Nach Hamas-Vorwürfen: Britisches Bildungsministerium prüft vier muslimische Schulen
Mehr als 550 Kinder besuchen Schulen der Al-Khair Foundation. Nach schweren Vorwürfen gegen die Organisation und Terrorfinanzierungsanklagen gegen einen mutmaßlichen Mitarbeiter prüft nun auch das britische Bildungsministerium den Fall.

Die Vorwürfe gegen die britische Al-Khair Foundation erreichen jetzt auch deren Schulen. Das britische Bildungsministerium prüft nach Angaben der Jerusalem Post Informationen über vier muslimische Privatschulen, die von der Organisation betrieben werden. Hintergrund sind Ermittlungen der Charity Commission sowie Vorwürfe über mögliche Verbindungen von Mitarbeitern der Stiftung zur Terrororganisation Hamas.
Betroffen sind zwei Al-Khair Preparatory Schools in Croydon und Oldbury bei Birmingham sowie getrennte weiterführende Schulen für Jungen und Mädchen in Croydon. Insgesamt besuchen nach dem Bericht mehr als 550 Kinder die Einrichtungen. Die Schulen selbst bestätigen auf ihren Webseiten ihre Verbindung zur Al-Khair Foundation und nennen vier britische Standorte.
Besonders schwer wiegt der Fall Mohammad Yousef Hasna. Die Jerusalem Post bezeichnet ihn als Mitarbeiter der Al-Khair Foundation. Die US-Justiz wirft Hasna vor, seine führende Position bei einer in Großbritannien registrierten internationalen Wohltätigkeitsorganisation genutzt zu haben, um Geld und Hilfsgüter für Hamas bereitzustellen und sich dabei mit hochrangigen Hamas-Funktionären abzustimmen. Hasna ist wegen Verschwörung zur materiellen Unterstützung einer Terrororganisation sowie Terrorismusfinanzierung angeklagt. Es handelt sich um Anschuldigungen, eine Verurteilung liegt nicht vor.
Bei einem Detail ist Vorsicht notwendig: Die Jerusalem Post berichtet inzwischen von einer Auslieferung Hasnas in die USA. Die bislang auffindbare offizielle Mitteilung des US-Justizministeriums vom 31. Juli spricht dagegen davon, dass er in Großbritannien festgenommen und bis zum Auslieferungsverfahren in Haft genommen wurde. Eine spätere offizielle Bestätigung der bereits erfolgten Auslieferung ist derzeit nicht auffindbar.
Auch die Verbindung zur Al-Khair Foundation wird in der veröffentlichten US-Mitteilung nicht ausdrücklich beim Namen genannt. Das Justizministerium bezeichnet die betroffene Organisation dort lediglich als eine in Großbritannien registrierte internationale Wohltätigkeitsorganisation. Die Zuordnung zu Al-Khair stammt unter anderem aus der Berichterstattung der Jerusalem Post. Dass Hasna öffentlich als Global Director der Al-Khair Foundation auftrat, wurde allerdings noch im April 2026 bei einer Kooperation der Stiftung in Malaysia dokumentiert.
Parallel dazu untersucht die britische Charity Commission die Al-Khair Foundation. Die Organisation ist eine registrierte britische Wohltätigkeitsorganisation und erzielte im Geschäftsjahr bis Juli 2025 Einnahmen von fast 74,8 Millionen Pfund. Die Stiftung ist auch im Bildungsbereich tätig und wird zusätzlich von Ofsted beaufsichtigt.
UK Lawyers for Israel hatte das Bildungsministerium bereits im Juli auf mögliche Risiken aufmerksam gemacht. Die Organisation behauptet, mindestens zwei Personen, die für Al-Khair gearbeitet hätten, seien als Hamas-Akteure identifiziert worden, während ein weiterer Mitarbeiter enge Verbindungen zu Hamas-Funktionären gehabt habe. Diese Angaben sind Vorwürfe von UKLFI und dürfen nicht mit gerichtlichen Feststellungen verwechselt werden.
Gerade weil Al-Khair Schulen betreibt, bekommt der Fall jedoch eine zusätzliche Dimension. Britische Schulen unterliegen der sogenannten Prevent-Pflicht. Sie sollen Risiken erkennen, dass Schüler in extremistische oder terroristische Strukturen hineingezogen werden, entsprechende Narrative zurückweisen und problematische äußere Einflüsse kontrollieren.
Das Bildungsministerium erklärte laut der Jerusalem Post, gemeinsam mit anderen Behörden und Regierungsstellen sämtliche übermittelten Informationen zu bewerten und anschließend über weitere Schritte zu entscheiden.
Die jährlichen Schulgebühren liegen dem Bericht zufolge in Croydon bei 5.468 Pfund, rund 6.400 Euro, und in Birmingham bei 3.600 Pfund, rund 4.210 Euro.
Es gibt bislang keinen Beleg dafür, dass an den vier Schulen Hamas-Ideologie vermittelt wurde oder Schüler dort extremistischer Beeinflussung ausgesetzt waren. Genau das ist Gegenstand der nun notwendigen Prüfung.
Doch die Fragen sind schwerwiegend. Wenn eine Organisation nicht nur Millionen an Spendengeldern bewegt, sondern zugleich Verantwortung für die Bildung und den Schutz von Hunderten Kindern trägt, müssen mögliche Verbindungen von Mitarbeitern zu einer Terrororganisation besonders gründlich untersucht werden.
Es geht dabei nicht darum, muslimische Schulen unter Generalverdacht zu stellen.
Es geht darum, ob eine Organisation, deren Umfeld nun Gegenstand einer Terrorfinanzierungsanklage und einer behördlichen Untersuchung ist, ihre Verantwortung gegenüber Kindern zuverlässig erfüllt hat.
Bei mehr als 550 Schülern kann sich der britische Staat mit weniger als einer vollständigen Aufklärung kaum zufriedengeben.
Autor: Redaktion
Bild Quelle: KI-generierte Illustration / haOlam.de
Artikel veröffentlicht am: Dienstag, 18. August 2026