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Iran verzögert Atomdeal bewusst und setzt auf Zeitgewinn gegen Trump


Während Washington militärischen Druck aufbaut, spielt Teheran auf Zeit. Hinter den Gesprächen steht kein Wille zur Einigung, sondern eine Strategie zur Rettung des eigenen Atom und Raketenprogramms.

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Die neue Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem iranischen Regime ist kein echter Durchbruch, sondern ein kalkuliertes Kräftemessen. Teheran versucht gezielt, Zeit zu gewinnen, um seine militärischen Fähigkeiten zu stabilisieren und gleichzeitig wirtschaftliche Erleichterung zu erreichen. Für Israel ist diese Entwicklung von existenzieller Bedeutung, denn sie entscheidet darüber, ob ein Staat, der offen zur Vernichtung Israels aufruft, seine gefährlichsten Programme fortsetzen kann.

Nach Einschätzung der britischen Sicherheitsexpertin Lynette Nusbacher verfolgt das iranische Regime ein klares Ziel. Es will ein Übergangsabkommen erreichen, das Sanktionen lockert und gleichzeitig zentrale militärische Programme unangetastet lässt. Vor allem das Raketenprogramm steht im Mittelpunkt dieser Strategie. Diese Raketen sind nicht abstrakte militärische Systeme, sondern konkrete Bedrohungen für israelische Städte und Millionen von Menschen.

Die Führung in Teheran handelt dabei nicht aus Schwäche, sondern aus Überzeugung. Sie weiß, dass die Vereinigten Staaten zwar bereit sind, militärischen Druck aufzubauen, aber keinen umfassenden Krieg führen wollen. Genau dieses Kalkül nutzt das Regime. Es verzögert, verhandelt, macht begrenzte Zugeständnisse und versucht gleichzeitig, seine strategische Position zu sichern.

Washington wiederum hat seine militärische Präsenz in der Region massiv verstärkt. Diese Konzentration von Streitkräften ist kein symbolischer Schritt, sondern eine klare Drohung. Die Botschaft lautet, dass die Vereinigten Staaten bereit sind, militärisch einzugreifen, wenn sie den Eindruck gewinnen, dass Teheran die Gespräche missbraucht. Ein solcher Angriff würde sich auf zentrale Einrichtungen konzentrieren. Nuklearanlagen, militärische Kommandostrukturen und Schlüsselpersonen des Regimes könnten zu Zielen werden.

Doch selbst ein solcher Angriff hätte Grenzen. Luftschläge können Infrastruktur zerstören, aber sie können ein ideologisch gefestigtes Regime nicht automatisch zu Fall bringen. Genau darin liegt die Gefahr. Das iranische System basiert nicht nur auf politischer Macht, sondern auf einer religiösen Ideologie, die Opferbereitschaft verherrlicht und Konflikte als Teil eines größeren historischen Auftrags betrachtet.

Für Israel ist diese Realität seit Jahrzehnten spürbar. Der Iran finanziert und unterstützt Terrororganisationen in der gesamten Region. Diese Gruppen greifen Israel direkt an und destabilisieren gleichzeitig die Nachbarländer. Das Atomprogramm ist dabei nur ein Teil eines größeren Systems, das auf Expansion und Konfrontation ausgerichtet ist.

Die aktuelle Verhandlungsstrategie Teherans folgt einem bekannten Muster. Das Regime signalisiert Gesprächsbereitschaft, um Druck zu reduzieren, während es gleichzeitig seine Programme weiterführt. Selbst begrenzte Zugeständnisse können als Erfolg dargestellt werden, während die grundlegenden Fähigkeiten erhalten bleiben.

Besonders kritisch ist die Frage der Urananreicherung. Selbst niedrige Anreicherungsgrade können die Grundlage für eine spätere militärische Nutzung bilden. Jeder Kompromiss in diesem Bereich birgt langfristige Risiken. Israel hat diese Gefahr immer klar benannt. Ein Iran mit nuklearer Fähigkeit würde die gesamte Region verändern und die Sicherheitsordnung zerstören.

US Präsident Donald Trump verfolgt daher das Ziel, ein deutlich strengeres Abkommen zu erreichen als jenes von 2015. Dieses frühere Abkommen konnte das iranische Atomprogramm nur vorübergehend begrenzen. Es konnte nicht verhindern, dass Teheran seine militärischen und regionalen Aktivitäten fortsetzte.

Gleichzeitig zeigt die Reaktion der iranischen Führung ihre grundlegende Haltung. Sie betrachtet Zugeständnisse nicht als diplomatischen Schritt, sondern als Zeichen von Schwäche. In einem System, das sich auf religiöse Legitimation stützt, wird Widerstand selbst dann fortgesetzt, wenn er wirtschaftliche und militärische Kosten verursacht.

Israel steht in diesem Konflikt nicht als Beobachter am Rand, sondern als direkt bedrohtes Land im Zentrum. Jede Entscheidung in Washington und Teheran hat unmittelbare Auswirkungen auf die Sicherheit des jüdischen Staates.

Die kommenden Wochen werden entscheidend sein. Wenn Teheran weiter verzögert, könnte Washington militärisch handeln. Wenn Washington nachgibt, könnte der Iran seine Position weiter stärken.

Am Ende steht eine einfache Wahrheit. Der Konflikt dreht sich nicht nur um technische Fragen der Urananreicherung. Er dreht sich um die Frage, ob ein Regime, das offen zur Zerstörung Israels aufruft, die Mittel erhalten darf, diese Drohung eines Tages umzusetzen.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 24. Februar 2026

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