israelischen Angaben wurden zwischen 1.900 und mehreren tausend Unterstützern des Regimes in den bisherigen Kämpfen getötet. Gleichzeitig sollen zehntausende weitere verletzt worden sein.
Führung des Regimes unter Druck
Die israelischen Angriffe richten sich auch gezielt gegen die militärische Führung des Regimes. Etwa fünfzig hochrangige Kommandeure wurden bereits getötet.
Viele der überlebenden Führungsoffiziere sind nach israelischen Angaben inzwischen weitgehend von ihren Truppen abgeschnitten. Kommunikationsstrukturen wurden zerstört oder stark beeinträchtigt.
Zusätzlich sorgt die politische Situation in Teheran für Unsicherheit. Nach der Tötung des früheren Obersten Führers Ali Khamenei wurde dessen Sohn Mojtaba Khamenei überraschend schnell zum neuen Machthaber bestimmt.
Diese schnelle Machtübernahme deutet zwar auf eine gewisse Stabilität innerhalb der Führung hin. Gleichzeitig gibt es jedoch Zweifel, ob Mojtba Khamenei nach den Angriffen tatsächlich vollständig handlungsfähig ist.
Quds-Einheit schwer getroffen
Besonders hart trafen die Angriffe nach israelischen Angaben die Quds-Einheit der Revolutionsgarden. Diese Einheit ist für Irans militärische Operationen im Ausland verantwortlich und organisiert Unterstützung für Terrororganisationen in der Region.
Viele ihrer führenden Offiziere wurden sowohl im Iran als auch in anderen Ländern gezielt angegriffen. Dazu gehörten auch mehrere hochrangige Vertreter, die kürzlich bei einem Angriff in Beirut getötet wurden.
Zusätzlich wurden 17 der 20 Flugzeuge zerstört, die die Quds-Einheit für den Transport von Waffen, Geld und Personal nutzte.
Die israelischen Streitkräfte verfolgen weiterhin die verbleibenden Flugzeuge dieser Flotte.
Krieg entscheidet über weiteren Verlauf
Wie lange die militärische Kampagne gegen Iran noch andauern wird, ließ das israelische Militär offen. Der weitere Verlauf hängt auch stark von den Vereinigten Staaten ab, die in vielen Bereichen eng mit Israel zusammenarbeiten.
Amerikanische Streitkräfte übernehmen insbesondere Operationen gegen Ziele im Süden Irans sowie maritime militärische Ziele.
Aus israelischer Sicht besteht das Ziel darin, die militärischen Fähigkeiten des Regimes dauerhaft zu schwächen. Selbst wenn das Regime politisch bestehen bleibt, soll seine Fähigkeit, Raketenprogramme aufzubauen und Terrororganisationen zu unterstützen, langfristig stark eingeschränkt werden.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: IDF
Artikel veröffentlicht am: Montag, 16. März 2026