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Iraner warnen vor Abkommen mit Teheran: „Ein Deal wäre unser Todesurteil“


Während Washington mit Teheran verhandelt, erleben viele Iraner diese Gespräche als Verrat. Für sie bedeutet ein Abkommen nicht Hoffnung, sondern das Ende jeder Chance auf Freiheit.

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Aus westlicher Sicht klingt Diplomatie stets nach Vernunft. Verhandlungen sollen Spannungen abbauen, Kriege verhindern, Kompromisse ermöglichen. Doch für viele Menschen im Iran hat das Wort Verhandlung längst eine völlig andere Bedeutung. Für sie steht es nicht für Frieden, sondern für Angst, Verzweiflung und das Gefühl, erneut von der Welt im Stich gelassen zu werden.

In Gesprächen mit israelischen Journalisten schildern iranische Bürger ein erschütterndes Bild. Vier Menschen aus Teheran und Maschhad berichten von einem Alltag, der geprägt ist von Furcht, Hoffnungslosigkeit und dem verzweifelten Warten auf ein Eingreifen von außen. Ihre Aussagen zeigen, wie groß die Kluft zwischen politischer Diplomatie und der Realität der iranischen Bevölkerung geworden ist.

Für viele von ihnen ist ein mögliches Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Regime der Ajatollahs kein Grund zur Erleichterung. Im Gegenteil. Sie fürchten, dass genau ein solches Abkommen die Diktatur stabilisieren und ihre eigene Zukunft endgültig zerstören würde.

Mahsa, 34 Jahre alt, lebt in Maschhad. Sie beschreibt die vergangenen Wochen als eine einzige emotionale Achterbahnfahrt. Zwischen kurzen Momenten der Hoffnung und langen Phasen tiefer Verzweiflung fühlt sie sich gefangen in einem endlosen Zustand des Wartens. Die Aussicht auf Verhandlungen erfüllt sie nicht mit Zuversicht, sondern mit purem Schrecken.

Seit Gerüchte über neue Gespräche kursieren, sagt sie, sei alles nur noch beängstigender geworden. Die Angst vor einem unterschriebenen Abkommen lasse sie kaum noch schlafen. Was werde aus ihr und ihrem Volk, wenn die Welt das Regime wieder akzeptiere? Was bleibe ihnen dann noch? Sie spricht offen aus, was viele im Iran denken, aber nur wenige laut zu sagen wagen. Ein Abkommen wäre für sie das Ende.

Mahsa hofft nicht auf Verhandlungen. Sie hofft auf einen militärischen Schlag. Sie hofft darauf, dass jemand von außen eingreift, weil sie mit eigenen Augen gesehen hat, dass die Menschen im Iran am Ende ihrer Kräfte sind. Sie spricht von Gewalt, von Toten, von Leichen, deren Schicksal bis heute ungeklärt ist. Für sie ist klar, wer die Verantwortung trägt. Und ebenso klar ist für sie, dass dieses Regime nicht durch Gespräche verschwindet.

Noch deutlicher wird Rihana, 26 Jahre alt aus Teheran. Für sie sind die Verhandlungen wie ein Messerstich in den Rücken. Sie empfindet Wut, Trauer und Ohnmacht zugleich. Die Gespräche in Washington und Maskat erscheinen ihr wie ein zynisches Spiel, während im Iran Menschen gefoltert, misshandelt und ermordet werden.

Seit Beginn der Gespräche, erzählt sie, habe sie jede Hoffnung verloren. Der Gedanke, dass die Erinnerung an all die Opfer politisch geopfert werden könnte, mache sie krank. Für sie gibt es nur eine Lösung. Ein Eingreifen der Vereinigten Staaten oder Israels. Wer diesen Schlag führe, sei ihr gleichgültig. Wichtig sei nur, dass er komme.

Ihre Worte sind hart, aber sie spiegeln die Verzweiflung einer Generation wider, die nichts mehr zu verlieren hat. In ihren Augen ist militärisches Handeln nicht Bedrohung, sondern Rettungsanker. Der einzige Ausweg aus einem System, das seit Jahrzehnten jede Form von Freiheit unterdrückt.

Nima, 35 Jahre alt aus Teheran, beschreibt eine Gesellschaft, die äußerlich ruhig wirkt, innerlich aber brodelt. Die großen Proteste sind vorerst verstummt, doch die Trauer und Wut sind geblieben. Er erzählt von Freunden, die Angehörige verloren haben, von Tausenden Toten, von einer Jugend, die brutal niedergeschlagen wurde.

Die Propaganda des Regimes versuche, die Verhandlungen als Hoffnung zu verkaufen. Doch für ihn klingen diese Versprechen hohl. Ein kleiner Teil von ihm hoffe zwar, dass ein Scheitern der Gespräche vielleicht zu einem Bruch führen könnte, vielleicht sogar zu einem Krieg, der das Leiden verkürzt. Gleichzeitig frage er sich, wie oft man noch an ein Vielleicht glauben solle.

Seine Worte wirken paradox, sind aber nachvollziehbar. In einer normalen Welt bedeutet Krieg Angst. Im Iran empfinden viele ihn als Möglichkeit zur Erlösung. Wenn das eigene Leben ohnehin unerträglich geworden ist, verliert selbst der Gedanke an bewaffnete Auseinandersetzungen seinen Schrecken.

Sona, 27 Jahre alt, ebenfalls aus Teheran, bringt die Stimmung auf den Punkt. Für sie gibt es keine Rückkehr zur Normalität mehr. Zu groß sind die Verbrechen der letzten Monate, zu tief die Wunden, zu unvorstellbar die Grausamkeiten. Menschen suchen noch immer nach den Leichen ihrer Angehörigen. Über das Schicksal von Gefangenen gibt es keine Informationen. Die wirtschaftliche Lage ist katastrophal.

Auch sie hatte auf Unterstützung aus den Vereinigten Staaten gehofft. Auf ein klares Zeichen gegen das Regime, auf Taten statt Worte. Stattdessen sieht sie nun Verhandlungen mit einer Regierung, die in ihren Augen innerhalb weniger Tage Zehntausende Menschen ermordet hat. Gespräche mit solchen Machthabern seien nichts anderes als eine Vertuschung von Verbrechen.

Für Sona ist das iranische Regime nicht nur eine Gefahr für ihr eigenes Land. Es sei eine Bedrohung für die gesamte Welt, die so schnell wie möglich beseitigt werden müsse. Ihre Botschaft ist eindeutig. Diplomatie mit Terror sei keine Lösung, sondern Teil des Problems.

Diese Stimmen aus dem Inneren des Iran zeigen, wie tief die Entfremdung zwischen der iranischen Bevölkerung und der internationalen Politik geworden ist. Während in westlichen Hauptstädten über Kompromisse diskutiert wird, empfinden viele Iraner diese Gespräche als moralischen Verrat.

Für Israel sind diese Berichte von großer Bedeutung. Sie belegen, dass die iranische Opposition nicht auf Beschwichtigung hofft, sondern auf Entschlossenheit. Dass Millionen Menschen im Iran das Regime nicht als legitimen Gesprächspartner sehen, sondern als Unterdrücker, der nur durch Druck gestoppt werden kann.

Die Welt steht vor einer schwierigen Entscheidung. Entweder sie setzt erneut auf Abkommen mit einer Diktatur, die ihre Versprechen immer wieder gebrochen hat. Oder sie hört auf die Stimmen derer, die unter diesem System leiden.

Für Mahsa, Rihana, Nima und Sona ist die Antwort längst klar. Ein Abkommen bedeutet für sie nicht Frieden. Es bedeutet das Ende ihrer letzten Hoffnung.

Autor: Redaktion
Bild Quelle: Symbolbild KI generiert

Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 10. Februar 2026

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